Neuer Fünfjahresplan China senkt Wachstumsziel - und macht mehr Schulden

Die chinesische Führung reagiert auf die Krise und senkt ihre ehrgeizigen Wachstumsziele. Laut neuem Fünfjahresplan soll die Wirtschaft nur noch um 6,5 Prozent pro Jahr zulegen. Das Haushaltsdefizit soll steigen.

Soldaten bewachen den Volkskongress
AFP

Soldaten bewachen den Volkskongress


Schwächelnde Exporte, eine schrumpfende Industrie und hochverschuldete "Zombie-Fabriken": Chinas Führung stellt sich der wirtschaftlichen Krise und passt ihre Ziele an - zumindest ein bisschen.

Laut dem neuen Fünfjahresplan, den die chinesische Regierung am Samstag zur Eröffnung der zwölftägigen Jahrestagung des Volkskongresses in Peking vorlegte, soll die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt bis 2020 jährlich um mindestens 6,5 Prozent pro Jahr wachsen. Für 2016 gab Ministerpräsident Li Keqiang ein Wachstumsziel von nur noch 6,5 bis 7 Prozent vor.

Das sind immer noch ehrgeizige Ziele, die für die meisten anderen Staaten der Welt schwer zu erreichen sind. Für China bedeuten sie dennoch eine deutliche Verlangsamung des Wachstumstempos. Im vergangenen Jahr hatte das Bruttoinlandsprodukt des Landes um 6,9 Prozent zugelegt - es war der niedrigste Wert seit einem Vierteljahrhundert.

China stehe vor "mehr und schwierigeren Problemen", sagte Premier Li denn auch am Samstag vor den knapp 3000 Delegierten. "Wir müssen umfassend darauf vorbereitet sein, eine schwierige Schlacht zu schlagen."

Die Militärausgaben wachsen langsamer

Chinas Wirtschaft leidet unter mehreren Problemen: Die schwache Weltkonjunktur lässt die Nachfrage nach chinesischen Gütern schrumpfen. Besonders in der Stahl- und Kohleindustrie gibt es deshalb gewaltige Überkapazitäten. Zudem sind viele chinesische Firmen hochverschuldet, weil sie künstlich mit Krediten am Leben erhalten werden. Zuletzt berichtete die Nachrichtenagentur Reuters, dass fünf bis sechs Millionen Arbeiter in solchen "Zombie-Fabriken" in den kommenden drei Jahren entlassen werden sollen.

Premier Li kündigte am Samstag an, den Kampf gegen Überkapazitäten auszuweiten, die Staatsbetriebe zu reformieren und dem Markt eine "entscheidende Rolle" einzuräumen. Um Investitionen auch privater Unternehmen anzulocken, sollen die Beschränkungen für den Markteinstieg in Sektoren wie Elektrizität, Telekommunikation, Transport, Öl, Gas und städtische Versorgungsunternehmen "bedeutend gelockert" werden, sagte Li.

Das Problem der "Zombie-Fabriken" solle "proaktiv, aber klug" durch Zusammenschlüsse, Umorganisationen, Schuldenverlagerungen, Auflösungen und Bankrotte gelöst werden. Die Regierung werde umgerechnet 14 Milliarden Euro an Unterstützung dafür bereitstellen.

Die schlechtere Finanzlage wirkt sich auch auf den Haushalt aus. Die Militärausgaben wachsen mit 7,6 Prozent so langsam wie seit sechs Jahren nicht mehr. Wegen des laufenden Umbaus der Volksbefreiungsarmee und der Spannungen im Süd- und Ostchinesischen Meer steigen die Verteidigungsausgaben allerdings weiter schneller als die Gesamtausgaben. Noch schneller wachsen allerdings die Ausgaben für Wissenschaft und Technologie - sie sollen um 9,1 Prozent zulegen.

