Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Milliarden-Ankündigung: Chinas Zentralbank will die Blase weiter aufpumpen

Chinesischer Anleger vor Börsentafel: Zentralbank stellt sich gegen Abwertung Zur Großansicht
DPA

Chinesischer Anleger vor Börsentafel: Zentralbank stellt sich gegen Abwertung

Die Finanzmärkte können mit neuen Milliarden der chinesischen Zentralbank rechnen. China stemmt sich gegen eine Abwertung des Yuan. Eine nötige Korrektur wird wohl weiter verschoben.

China ist offenbar bereit, seine unter Druck stehenden Finanzmärkte mit weiteren Geldspritzen zu unterstützen. Das deutete der Chef der chinesischen Zentralbank, Zhou Xiaochuan, bei einer Konferenz am Rande des G20-Treffens in Shanghai an.

"China hat in der Geldpolitik weiterhin einigen Spielraum und Werkzeuge, um sich einem möglichen Abwärtstrend entgegenzustellen", sagte Zhou Xiaochuan. Die Geldpolitik sei eher auf Unterstützung der Konjunktur ausgerichtet.

Die Finanzmärkte reagierten umgehend auf Zhous Bemerkungen. Der Shanghai Composite Index, einer von Chinas wichtigsten Aktienindizes, legte am Freitag mehr als ein Prozent zu, nachdem er am Vortag deutlich verloren hatte. Auch andere asiatische Aktienmärkte drehten ins Plus.

Die Zentralbank versucht seit Monaten erfolglos, die Finanzmärkte und die Währung des Landes mit Eingriffen zu stützen. Allein im Januar investierte sie mehr als 100 Milliarden Dollar aus ihren Devisenreserven, um den Wert des Yuan zu stützen. Zhou sprach sich erneut gegen eine Abwertung des Yuan aus.

Milliarden pumpen Blasen weiter auf

Angus Nicholson, Währungsexperte des Onlinetraders IG, nannte Zhous Bemerkungen deshalb widersprüchlich. Er verspreche gleichzeitig eine Geldpolitik, die den Yuan schwächt, lehnt einen Wertverlust jedoch ab.

Mit den Milliarden, die Zhou in die Märkte pumpen will, dürfte er allenfalls existierende Blasen weiter aufpumpen. Am Grundproblem Chinas ändern die Eingriffe wenig: Das Land versucht seit einigen Jahren, sein auf Export ausgerichtetes Wirtschaftsmodell umzustellen auf eines, das stärker vom Konsum seiner Bürger lebt.

Weil das rasante Wachstum der Vorjahre mit kreditfinanzierten Investitionen erkauft war, leiden nun viele staatlich unterstützte Firmen und Banken, die ihnen Geld geliehen haben. Im vergangenen Jahr verlangsamte sich das Wirtschaftswachstum auf 6,9 Prozent - der niedrigste Wert seit 1990.

Man werde den Reformkurs weiter halten, sagte Zhou, das Tempo könne aber verändert werden. Die chinesische Regierung müsse eine Balance zwischen Wachstum, Restrukturierung der Wirtschaft und dem Management ökonomischer Risiken finden.

ade

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 25 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1.
Max Super-Powers 26.02.2016
Je höher der Flug, desto tiefer der anschließende Fall. Was China hier macht, ist mehr als unverantwortlich, wird aber mittel- bis langfristig dazu führen, dass sich die üblichen BRICS-Fanboys ein neues Idol suchen müssen. Wurde nicht gestern erst Brasilien von einer weiteren Ratingagentur auf Ramschniveau heruntergestuft?
2. Die börsennotierten Firmen,
w.moritz 26.02.2016
sind doch längstens überbewertet. Mit Billionen/€ werden auch von der EZB in diesen Markt gepumpt um die Reichen vor Vermögensverlust zu schützen. Nicht nur die Chinesen, auch Europa dreht so heftig an der Schraube. Und was nützt es. Ich sage nix, denn dieser Gorßkotzmarkt wird zusammenbrechen und dann werden wieder auf Steuerzahlerkosten die Banken und deren Handlanger gerettet, weil Alternativlos und/oder Systemrelevant. Und das verfügbare Geld (€) verliert weiter an Kaufkraft. Aber das kennen wir ja schon vom letzten Mal. Mein Trost als Arbeiter ist und bleibt, wenn mein Geld nix mehr wert ist, dann ist das Geld von den Reichen und den Großverdienern auch nix mehr wert. Als dann weiter mit dem Börsenroulette. W.Moritz, Worms
3. Überall Schulden
Darwins Affe 26.02.2016
Christian DeHaemer schrieb gestern: “In 2014, China had an official total debt-to-GDP of 282%. … China has a choice between lowering the yuan in an effort to boost exports and lowering internal debt obligations and spiking food prices, which would cause more unrest. … The Communist Party’s primary basis of legitimacy has been that continual delivery of prosperity. People have traded freedom for prosperity. Without prosperity, the only remaining basis of legitimacy is nationalism.”
4.
unregistrierterbenutzer 26.02.2016
Sie meinen eine der US-Ratingagenturen? Selbstverständlich haben die so etwas gemacht, haben sie schon immer (wenn es ihnen, bei wem auch immer, opportun erschien) und werden es auch weiterhintun. Aber geschenkt. Allerdings möchte ich darauf hinweisen, dass dieses ach so unverantwortliche und riskante Manöver bei "uns" gängige Praxis ist, jeden Monaten pumpt allein die EZB 60 Milliarden Euro in den Markt. Jeden Monat. Der Markt braucht das, sagt man. Also systemrelevant und damit alternativlos. Jetzt erklären sie mir doch bitte den Unterschied zwischen den (verzweifelten) Rettungsmassnahmen Chinas und den (nicht minder verzweifelten) Massnahmen bei uns...
5. Absturz, aber wohin
maxwax 26.02.2016
Sicherlich ist der Hinweis auf die BRICS Staaten zutreffend. Erstaunlich finde ich jedoch dass gewisse Fonds in Verbindung mit Zentralbanken und einer Hand voll Politiker, absichtlich das Weltsystem an die Wand fahren wollen. Was ist der Sinn ?
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: