Machtkampf in Asien China zieht umstrittene Ölplattform vor Vietnam ab

Nach monatelangem Streit zeichnet sich im südchinesischen Meer eine Entspannung ab. China zieht seine Ölbohrinsel vor der Küste Vietnams ab. Offiziell begründet wird das mit dem Wetter.

Chinesische Bohrinsel vor Vietnam: Abzug zur Taifun-Saison
AFP

Chinesische Bohrinsel vor Vietnam: Abzug zur Taifun-Saison


Shanghai/Hanoi - China hat den Abzug einer Ölbohrplattform vor der Küste Vietnams bestätigt. Sie wird nach Angaben der vietnamesischen Küstenwache und der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua in Richtung der südchinesischen Küstenprovinz Hainan geschleppt. Der vietnamesische Admiral Ngo Ngoc Thu sagte, die Operation habe am späten Dienstag begonnen.

Die Plattform war Anfang Mai in die Nähe der Paracel-Inseln gebracht worden. Vietnam kritisierte die Aktion scharf, da sich die Bohrinsel auf der vietnamesischen Kontinentalplatte und innerhalb der 200-Meilen-Zone befinde. Nach Darstellung von China befand sich die Plattform dagegen in chinesischen Gewässern. Im Zusammenhang mit dem Streit kam es zu Zusammenstößen auf See und zu Unruhen in Vietnam mit mehreren Toten. Die Ereignisse verstärkten in Nachbarländern Sorgen vor einer aggressiven Außenpolitik Chinas.

Für einen politischen Kurswechsel gibt es trotz des Abzugs keine Anzeichen. Das chinesische Außenministerium begründete die Entscheidung mit der nahenden Taifun-Saison und dem erfolgreichen Abschluss der Mission. Der chinesische Ölförderer CNPC teilte mit, man habe Zeichen für Öl- und Gasvorkommen gefunden. Vor möglichen Probebohrungen müssten die Daten nun zunächst analysiert werden.

dab/dpa/Reuters

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insgesamt 17 Beiträge
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frank1980 16.07.2014
1. Chinesische Mentalität
Jahre lang in der Schule auf Linie gebracht. Von der Überlegenheit der Chinesen vollkommen überzeugt. Hass auf Nachbarn wie Japan mit auf den Weg bekommen. So ist der Durchschnittliche Chinese. Erinnert mich an Europäische ein paar Jahre ab 1933. Dazu >1.000.000.000 Menschen. Gefährliche Sache.
alias_=|||=_ 16.07.2014
2.
Mit welchem Nachbarstaat hat China eigentlich keinen Territorialkonflikt?
Fabius Maximus 16.07.2014
3.
Zitat von alias_=|||=_Mit welchem Nachbarstaat hat China eigentlich keinen Territorialkonflikt?
Anders gefragt: Welche Nation in Asien hat keinen Territorialkonflikt? Da hat praktisch jeder mit jedem was.. China hat verhältnissmässig sogar wenig Zwist - mit Russland einen alten Grenzstreit beigelegt, anders als die Republik China hat die Volksrepublik die Mongolei anerkannt, mit den zentralasiatischen "Tsan's" hat man meines Wissens auch keine Konflikte..
markus_wienken 16.07.2014
4. .
Zitat von frank1980Jahre lang in der Schule auf Linie gebracht. Von der Überlegenheit der Chinesen vollkommen überzeugt. Hass auf Nachbarn wie Japan mit auf den Weg bekommen. So ist der Durchschnittliche Chinese. Erinnert mich an Europäische ein paar Jahre ab 1933. Dazu >1.000.000.000 Menschen. Gefährliche Sache.
Ja, haben Chinesen durchauseine sehr patriotische bis nationalistische Haltung, das haben Sie aber auch gemeinsam z.B. mit den Japanern Nun, die Abneigung gegen Japan hat seine Gründe, schaut man sich die gemeinsame jüngere Geschichte an. Ünrigens sind die Cinesen mit ihrer ablehnenden Haltung ggü. Japan nicht alleine, auch die Bevölkerungen in den anderen Staaten der "Gegend" haben eine ähnliche ablehnende Einstellung. erklärt sich aus der Geschichte und Japas Umgang dir derselben. Sehe ich nicht so. So sehr man auch seine gegenseitigen Ablehnungen und Vorurteile pflegt, Parallelen zu '33 sehe ich dort nun wirklich nicht.
calexico55 16.07.2014
5. Ach ja?
Zitat von Fabius MaximusAnders gefragt: Welche Nation in Asien hat keinen Territorialkonflikt? Da hat praktisch jeder mit jedem was.. China hat verhältnissmässig sogar wenig Zwist - mit Russland einen alten Grenzstreit beigelegt, anders als die Republik China hat die Volksrepublik die Mongolei anerkannt, mit den zentralasiatischen "Tsan's" hat man meines Wissens auch keine Konflikte..
Das würde ich jetzt nicht so sagen. Meines Wissens nach hält China Tibet besetzt, unterstützt Pakistan um Indien zu bedrohen, erkennt die Souveränität Taiwans nicht an und liegt im Konflikt um Inseln u.a. mit Vietnam, Philippinen und Japan (innere Konflikte z.B. mit den Uiguren oder die Unterstützung Nord-Koreas mal außen vor). Natürlich kann/muß man auch Japan kritisch betrachten, die ihre Kriegsschuld nie wirklich anerkannt haben. Dennoch halte ich den chinesischen Nationalismus derzeit für wesentlich ausgeprägter + gefährlicher, da er als Ventil für die Probleme im Land dient und teilweise gefördert wird. Während z.B. in Vietnam Proteste gegen China i.d.R. vom Staat unterdrückt wurden, scheinen solche in China gg. Japan eher gefördert worden sein.
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