Annäherung im Handelsstreit China senkt Zölle auf bestimmte Autos deutlich

China erleichtert ausländischen Herstellern den Zugang zu seinem Automarkt: Die Volksrepublik senkt die Zölle auf bestimmte Fahrzeuge und Autoteile. Der Schritt dürfte auch ein Entgegenkommen an die USA sein.

Importierte Mercedes-Fahrzeuge in China
REUTERS

Importierte Mercedes-Fahrzeuge in China


China senkt die Zölle auf einige Autos und Autoteile. Für bestimmte Fahrzeugtypen würden die Abgaben auf Importe von 20 oder 25 Prozent auf 15 Prozent herabgesetzt, teilte das Finanzministerium mit. Die Zölle auf bestimmte Autoteile sollten von derzeit zwischen 8 und 25 Prozent auf 6 Prozent sinken. Die neuen Regeln gelten ab dem 1. Juli.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete, die Senkung der Importzölle sei eine Folge der jüngsten Gespräche zwischen Vertretern der US-Regierung und der politischen Führung in Peking zur Vermeidung eines Handelskrieges zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt.

Zuletzt hatten sich die USA und China im Handelskonflikt angenähert. So hieß es aus Peking, die Volksrepublik wolle künftig mehr amerikanische Güter und Dienstleistungen erwerben. Grundsätzlich gelöst ist der Konflikt damit aber nicht. US-Präsident Donald Trump will erreichen, dass China seinen milliardenschweren Handelsüberschuss reduziert. Die Vereinigten Staaten führen viel mehr Waren aus China ein, als sie dorthin exportieren.

Deutsche Hersteller könnten günstiger Autos verkaufen

Von den niedrigeren Zöllen im Auto-Bereich würden amerikanische Autobauer profitieren, aber auch führende deutsche Autobauer. Sie könnten ihre Modelle im Vergleich zur chinesischen Konkurrenz günstiger verkaufen. Vor allem die deutschen Premiummarken Mercedes-Benz, BMW und Audi verzeichneten in China zuletzt hohe Absatzzahlen. Die Autoverkäufe dort sind wichtige Umsatzbringer für die Autokonzerne.

Im vergangenen Monat hatte die Regierung in Peking schon angekündigt, dass internationale Autobauer bald mehr als 50 Prozent an chinesischen Zweigstellen besitzen dürfen. Das bedeutet, dass sie nicht mehr zwangsweise Gemeinschaftsfirmen gründen müssen, um auf Chinas Automarkt tätig sein zu dürfen.

USA kommen Peking bei Telekom-Ausrüster ZTE entgegen

Auch die USA kommen China im Handelsstreit offenbar entgegen. Laut einem Bericht des "Wall Street Journal" haben sich beide Länder auf abgemilderte Strafmaßnahmen für den chinesischen Telekom-Ausrüster ZTE geeinigt. Die US-Regierung hatte das Unternehmen für sieben Jahre vom Zugang zu jeglichen amerikanischen Technologien ausgeschlossen - dabei spielen unter anderem Chips aus den USA eine zentrale Rolle in Netzwerktechnik und Smartphones des Konzerns. ZTE hatte daraufhin große Teile der Produktion stillgelegt.

Laut "WSJ" sollen nun von ZTE massive Änderungen in Management und Verwaltungsrat sowie möglicherweise hohe Strafen verlangt werden. Die Strafe für ZTE geht auf Lieferungen von Telekom-Ausrüstung an Iran und Nordkorea zurück. ZTE ist der viertgrößte Anbieter von Technik für Telekommunikationsnetze nach dem ebenfalls chinesischen Rivalen Huawei sowie den europäischen Firmen Ericsson und Nokia.