Das Haushaltsdefizit soll um 560 Milliarden Yuan auf 2,18 Billionen Yuan (umgerechnet 304 Milliarden Euro) ansteigen und drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes ausmachen. Im Vorjahr lag das Defizit noch bei 2,3 Prozent. Dennoch bleibe es niedriger als in anderen großen Wirtschaftsnationen, hob Li hervor.

stk/dpa-AFX/AFP



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insgesamt 33 Beiträge
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Tauem 05.03.2016
1. nur noch um 6,5 Prozent pro Jahr
Wie verzerrt Ihr eigentlich die Realität? Das sind Wirtschaftswunderzahlen wie in Deutschland in den 60-er Jahren. Heute schafft die Ökonomie in Deutschland -wenn´s gut läuft- 1 - 2 % an Wachstum. Das ist unterhalb des Wertes des normalen Wachstums, das seit 4 Milliarden Jahren in der Natur der Erde gilt. Da weiss doch sofort jeder Mensch mit Verstand, dass es in D e u t s c h l a n d nicht gut läuft, aber in China hervorragend. Und dass die Informationen aus China "gedreht" werden müssen, um die Unfähigkeit der deutschen "Elite" nun seit über 40 Jahren zu verdecken. Nach realen Zahlen der Weltbank (Währungseinflüsse herausgerechnet) hat China die USA bereits 2014 als stärkste Wirtschaftsmacht überholt. 2020 -und so lange gilt der jetzige Wirtschaftsplan- dürfte China die USA in der Wirtschaftsleistung um 20 - 30 % übertreffen. Denn China macht nicht die Fehler, die in Deutschland gemacht wurden und das Wirtschaftswunder beendeten: 1. das Lohndumping durch Einwanderung (wenn die Konsumkraft einschläft, ist das Wachstum am Ende); 2. ein leistungsverhinderndes Sozialsystem; 3. eine wuchernde Bürokratie mit wachstumshemmenden Gesetze; 4. noch einen Staatsapparat drauf (EU) als Überbürokratie. Die chinesischen Volkswirte befolgen die Ideen von Ludwig Erhard. Und haben Erfolg im Gegensatz zu Deutschland, das immer mehr den Anschluss verliert.
tommit 05.03.2016
2. Na dann ist das Börsenmoment ja wieder
man misst sich eben an den eigenen Prophezeiungen und freut sich wie ein baby wenn man sie übertrifft... was die Vermutung nahelegt dass man beim nächsten Schätzen... usw usw Opportunismus ist eine vershcörungstheorie, den gab es nie oder es war ein EInzelfall.... es schadet aber nie wenn man alle Seiten bestimmen kann.
muellerthomas 05.03.2016
3.
Zitat von TauemWie verzerrt Ihr eigentlich die Realität? Das sind Wirtschaftswunderzahlen wie in Deutschland in den 60-er Jahren. Heute schafft die Ökonomie in Deutschland -wenn´s gut läuft- 1 - 2 % an Wachstum. Das ist unterhalb des Wertes des normalen Wachstums, das seit 4 Milliarden Jahren in der Natur der Erde gilt. Da weiss doch sofort jeder Mensch mit Verstand, dass es in D e u t s c h l a n d nicht gut läuft, aber in China hervorragend. Und dass die Informationen aus China "gedreht" werden müssen, um die Unfähigkeit der deutschen "Elite" nun seit über 40 Jahren zu verdecken. Nach realen Zahlen der Weltbank (Währungseinflüsse herausgerechnet) hat China die USA bereits 2014 als stärkste Wirtschaftsmacht überholt. 2020 -und so lange gilt der jetzige Wirtschaftsplan- dürfte China die USA in der Wirtschaftsleistung um 20 - 30 % übertreffen. Denn China macht nicht die Fehler, die in Deutschland gemacht wurden und das Wirtschaftswunder beendeten: 1. das Lohndumping durch Einwanderung (wenn die Konsumkraft einschläft, ist das Wachstum am Ende); 2. ein leistungsverhinderndes Sozialsystem; 3. eine wuchernde Bürokratie mit wachstumshemmenden Gesetze; 4. noch einen Staatsapparat drauf (EU) als Überbürokratie. Die chinesischen Volkswirte befolgen die Ideen von Ludwig Erhard. Und haben Erfolg im Gegensatz zu Deutschland, das immer mehr den Anschluss verliert.
