Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Weltbank-Studie: China verdrängt USA als weltgrößte Volkswirtschaft

China könnte die USA bereits in diesem Jahr als weltgrößte Volkswirtschaft ablösen - deutlich früher als bislang erwartet. Laut einer Weltbank-Studie kommt Indien bald auf Platz drei. Deutschland kann Platz fünf behaupten.

Arbeiter in China: Größter Konkurrent der USA Zur Großansicht
REUTERS

Arbeiter in China: Größter Konkurrent der USA

Washington - Neuesten Daten zufolge steht im Ranking der weltgrößten Volkswirtschaften eine historische Verschiebung bevor. Denn China könnte den USA den Titel als größte Volkswirtschaft der Welt deutlich schneller abnehmen als bislang von Ökonomen erwartet. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie im Auftrag der Weltbank, in der neue Daten herangezogen werden.

Die Forscher legen nicht das absolute Bruttoinlandsprodukt (BIP) zugrunde, sondern die als aussagekräftiger geltende Wirtschaftsleistung unter Berücksichtigung der Kaufkraft. Für die Studie wurden die Daten erstmals seit 2005 erneuert. Damit lässt sich schätzen, wie viel sich mit der gleichen Summe Geld in verschiedenen Ländern kaufen lässt. Die Forscher haben festgestellt, dass Menschen in ärmeren Ländern für ihr Geld mehr Waren bekommen als bislang angenommen.

Die Analyse im Rahmen des International Comparison Programs der Weltbank greift zwar nur auf Daten bis zum Jahr 2011 zurück. Dennoch haben die Ergebnisse hohe Brisanz. Die neuen Zahlen zeigen, dass China massiv aufgeholt und 2011 bereits 87 Prozent der US-Kaufkraft erreicht hat.

Auch 2012 und 2013 ist die Wirtschaft in China deutlich stärker gewachsen als in den USA, so dass sie laut "Financial Times" schon Ende 2014 die Weltspitze übernehmen könnte. Dabei ging die Zeitung von IWF-Berechnungen aus, wonach Chinas Wirtschaft zwischen 2011 und 2014 um 24 Prozent gewachsen ist. Die USA konnten in diesem Zeitraum nur ein Wachstum von 7,6 Prozent vorweisen. Demnach sei es wahrscheinlich, dass China die USA noch dieses Jahr überholt, hieß es.

Bislang hatte beispielsweise der Internationale Währungsfonds (IWF) erst 2019 mit einem Wechsel an der Spitze der führenden Volkswirtschaften gerechnet. "Die USA sind weiterhin die weltgrößte Volkswirtschaft, doch China folgt dicht dahinter, wenn man die Kaufkraft berücksichtigt", heißt es in dem Weltbank-Bericht. Ein Wechsel an der Spitze bedeutet eine historische Zäsur. Die USA haben seit 1872 das Ranking angeführt.

Deutschland behauptet seinen Platz

Indien wird laut den neuen Daten die drittgrößte Wirtschaftsmacht. Darauf folgt Japan, gefolgt von Deutschland, Russland und Brasilien. Die Plätze acht bis 12 belegen demnach Frankreich, Großbritannien, Indonesien, Italien und Mexiko.

Trotz der Verschiebungen zugunsten der Schwellenländer erwirtschaften die reichen Länder laut der Studie etwa die Hälfte des weltweiten Bruttoinlandsprodukts. Zugleich leben in diesen Ländern aber nur 17 Prozent der weltweiten Bevölkerung.

Die Studie listet auch die Länder auf, in denen das Leben am kostspieligsten ist. Hier liegt die Schweiz auf Platz eins, gefolgt von Norwegen, den Bermudas und Australien. Die geringsten Lebenshaltungskosten haben demnach Ägypten, Pakistan, Burma und Äthiopien.

mmq/dpa

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 30 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Oh weh, oh weh
Progressor 30.04.2014
Deutscher Michel, aufgepasst. Die Chinesen werden der Welt die Butter vom Brot nehmen. Nun heisst es den Gürtel enger schnallen, deutsche Arbeitnehmer müssen endlich lernen, länger und härter für weniger Geld zu arbeiten (wie immer eben). ;-)
2.
roflxd 30.04.2014
Das war längst überfällig. China ist schon bald Weltmacht Nummer 1 (mit großem Vorsprung).
3. Bald ist China gar nix mehr!
prince62 30.04.2014
Zitat von roflxdDas war längst überfällig. China ist schon bald Weltmacht Nummer 1 (mit großem Vorsprung).
... und bald auch absolut unbewohnbar, die Reichen und Superreichen habe ja ihre zusammen geraubten Vermögen schon alle ins Ausland geschafft, der Exportweltmeisterwahn hat eben seinen Preis, von daher gesehen wird China in absehbarer Zeit gar nichts mehr sein, nur noch verseuchte und vergiftete Erde.
4. Das ist doch Unsinn
phoinix 30.04.2014
"Die Forscher legen nicht das absolute Bruttoinlandsprodukt (BIP) zugrunde, sondern die als aussagekräftiger geltende Wirtschaftsleistung unter Berücksichtigung der Kaufkraft." Nur ist das BIP unter Berücksichtigung der Kaufkraft (im Englischen GDP PPP) eben nicht aussagekräftig, wenn es sozusagen um die Größe des Fußabdrucks einer Volkswirtschaft in der Welt geht. Es eignet sich mehr für die Bestimmung des gefühlten Wohlstandes eines Einzelbürgers (also GDP PPP per inhabitant), für den Vergleich von Ländern untereinander ist das klassische BIP (nominal GDP im Englischen) das Entscheidende. Und da werden bis auf weiteres die USA die Nr.1 bleiben. Im Jahr 2030 mag auch das anders aussehen, China mag dann tatsächlich die Führung übernehmen, aber noch sind wir nicht soweit.
5. Wahnsinn
nomadas 30.04.2014
Mon dieu, was für ein Irrsinn! Heute schon sind 60% des Grundwassers in China ungenießbar. 2040 soll das Land unbewohnbar sein, sagt James Lovelock. Wer ist der Erste, beim Rennen in den Untergang?
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Fläche: 9.572.900 km²

Bevölkerung: 1367,820 Mio.

Hauptstadt: Peking

Staatsoberhaupt: Xi Jinping

Regierungschef: Li Keqiang

Mehr auf der Themenseite | Wikipedia| China-Reiseseite



Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: