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16+1-Gipfel in Belgrad: China will Märkte in Osteuropa erobern

Li Keqiang in Belgrad: Investitionsfonds in Höhe von drei Milliarden Dollar Zur Großansicht
DPA

Li Keqiang in Belgrad: Investitionsfonds in Höhe von drei Milliarden Dollar

Der chinesische Premier Li will Milliarden in Osteuropa investieren. Gute Chancen sieht er für den Neubau einer 350 Kilometer langen Eisenbahnverbindung zwischen Belgrad und Budapest.

Peking/Belgrad - Chinas Regierungschef Li Keqiang ist mit viel Geld nach Serbien gekommen. Die Volksrepublik will sich in Ost- und Südosteuropa noch stärker wirtschaftlich engagieren. Das sagte der chinesische Premier bei einem Gipfeltreffen in Belgrad vor seinen Amtskollegen aus 16 Ländern der Region.

China werde "einen neuen Investitionsfonds mit einem Gesamtwert von drei Milliarden Dollar" auflegen, kündigte Li laut Nachrichtenagentur Reuters an. Pekings Investitionen zielten vor allem auf die Infrastruktur für Bahn, Auto und Schiffe. Der Politiker verwies auf die hohen Devisenbestände seines Landes, die es zu einem ernsthaften und dauerhaften Wirtschaftspartner machten. Li Keqiang lobte den rasanten Aufschwung des Handels mit den 16 Ländern, der im laufenden Jahr insgesamt 60 Milliarden Dollar übersteigen werde.

China hat Ost- und Südosteuropa schon länger als potenziell lukrative Märkte für sich entdeckt. Angezogen wird die Volksrepublik insbesondere von den relativ geringen Löhnen und Gehältern sowie den gut ausgebildeten Arbeitnehmern.

Rund 80 Prozent der im vergangenen Jahr auf dem sogenannten 16+1-Gipfel in Bukarest verabredeten Projekte seien umgesetzt worden, sagte Li nun in Belgrad. Nachholbedarf gebe es aber in der Zusammenarbeit im Finanzsektor, weil es in der Vergangenheit hier Probleme gegeben habe.

Bahnstrecke von Belgrad nach Budapest

Der zweitägige Wirtschaftsgipfel, an dem mehr als 200 chinesische Unternehmen teilnehmen, war mit zahlreichen bilateralen Treffen der Regierungschefs eingeleitet worden. Alle Staaten haben dabei der chinesischen Seite Investitionsvorhaben präsentiert.

Besonders gute Chancen hat nach Darstellung von Li Keqiang der Neubau einer 350 Kilometer langen Eisenbahnverbindung zwischen Belgrad und der ungarischen Hauptstadt Budapest. Er will in Belgrad mit Ungarn und Serbien einen entsprechenden Vorvertrag unterzeichnen.

Zuletzt haben Spanien und China eine direkte Eisenbahnverbindung zwischen beiden Ländern hergestellt. Ein mit Containern beladener Güterzug schaffte die rund 13.000 Kilometer lange Strecke von Yiwu an der chinesischen Ostküste bis nach Madrid in 21 Tagen - in der vergangenen Woche erreichte er schließlich die spanische Hauptstadt.

bos/dpa/Reuters

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1. .
dersim-62- 16.12.2014
Bemerkenswert das China ausgerechnet mit Serbien und Ungarn wirtschaftlich enger zusammen arbeiten will, die noch vorkurzem politische sich nach Russland wenden wollten... ob da vielleicht auch nicht politische Interessen dahinter stecken??
2. china und die 16 zwerge
muttisbester 16.12.2014
niedlich, da kommt China nach Belgrad, und Belgrad redet von einer "strategischen Partnerschaft". Leigt wohl am Balkankrieg, als die Chinesen aus ihrer Botschaft militärische Infos an die Serben reichten, und sich zum Dank eine amerikanische Rakete einfingen. Ansonsten brauchen die Chinesen die 16 osteuropäischen zwergstaaten für genau 2 dinge: als Transitroute für ihre Exporte von Piräus nach Nordeuropa und dann noch als Miniabsatzmarkt, weils auf dem Weg liegt. Alles andere machen die Chinesen selbst besser und billiger. oder die chinesen kaufen teure hightech sachen für teures geld. Die Landschaft ist auch schön, klar. Aber Paris, Venedig oder Rom zieht eben immer noch mehr in China als Athen, Belgrad und Bukarest.
3. Chinesischer Imperialismus bei der Arbeit
zauselfritz 16.12.2014
Nachdem in Afrika Land zwecks Nahrungsmittelanbau für China im grossen Stil aufgekauft wurde, versucht man in Osteuropa vermutlich dasselbe, auch wenn es derzeit noch nicht so aussieht. Erstmal wird mit Investitionen gut Wetter gemacht. Die erbaute Infrastruktur kann man dann auch prima zur Bewirtschaftung und Abtransport von Gütern gen VRC nutzen. China hat halt viele Mäuler zu stopfen und immer weniger fruchtbares Land durch Versandung, Klimawandel und Umweltzerstörung. Da muss man sich zeitig andere Ländereien sichern...
4. Wow
kategorien 16.12.2014
Erst vor wenigen Tagen unterzeichnete China ein Freihandelsabkommen mit Australien. China wurde vor kurzem der größte Handelspartner Afrikas. Jetzt also Osteuropa. Touche. Kein Mensch interessiert sich ernsthaft für Russland -- und China offenbar sowieso nicht (aus historischen, politischen wie wirtschaftlichen Gründen, wie man gut sehen kann). Schade für Russland. Ich kann nur hoffen, dass es seinen Platz in der Post-Putin-Ära endlich findet.
5. Frisches Geld; warum nicht?
Leser1000 16.12.2014
Alles in allem m.E. durchaus positiv; insbesondere was den Balkan anbelangt. Die EU dürfte wohl überfordert sein, wollte sie diese eher arme Region allein aufbauen. Im Übrigen investiert China ja auch in D, F u.s.w. Auch das ist halt Globalisierung.
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