Schwache Quartalszahlen: China verfehlt Wachstumsziel

Dämpfer für das chinesische Turbowachstum: Die Wirtschaftsleistung legte zum Jahresbeginn weniger zu als offiziell vorhergesagt. Das lag auch an einer Abkühlung des Immobilienbooms.

Wirtschaftsmetropole Shanghai: China spürt die geringere Nachfrage Zur Großansicht
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Wirtschaftsmetropole Shanghai: China spürt die geringere Nachfrage

Hamburg/Peking - Aus westlicher Sicht sind es immer noch sensationelle Wachstumszahlen, welche China regelmäßig vorlegt. Doch hinter ihren eigenen Erwartungen ist die chinesische Regierung im ersten Quartal 2012 zurückgeblieben. Das Wirtschaftswachstum betrage im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 8,1 Prozent, teilte das Statistikamt in Peking am Freitag mit. Das war der geringste Anstieg seit fast drei Jahren.

Chinas oberste Wirtschaftslenker hatten vor zwei Wochen noch mit 8,4 Prozent Wachstum gerechnet. Volkswirte sagten im Schnitt immerhin 8,3 Prozent voraus. Im Vorquartal hatte das Wachstum noch 8,9 Prozent betragen.

Das Statistikamt sprach von einem "gemäßigten schnellen Wachstum". Chinas hohe Wachstumsraten sind bereits seit 2010 rückläufig. Das liegt vor allem an der weltweit gesunkenen Nachfrage, einem langsamerem Wachstum des Konsums und der Investitionen. Zudem hat die Regierung die Kreditvergabe eingeschränkt, um ein Überhitzen der Wirtschaft zu vermeiden.

Die Weltbank hatte erst am Donnerstag ihre Prognose für China revidiert. Sie rechnet in China in diesem Jahr nur noch mit 8,2 Prozent Wachstum, erwartet aber 2013 wieder 8,6 Prozent. Auch Analysten gehen von einer "sanften Landung" aus. "Das Wachstum in diesem Quartal war recht schwach", sagte Xianfang Ren von IHS Global Insight. "Ab dem nächsten Quartal sollte das Wachstum wieder anziehen."

Nach Angaben des Statistikamts kühlte sich auch der Immobilienmarkt ab, auf dem Experten die Bildung von Investitionsblasen befürchten. Die Transaktionen bei Wohnungen und Wohnhäusern fielen um 14 Prozent. Die Investitionen im Immobiliensektor stiegen im ersten Quartal nur noch um 23,5 Prozent oder 4,4 Prozentpunkte weniger als im ganzen vergangenen Jahr. Die städtischen Anlageinvestitionen insgesamt legten um 20,9 Prozent zu - 2,9 Prozentpunkte weniger als im Gesamtjahr 2011.

dpa-AFX/Reuters/AP

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insgesamt 28 Beiträge
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1. Titel
Ghanima22 13.04.2012
Der alljährliche Frühjahrsoptimismus was die Weltwirtschaft anbelangt nähert sich seinem Ende. Für den Rest des Jahres dürfen wir uns wieder mit den uns bereits vertrauten Krisen befassen.
2. .
reply 13.04.2012
Zitat von sysopDämpfer für das chinesische Turbowachstum: Die Wirtschaftsleistung legte zum Jahresbeginn weniger zu als offiziell vorhergesagt. Das lag auch einer Abkühlung des Immobilienbooms. Schwache Quartalszahlen: China verfehlt Wachstumsziel - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,827276,00.html)
Wachtumsziel verfehlt? Wohl kaum. Das offizielle Ziel fuer 2012 liegt bei GDP plus 7,5%. Es sieht eher aus, dass China auch in diesem Jahr um die 8,5% Wachtum erreichen wird.
3.
pwbaumann 13.04.2012
Zitat von sysop... Das lag auch einer Abkühlung des Immobilienbooms.
nun heißt es plötzlich "boom"? bisher nannte es spon immer "blase". bisher wurde mit dieser "blase" eines der horrorszenarien an die wand gemalt. mangels wissen um die funktionsweise des chin. immobilienmarktes, aber immer mit bezug auf "experten". aus den texten ging aber immer hervor, dass keiner dieser experten oder schreiber je eine immobilie in china erworben habe. keiner hat die funktionsweise verstanden. nun will man dem leser die wirtschaft erklären?
4. Was kommt jetzt
didigermany 13.04.2012
Zitat von sysopDämpfer für das chinesische Turbowachstum: Die Wirtschaftsleistung legte zum Jahresbeginn weniger zu als offiziell vorhergesagt. Das lag auch einer Abkühlung des Immobilienbooms. Schwache Quartalszahlen: China verfehlt Wachstumsziel - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,827276,00.html)
Die Herren Diez und Muenchau werden bei ihrem naechsten Erguessen diese Zahlen in Ihre Horrorszenarien einbauen. Wetten!
5.
Rodelkönig 13.04.2012
Zitat von pwbaumannnun heißt es plötzlich "boom"? bisher nannte es spon immer "blase". bisher wurde mit dieser "blase" eines der horrorszenarien an die wand gemalt.
In unserem derzeitigen Wirtschaftssystem ist ein Boom immer gleichzeitig auch eine Blase, da die meisten Booms fast ausschließlich über Schulden finanziert werden und irgendwann wird dann aus einem Boom immer ein Bumm, wenn die Blase platzt. Die Stärke der Explosion hängt nur davon ab, wie lang die Blase Zeit hat zu wachsen und demzufolge wie groß sie wird. Je nachdem kann man die Auswirkungen manchmal verschmerzen und manchmal bricht dabei fast das gesamte Weltfinanzsystem zusammen wie 2007/2008.
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