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AIIB: Chinas Weltbank-Konkurrent gewinnt Deutschland als Partner

Trotz Protest aus Washington erwägen nach Großbritannien nun auch Deutschland, Frankreich und Italien den Einstieg bei Chinas neuer Entwicklungsbank - einem direkten Konkurrenten zu der von den USA dominierten Weltbank.

Politiker Xi, Obama: Machtkampf um geopolitischen Einfluss Zur Großansicht
DPA

Politiker Xi, Obama: Machtkampf um geopolitischen Einfluss

Seoul - Das von China initiierte Projekt einer neuen internationalen Entwicklungsbank sorgt für Verstimmung zwischen großen EU-Ländern und den USA. Großbritannien hat bereits beantragt, bei dem Projekt einzusteigen. Nach Angaben von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) will Deutschland will diesem Beispiel nun folgen. Auch Frankreich und Italien wollen einsteigen, berichtete die "Financial Times" unter Berufung auf Regierungsvertreter.

Die EU-Länder stellen sich damit gegen die US-Regierung, die öfter deutlich gemacht hat, dass sie dem Projekt distanziert gegenübersteht. Verständlich: Die geplante chinesische Entwicklungsbank AIIB wäre ein direkter Konkurrent zur Weltbank, in der die USA großen Einfluss haben. Experten sehen sie als Versuch Chinas, den Einfluss in Südostasien auszubauen und damit indirekt die US-Position dort zu schwächen. Das Engagement der Europäer ist für die USA daher ein diplomatischer Rückschlag.

Der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, begrüßte, dass die vier europäischen Länder bei der AIIB einsteigen wollen. "Wenn noch mehr Mitgliedsländer dem folgten, fände ich das noch besser", sagte Schulz bei einem Besuch in Peking. Zugleich forderte er, bei der neuen Bank müsse nach international akzeptierten Standards verfahren werden.

Laut einem Bericht der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua überlegen auch Südkorea, die Schweiz und Luxemburg bei der AIIB einzusteigen.

Das Projekt war im vergangenen Jahr von China aus der Taufe gehoben worden, um mehr Investitionen in die Infrastruktur - in Straßen, Telekommunikationsnetze und andere Bereiche - nach Asien zu leiten. Das Konzept soll bis Jahresende stehen.

ssu/dpa-AFX/Reuters

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insgesamt 19 Beiträge
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1. Ja wenn
Hornblower, 17.03.2015
das so ist, also wenn die neue Bank Aufgaben hat, die die alte nicht abdeckt oder abdecken kann??? Ich bin für föderale und regionale Strukturen und für das Große Ganze da, wo(-hin) eben diese regionalen Strukturen nicht mehr greifen. Also aus dem Artikel wird mir da nichts ersichtlich, aber der asiatische Raum will sich entfalten? Auf die Völkerfreundschaft.
2. Gut so!
tim.berg78 17.03.2015
Ein Gegengewicht zu den erfolglosen neoliberalen Grundprinzipien des "Washington Consensus" wird dringend benötigt!
3. Die Weltmacht Nummer 2 nach den USA
keksguru 17.03.2015
betritt das Parkett... den Amis stinkt das auch deshalb weil die chinesischen Staatsbanken Billionen US$ an Staatsanleihen der USA halten, denn das ist die Archillesferse der amerikanischen Wirtschaft. Andererseits, die Überheblichkeit der Amerikaner kommt nicht überall gut an, speziell bei uns nicht.
4. Endlich ein richtiger Schritt
DidiViefie 17.03.2015
Die Dominanz der Amerikaner muss gebrochen werden. Es reicht schon, dass es den Dollar gibt. Wenn ein Mann, der die Schuld an der letzten Finanzkrise traegt, sagen kann, "The DOLLAR is not our problem, it is yours" dann stimmt etwas nicht mehr. Ein Pleiteland erlaubt sich eine Armee, um ueberall inder Welt eingreifen zu koennen. Koste es wass es will.
5.
muellerthomas 17.03.2015
Zitat von keksgurubetritt das Parkett... den Amis stinkt das auch deshalb weil die chinesischen Staatsbanken Billionen US$ an Staatsanleihen der USA halten, denn das ist die Archillesferse der amerikanischen Wirtschaft. Andererseits, die Überheblichkeit der Amerikaner kommt nicht überall gut an, speziell bei uns nicht.
China hält offiziell 1,24 Bio. USD US-Staatsanleihen, was weniger als 7% des ausstehenden Volumens entspricht. Inwiefern ist das eine Achillisverse für die US-Wirtschaft?
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