Korrektur fürs Vorjahr Chinas Wirtschaft wächst langsamer als gedacht

Statt 7,8 Prozent sind es doch nur 7,7 Prozent: Chinas Wirtschaft ist im vergangenen Jahr etwas weniger stark gewachsen als bislang angenommen. Aus dem Industriesektor der Volksrepublik gibt es derzeit allerdings positive Nachrichten.

Arbeiterinnen einer Textilfabrik in Huaibei: Wachstumstreiber verlieren an Gewicht
Getty Images/ChinaFotoPress

Arbeiterinnen einer Textilfabrik in Huaibei: Wachstumstreiber verlieren an Gewicht


Peking - Kleine Korrektur mit großer Wirkung: Das Bruttoinlandsprodukt in China ist im vergangenen Jahr um 7,7 Prozent, und nicht wie bislang angenommen um 7,8 Prozent gewachsen. Das teilte das Statistikamt in Peking nun mit. Die Wirtschaftsleistung der Volksrepublik summiert sich demnach auf 51,89 Billionen Yuan (rund 6,4 Billionen Euro). Die 0,1 Prozent machen also knapp 38 Milliarden Yuan weniger aus.

Zuletzt hatte sich die Wirtschaft des Landes stabilisiert, die Ängste vor einer harten Landung der Wirtschaft klingen ab. Ein Grund dafür ist ein Wachstumspaket der Regierung. Nach zuletzt besseren Konjunkturdaten aus der Realwirtschaft hellten sich auch die Stimmungsindikatoren auf. Wie die Großbank HSBC mitteilte, stieg der von ihr ermittelte Einkaufsmanagerindex für die Industrie von Juli auf August auf 50,1 Zähler - ein Plus von 2,4 Punkten. Das ist der höchste Wert seit vier Monaten. Die Markterwartungen wurden klar übertroffen.

Auch der Industriesektor der Volksrepublik verzeichnet positive Entwicklungen: Die Stimmung in den Chefetagen von Chinas Industrieunternehmen hat sich Umfragen zufolge im August weiter verbessert. Stark beachtete Frühindikatoren signalisieren eine wirtschaftliche Belebung. Der Einkaufsmanagerindex des Einkaufs- und Logistikverbands (CFLP) erreichte im August den höchsten Wert seit 16 Monaten. Die asiatischen Börsen reagierten am Montag mit Gewinnen auf die Konjunkturdaten aus China, auch dem Dax verhalfen die Zahlen aus China zu Auftrieb.

Die seit Frühjahr amtierende Staatsführung Chinas will das Wachstum der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt stärker am Binnenkonsum und am Dienstleistungssektor ausrichten. Die bisherigen Wachstumstreiber, der Export und die staatlichen Investitionen, sollen demgegenüber an Gewicht verlieren. Die Regierung verspricht sich davon eine nachhaltigere Ausrichtung der Wirtschaft, kurzfristig kostet die Restrukturierung aber Wachstum.

vks/dpa/Reuters



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carahyba 02.09.2013
1. Letzten 5-Jahresplan lesen ...
Zitat von sysopGetty Images/ChinaFotoPressStatt 7,8 Prozent sind es doch nur 7,7 Prozent: Chinas Wirtschaft ist im vergangenen Jahr etwas weniger stark gewachsen als bislang angenommen. Aus dem Industriesektor der Volksrepublik gibt es derzeit allerdings positive Nachrichten. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/chinas-wirtschaft-waechst-langsamer-a-919850.html
Wer den letzten 5-Jahresplan gelesen hat, war nicht überrascht, ob nun 7,7% rausgekommen sind anstatt 8% ist relativ belanglos. Anstatt Kaffeesatzlesereien in Form von HSBC-"Analysen" hier auszubreiten, wäre es viel interessanter zu untersuchen ob die Chinesen in der Lage sind ihre angekündigten 5-Jahrespläne umzusetzen. Nicht nur den Letzten sondern die der letzten 20 Jahre. Aber das wäre ja nicht "marktkonforme" Berichterstattung.
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