Nein, das ist nicht Währungs- sondern Kaufkraftbereinigt. Auf der Basis kann man aber sinnvollerweise nur das BIP pro Kopf vergleichen, wo China nach wie vor recht weit hinten liegt. Beim Vergleich der Wirtschaftskraft muss man das nominale BIP vergleichen und da liegen die USA noch bis auf weiteres, also für vermutlich 15-20 Jahre vorne.
MiniDragon 05.03.2016
4. Kein Wunder
Zitat von TauemWie verzerrt Ihr eigentlich die Realität? Das sind Wirtschaftswunderzahlen wie in Deutschland in den 60-er Jahren. Heute schafft die Ökonomie in Deutschland -wenn´s gut läuft- 1 - 2 % an Wachstum. Das ist unterhalb des Wertes des normalen Wachstums, das seit 4 Milliarden Jahren in der Natur der Erde gilt. Da weiss doch sofort jeder Mensch mit Verstand, dass es in D e u t s c h l a n d nicht gut läuft, aber in China hervorragend. Und dass die Informationen aus China "gedreht" werden müssen, um die Unfähigkeit der deutschen "Elite" nun seit über 40 Jahren zu verdecken. Nach realen Zahlen der Weltbank (Währungseinflüsse herausgerechnet) hat China die USA bereits 2014 als stärkste Wirtschaftsmacht überholt. 2020 -und so lange gilt der jetzige Wirtschaftsplan- dürfte China die USA in der Wirtschaftsleistung um 20 - 30 % übertreffen. Denn China macht nicht die Fehler, die in Deutschland gemacht wurden und das Wirtschaftswunder beendeten: 1. das Lohndumping durch Einwanderung (wenn die Konsumkraft einschläft, ist das Wachstum am Ende); 2. ein leistungsverhinderndes Sozialsystem; 3. eine wuchernde Bürokratie mit wachstumshemmenden Gesetze; 4. noch einen Staatsapparat drauf (EU) als Überbürokratie. Die chinesischen Volkswirte befolgen die Ideen von Ludwig Erhard. Und haben Erfolg im Gegensatz zu Deutschland, das immer mehr den Anschluss verliert.
denn die vielen jungen Chinesen , die in Deutschland u.a. auch Volkswirtschaft studierten, konnten aus unseren Fehlern lernen.
joomee 05.03.2016
5. Komischer Vergleich
Zitat von TauemWie verzerrt Ihr eigentlich die Realität? Das sind Wirtschaftswunderzahlen wie in Deutschland in den 60-er Jahren. Heute schafft die Ökonomie in Deutschland -wenn´s gut läuft- 1 - 2 % an Wachstum. Das ist unterhalb des Wertes des normalen Wachstums, das seit 4 Milliarden Jahren in der Natur der Erde gilt. Da weiss doch sofort jeder Mensch mit Verstand, dass es in D e u t s c h l a n d nicht gut läuft, aber in China hervorragend. Und dass die Informationen aus China "gedreht" werden müssen, um die Unfähigkeit der deutschen "Elite" nun seit über 40 Jahren zu verdecken. Nach realen Zahlen der Weltbank (Währungseinflüsse herausgerechnet) hat China die USA bereits 2014 als stärkste Wirtschaftsmacht überholt. 2020 -und so lange gilt der jetzige Wirtschaftsplan- dürfte China die USA in der Wirtschaftsleistung um 20 - 30 % übertreffen. Denn China macht nicht die Fehler, die in Deutschland gemacht wurden und das Wirtschaftswunder beendeten: 1. das Lohndumping durch Einwanderung (wenn die Konsumkraft einschläft, ist das Wachstum am Ende); 2. ein leistungsverhinderndes Sozialsystem; 3. eine wuchernde Bürokratie mit wachstumshemmenden Gesetze; 4. noch einen Staatsapparat drauf (EU) als Überbürokratie. Die chinesischen Volkswirte befolgen die Ideen von Ludwig Erhard. Und haben Erfolg im Gegensatz zu Deutschland, das immer mehr den Anschluss verliert.
Als erstes verstehe ich nicht den Vorwurf "wie verzehrt Ihr eigentlich die Realität". Wer ist den "Ihr"? Und zum zweiten finde ich Ihre Aufzählung was China angeblich denn besser macht als Deutschland fast schon lustig. Aber ich verstehe es einfach so, dass Sie Deutschland schlecht reden möchten. Beide Länder und die Entwicklungen sowie die Ausgangslagen kann man schwer vergleichen. Und dass China gut Chancen hat die größte Volkswirtschaft der Welt zu werden, ist ja keine große Erkenntnis. Die Gründe dafür sind aber andere als Sie genannt haben.
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