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Schwacher Export: Chinas Wirtschaft wächst so langsam wie seit 1990 nicht mehr

Die globale Konjunkturflaute erfasst China. Die Wirtschaft der Volksrepublik ist im vergangenen Jahr weniger stark gewachsen als erwartet. Das wird sich auch auf Deutschland auswirken.

Finanzdistrikt in Shanghai: Chinas Wirtschaft wächst langsamer Zur Großansicht
REUTERS

Finanzdistrikt in Shanghai: Chinas Wirtschaft wächst langsamer

Peking - Die chinesische Regierung hat ihr Wachstumsziel für das Jahr 2014 verfehlt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte laut chinesischem Statistikamt um 7,4 Prozent zu - angepeilt war ein Plus von 7,5 Prozent. In den vergangenen Jahren hatte die Regierung immer sehr vorsichtige Vorgaben gemacht, die am Ende meist deutlich übertroffen worden waren.

China verbuchte zudem das langsamste Wachstum seit 1990, dem Jahr nach der blutigen Niederschlagung der chinesischen Demokratiebewegung, als internationale Wirtschaftssanktionen gegen die Volksrepublik verhängt worden waren.

Und es könnte mit Chinas Wachstum weiter bergab gehen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostiziert für 2015 nur noch ein Konjunkturplus von 6,8 Prozent. Das wären 0,3 Prozentpunkte weniger als bisher vorhergesagt.

Chinas Börsen erlitten in der Folge den schlimmsten Tagesverlust seit sechs Jahren: Der Composite Index in Shanghai fiel am Montag um 7,7 Prozent- der stärkste Rückgang an einem Tag seit Juni 2008.

Die schwächere Konjunktur wird sich nach Angaben des Präsidenten der Europäischen Handelskammer in China, Jörg Wuttke, auch auf die deutsche und europäische Wirtschaft auswirken. Die Erwartungen an Chinas Wachstum müssten in den nächsten zwei, drei Jahren zurückgeschraubt werden. Die Exporte aus Europa nach China könnten dadurch unter den Erwartungen bleiben.

Der IWF korrigierte wegen des langsameren Wachstums in China, Russland, Japan und der Eurozone bereits seinen Konjunkturausblick für die Weltwirtschaft nach unten. Statt 3,8 Prozent nimmt der IWF im laufenden Jahr jetzt nur noch 3,5 Prozent globales Wachstum an. Für 2016 erwartet der IWF nur noch statt 4,0 nur noch 3,7 Prozent Wachstum.

Für Deutschland sagt der IWF nur 1,3 Wachstum in diesem Jahr und 1,5 Prozent im nächsten Jahr voraus. Das sind 0,2 beziehungsweise 0,3 Punkte weniger als bei der letzten Prognose im Oktober.

Den chinesischen Exporteuren macht die globale Konjunkturflaute zu schaffen. Zudem leidet die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt unter einer schwächelnden Nachfrage in China selbst und einem abkühlenden Immobilienmarkt.

Chinas Statistikchef Ma Jiantang versuchte indes die Konjunkturzahlen positiv zu deuten. Die Wirtschaft entwickele sich in der "neuen Normalität" beständig, sagte er.

Experten rechnen indes damit, dass die kommunistische Führung zu weiteren Konjunkturhilfen greifen wird, damit das Wachstum nicht zu schnell zu stark abflaut.

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ssu/vet/dpa/Reuters; Highcharts: ssu

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insgesamt 54 Beiträge
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1. 2. grösste Weltwirtschaft wächst mit 7.4%...
weissfastnix 20.01.2015
... wie enttäuschend! Lieber Spiegel, denkt darüber nochmals nach... Bei uns wird jedes Zehntel an Wachstum gefeiert, das ist die wahre Enttäuschung!
2. Armut und wenig Wachstum der Ärmsten in China
rkinfo 20.01.2015
Wie auch in Afrika fehlt der Grundsatz 'Wohlstand für Alle' auch in China. Jammern weil die Reichen die Grenzen des Wachstums erreichen ist Konfuzius - echt.
3.
Timo Schöber 20.01.2015
Besser wäre die Schlagzeile "Chinas Wirtschaft normalisiert sich" gewesen. Ein Superwachstum auf Kosten anderer Faktoren kann es nicht ewig geben.
4. Ständiges Wachstum
BeatDaddy 20.01.2015
ist weder gut, noch möglich! Also bitte hört endlich auf, über ein wirtschaftliches Nichtwachstum zu berichten, als wäre es der Tag des jüngsten Gerichts...Das betrifft auch Preissteigerungsraten; wenn mal die jährliche Preisanhebungsarie quer durch alle Sparten ausfällt, wird dem Verbraucher jedes Mal das Horrorszenario einer Hyper-Deflation gemalt, obwohl bei den ständigen Preiserhöhungen eine mögliche Hyper-Inflation niemals ein Thema ist. Und genau das ist einer der Hauptgründe, warum das Unwort des Jahres vielleicht gar keines ist...Halbwahrheiten werden aufgebauscht, Kommentare und Meinungen mit Nachrichten verwechselt und die Unwissenheit einiger Redakteure mit Mutmaßungen und Wunschszenarien überspielt!
5. Exponentielles Wachstum für Anfänger
F.Siegert 20.01.2015
Aha, geringe 7.4%! China wächst nur noch mit 7.4%, das heisst das sich das gesamte Wirtschaftvolumen in 9.5 Jahren verdoppeln wird!
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