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Neuer Fünf-Jahres-Plan: China gibt 6,5 Prozent Wachstum als Ziel aus

Chinas kommunistische Führung reagiert auf die wirtschaftlichen Probleme des Landes und schraubt die Wachstumsziele für die kommenden Jahre herunter. Dem Volk verspricht Präsident Xi dennoch Fortschritte.

Arbeiter in Peking: Weniger Wachstum, aber mehr Qualität geplant Zur Großansicht
AFP

Arbeiter in Peking: Weniger Wachstum, aber mehr Qualität geplant

China reagiert auf die schwächelnde Wirtschaft der Volksrepublik: Staats- und Parteichef Xi Jinping gab das neue Wachstumsziel für die kommenden fünf Jahre bekannt. Demnach soll die Wirtschaft jedes Jahr um mindestens 6,5 Prozent wachsen. Nur so könne bis 2020 das angestrebte Ziel einer Verdoppelung der Wirtschaftsleistung und der Einkommen im Vergleich zu 2010 erreicht werden, sagte der Präsident.

Klar ist: Die Zeiten des Turbowachstums in China sind vorbei. Die Konjunktur hat sich zuletzt drastisch abgekühlt, das Bruttoinlandsprodukt dürfte in diesem Jahr so wenig zulegen wie seit einem Vierteljahrhundert nicht mehr. Der IWF rechnet für 2015 nur noch mit 6,8 Prozent. Solche Wachstumsraten erscheinen aus Sicht von Industrieländern wie Deutschland extrem hoch. In einem Schwellenland wie China, das noch viel Aufholbedarf hat, ist hohes Wachstum aber wichtig.

Präsident Xi bemühte sich, dem Volk die Vorteile des schwächeren Wachstums zu erklären. Die Entwicklung solle sich künftig nicht nur auf die reine Wachstumsrate konzentrieren, sondern vielmehr auf die Qualität, sagte er der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge. Es sei zwar möglich, dass der Zuwachs in den kommenden fünf Jahren bei ungefähr sieben Prozent per annum liegen könnte, ergänzte er bei der Vorstellung des neuesten Fünf-Jahres-Plans. Es gebe allerdings viele Unsicherheitsfaktoren. Insbesondere die hohe Verschuldung der Unternehmen macht der Regierung in Peking Sorgen.

Viele Industriefirmen leiden unter dem schwächeren Wachstum und können ihre Darlehen nicht mehr tilgen, Banken machen die faulen Kredite zu schaffen. Um den Abschwung zu bremsen, hat die chinesische Zentralbank binnen eines Jahres sechs Mal ihren Leitzins gesenkt, zuletzt im Oktober.

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Ministerpräsident Li Keqiang machte im staatlichen Radio auch Umweltschutzmaßnahmen für die Konjunkturabkühlung verantwortlich. Die kommunistische Regierung fürchtet wegen der Luft- und Wasserverschmutzung soziale Unruhen und hat versprochen, verschärft gegen die Verseuchung der Umwelt vorzugehen. China ist der weltweit größte Produzent von Treibhausgasen.

Die Kommunistische Partei hatte in der vergangenen Woche den Plan für die kommenden fünf Jahre ausgearbeitet. In dieser Zeit sei es die wichtigste Aufgabe, Einkommensungleichheiten in den Griff zu bekommen, sagte der Chef der Planungsbehörde, Xu Shaoshi. Die Regierung will die Wirtschaft stärker auf die Binnenkonjunktur ausrichten und den privaten Konsum ankurbeln.

brk/mmq/dpa/Reuters

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1.
Crom 03.11.2015
Das entspricht ungefähr 1% in Deutschland. Offenbar hat man in China eingesehen, künftig kleinere Brötchen bzw. Reisbällchen backen zu müssen. Die fetten Jahre sind vorbei.
2.
Crom 03.11.2015
Das entspricht ungefähr 1% in Deutschland. Offenbar hat man in China eingesehen, künftig kleinere Brötchen bzw. Reisbällchen backen zu müssen. Die fetten Jahre sind vorbei.
3. Wachstumsverhältnis
smartphone 03.11.2015
also ich hatte vor Jahren mal einen interessanten Wirtschaftsartikel gelesen . Für China gab man 7% als Basiswachstum an , also erst darüber hinaus findet echtes Wachstum statt. Für die USA werden 5% benötigt . für Deutschland übrigens 2,5% ...Wann hatten wir die zuletzt ? somit ist klar, daß die real 16 Mio Arbeitslosen eine klare Ursache haben- viel zuwenig Wachstum . Zukaschieren als Statistikmauschelei taugt nicht wirklich.
4. Pathologisches Wachstum
spontanistin 03.11.2015
Jeder natürliche Organismus reduziert von der befruchteten Eizelle bis zum Lebensende seine Wachstumrate! Ungebremstes Wachstum ist pathologisch (siehe Krebstumor). Scheinbar ist aber diese Pathologie im Kapitalismus gewünscht!
5. knapp an
davidzilberstein 03.11.2015
der Wahrheit vorbei, denn Zahlen lügen ja erfahrungsgemäß. Vor allem wenn sie aus der Statistik kommen und zweitens man sie "nackt" lässt und sie nicht in Kurven kleidet. Vor allem wäre es spannend, die Wachstumskurven zwischen Deutschland und China gegenüberzustellen um den Trend zu erkennen. Wo es aufwärtsgeht und wo abwärts, 100 Punkte für die richtige Antwort. Geradezu niedlich ist die klammheimliche Schadenfreude über das gbedämpfte chinesische Wachstum. Dabei ist sie das reine Spiegelbild des Wachstumstrends bspw in Deutschland. Weil sich hier die Leute immer weniger leisten können, exportiert China weniger. Das war allerdings voraussehbar, denn schon vor ca. acht Jahren hat die chinesische Regierung die Weichen neu gestellt, sie zielt jetzt auf die Stärkung des Binnenmarktes und auf den Export in die ostasiatischen und südamerikanischen Schwellenländer.
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Bevölkerung: 1367,820 Mio.

Hauptstadt: Peking

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Regierungschef: Li Keqiang

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