Handelsüberschuss Chinas Reserven wachsen um 500 Milliarden Dollar

Dank üppiger Außenhandelsüberschüsse sind die chinesischen Währungsreserven im vergangenen Jahr um mehr als 500 Milliarden Dollar gestiegen. Insgesamt hütet die Zentralbank nun einen Schatz im Wert von 3,82 Billionen Dollar.

Hafen von Hongkong: Überschüsse im Außenhandel mehren den Reichtum
DPA

Hafen von Hongkong: Überschüsse im Außenhandel mehren den Reichtum


Peking - Chinas Währungsreserven haben Ende Dezember einen neuen Rekordstand erreicht. Wie die Zentralbank in Peking am Mittwoch mitteilte, hatten sie einen Wert von 3,82 Billionen Dollar - umgerechnet 2,8 Billionen Euro. Insgesamt wuchs das Guthaben in fremden Währungen damit im vergangenen Jahr um 509 Milliarden Dollar. Experten der australischen ANZ-Bank erklärten, voraussichtlich würden die Währungsreserven bis Ende 2014 die Vier-Billionen-Dollar-Marke überschreiten, wenn sich an der Geldpolitik Pekings nichts ändere. Wahrscheinlich werde der Druck steigen, den Yuan aufzuwerten.

China hortet die größten Devisenreserven der Welt, über deren genaue Zusammensetzung sich die Zentralbank allerdings ausschweigt. Die Währungsreserven haben sich seit 2005 vervierfacht und spiegeln das Ungleichgewicht des Außenhandels wider. Chinas Außenhandelsüberschuss wuchs im vergangenen Jahr um üppige 12,9 Prozent auf 259 Milliarden Dollar und damit auf den höchsten Stand seit dem Jahr 2008.

Kreditvolumen im Inland sinkt

Die Erlöse aus dem Handelsüberschuss landen zum größten Teil auf den Konten der Zentralbank, weil die meisten chinesischen Firmen ihre mit dem Export erzielten Devisen dort deponieren müssen. Im Gegenzug pumpen die Währungshüter chinesische Yuan in den Markt und investieren einen Teil der Devisen in US-Staatsanleihen und Schuldtitel anderer Staaten, darunter auch Griechenland. Über den größten Staatsfonds CIC investiert China zudem in ausländische Unternehmen.

Im Inland geht die chinesische Regierung dagegen weit zurückhaltender mit Darlehen um. So sank das Kreditvolumen im Dezember um umgerechnet 17 Milliarden Euro gegenüber dem Vormonat. Der Rückgang hängt zwar mit Auflagen der Aufsichtsbehörden zusammen, die den Banken zum Jahresende höhere Bargeldreserven vorschreiben. Das schwächere Kreditgeschäft schürte dennoch Spekulationen auf einen Kapitalengpass am Geldmarkt.

Die Regulierungsbehörde hatte zuletzt angekündigt, dass sie nach gut einem Jahr des verordneten Stillstands Börsengänge wieder zulassen wolle. Derzeit haben etwa 50 Unternehmen die behördliche Genehmigung zum Sprung auf das Parkett. Mehr als 700 weitere stehen in den Startlöchern. Sollten diese ebenfalls grünes Licht bekommen, befürchten Börsianer einen verschärften Wettbewerb um die begrenzte Menge verfügbaren Kapitals.

mik/dpa-AFX/AFP



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insgesamt 18 Beiträge
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ixap 15.01.2014
1. Und Deutschland ist der Exportüberschuß-Bösewicht...
Da würde sich Herr Schäuble aber freuen, wenn er mal eben 4 Billionen Dollar in der Kriegskasse hätte.
wibo2 15.01.2014
2. China sollte nicht nur Rohstoffe auf den Weltmärkten kaufen ...
Zitat von sysopAFPChinas Reichtum wächst und wächst: Dank der üppigen Außenhandelsüberschüsse stiegen die Währungsreserven im vergangenen Jahr um mehr als 500 Milliarden Dollar. Insgesamt hütet die Zentralbank inzwischen einen sagenhaften Schatz im Wert von 3,82 Billionen Dollar. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/chinas-waehrungsreserven-erreichen-neuen-rekordwert-a-943717.html
China und Deutschland gefährden mit ihren Außenhandelsüberschüssen die Weltwirtschaft und damit auch den Weltfrieden. So geht das einfach nicht weiter. Wer aus der Geschichte nicht lernt, ist dazu verurteilt, sie noch einmal zu erleben. Für alle Beteiligten ist das von Übel. Bei China muss man jedoch die hohe Bevölkerungszahl bei der Bewertung des Außenhandelsüberschusses als mildernden Umstand berücksichtigen. Was tun? Viel Geld in die Produktion von landwirtschaftlichen Produkten investieren. Der Markt schreit diese Botschaft jeden Tag mit seinen Preisen für Sojabohnen, Weizen, Kaffee u.a.m. hinaus in die Welt, aber die Politik scheint dafür taub zu sein!
bernhard 15.01.2014
3. Gold kaufen!!!
Zitat von sysopAFPChinas Reichtum wächst und wächst: Dank der üppigen Außenhandelsüberschüsse stiegen die Währungsreserven im vergangenen Jahr um mehr als 500 Milliarden Dollar. Insgesamt hütet die Zentralbank inzwischen einen sagenhaften Schatz im Wert von 3,82 Billionen Dollar. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/chinas-waehrungsreserven-erreichen-neuen-rekordwert-a-943717.html
Sonst nichts. Chinesen: kauft dem Westen alles Gold ab. Da momentan ohnehin der Preis gedrückt wird (Befehl von oben), kommt ihr wirklich zum Selbstkostenpreis an das Gold. Billiger wird es nicht mehr!
frozen 15.01.2014
4. Erst vor kurzem war zu lesen,
das China mit seinen SChattenbanken und Kreditblasen mächtig unter Druck steht. Also wenn hier die 4 Billionen Bargeldreserven tatsächlich liegen, dann wird die Kreditblase sich nicht so schnell negativ auswirken. Die Chinesen scheinen wirklich auf das eigene Wohl bedacht zu sein und nicht zu sehr die Nase nach jedem Wind zu strecken. In diesem Punkt würde ich mir wünschen, wenn unsere Politiker sich hieran orientieren würden ...
krassopoteri 15.01.2014
5.
Zitat von frozendas China mit seinen SChattenbanken und Kreditblasen mächtig unter Druck steht. Also wenn hier die 4 Billionen Bargeldreserven tatsächlich liegen, dann wird die Kreditblase sich nicht so schnell negativ auswirken. Die Chinesen scheinen wirklich auf das eigene Wohl bedacht zu sein und nicht zu sehr die Nase nach jedem Wind zu strecken. In diesem Punkt würde ich mir wünschen, wenn unsere Politiker sich hieran orientieren würden ...
Wenn die ihr Haus in Ordnung bringen, dann reichen auch vier Billionen US$ nicht. Vor allem, wo wollen sie die ausgeben und für was? Wenn die Dollars en masse auf dem Markt werfen, schaden die nicht nur die USA sondern vor allem sich selbst.
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