mmq/Reuters/AP/dpa

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stadtmusikant123 22.05.2018
1. Der Kreis schliesst sich
Mit der Steuerreform Investitionen und Produktion im Inland fördern. Und im Bereich Kfz hat man schon mal den Zugang zum chinesischen Markt wesentlich verbessert. Und für die ganz Schlauen, ein Mercedes , BMW & Co. in den USA gefertigt, ist ein Ami-Fahrzeug. Gilt auch für die ganzen Japaner und Koreaner , die in den Staaten gebaut werden. Die Beschäftigung wird sich in den USA auf jeden Fall positiv entwickeln! Die Wirtschafts- und Steuerpolitik der Trump-Administration ist schlüssig und zielorientiert. Glückwunsch.
j.vantast 22.05.2018
2. Unpräzise
Also wird der Zoll nicht auf alle, sondern nur auf bestimmte Autos und Autoteile gesenkt. Und auf welche bitte? Wenn es sich z.B. nur auf Elektrofahrzeuge bezieht bringt das den deutschen Herstellern herzlich wenig, denn da haben sie wenig im Lieferprogramm und das auch noch zu teuer. Und den USA sei gesagt: Verbessert eure Qualität um mindestens das Zehnfache wenn ihr mehr exportieren wollt.
Beat Adler 22.05.2018
3. Trump zielorientiert? Wirklich?
Zitat von stadtmusikant123Mit der Steuerreform Investitionen und Produktion im Inland fördern. Und im Bereich Kfz hat man schon mal den Zugang zum chinesischen Markt wesentlich verbessert. Und für die ganz Schlauen, ein Mercedes , BMW & Co. in den USA gefertigt, ist ein Ami-Fahrzeug. Gilt auch für die ganzen Japaner und Koreaner , die in den Staaten gebaut werden. Die Beschäftigung wird sich in den USA auf jeden Fall positiv entwickeln! Die Wirtschafts- und Steuerpolitik der Trump-Administration ist schlüssig und zielorientiert. Glückwunsch.
Trump zielorientiert? Wirklich? Was sind denn die Ziele Trumps? Verringerung des Handelsbilanzdefizits mit China? Zur Zeit STEIGT es, das auch noch im 2. und 3. Quartal 2018, wetten? Die Arbeitslosigkeit in den USA ist Dank Obama bei beinahe Vollbestaeftignung, das kann Trump nicht oder kaum noch verbessern. Das Wirtschaftswachstum ist, Dank Obama, etwas ueber 2%. Auch das kann Trump nicht oder nur unwesentlich verbessern, ausser er verwandelt Blei in Gold;-) Da ebenfalls, Dank Obama, die Haushaltseinkommen zu steigen begannen, der Konsum von Made in China dadurch angekurbelt wird, bleibt Trump ein Ignorant in der Volkswirtschafts-Wueste, die er nicht versteht, und Alle, die es verstanden, sind abgehauen, haben das Weisse Haus fluchtartig verlassen (muessen). Trump schreibt in Grossbuchgstaben in seinem Tweet, dass China viel, viel mehr Landwirtschaftsgueter aus den USA kaufen wird. Nur nebenbei, China hat nicht gesagt, was, fuer wieviel, in welchen Zeitraum. Lassen wir das. Die kalifornischen Nuesseproduzenten beten ja bereits um Wasser, engagieren die Schamanen der Ureinwohner fuer den Regentanz, und warten bei einem neu gepflanzten Baum laenger auf die erste ZUSAETZLICHE Ernte, wie Trump im Weissen Haus herumirrlichtert. Die Schweinezuechter bauen ihre Halden an den Grunztierchen ab, oder auch nicht? Es gibt kar kein Schwein auf Halde? Wie bloed. Die KP in Beijing befiehlt unterdessen ihren Chinesen nicht nur einmal pro Tag Schwein zu verzehren, sondern zwei Mal. mfG Beat
w.diverso 22.05.2018
4. Wenn es denn nur so wäre!
Zitat von stadtmusikant123Mit der Steuerreform Investitionen und Produktion im Inland fördern. Und im Bereich Kfz hat man schon mal den Zugang zum chinesischen Markt wesentlich verbessert. Und für die ganz Schlauen, ein Mercedes , BMW & Co. in den USA gefertigt, ist ein Ami-Fahrzeug. Gilt auch für die ganzen Japaner und Koreaner , die in den Staaten gebaut werden. Die Beschäftigung wird sich in den USA auf jeden Fall positiv entwickeln! Die Wirtschafts- und Steuerpolitik der Trump-Administration ist schlüssig und zielorientiert. Glückwunsch.
China macht gerade die Umstellung auf eine Konsumgesellschaft. Da ist es klar, dass die Chinesen auch mehr aus dem Ausland kaufen werden. China muss auch langsam und gesteuert die Bestimmung für Waren aus dem Ausland dem internationalen Markt anpassen. Das wollten sie schon lange und jetzt haben sie die Möglichkeit das Trump als seinen Erfolg zu verkaufen. Und wenn ein BMW in USA gefertigt wird gilt er für Amerika als amerikanisches Fahrzeug, aber den Gewinn macht immer noch BMW. Es ist auch fraglich wie groß wertmäßig der amerikanische Anteil ist. Es werden dafür, auch bei Ford und GM ist das so, viele Teile aus dem Ausland importiert. Noch was: Amerika hat mehr oder weniger Vollbeschäftigung, da mehr Arbeitsplätze zu schaffen geht nur mit mehr Zuwanderern. Also alles ist nicht so simpel wie es Trump den Dummen zu verkaufen versucht.
vindicator 22.05.2018
5. Und wer wird davon profitieren?
Deutschland und Japan. Danke Herr Trump. Also die zwei größten Handelsüberschussländer hinter China. Trump hat einen Sünder durch zwei ersetzt.
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