Einzelhandel, Industrie und Bau Chinas Wirtschaft wächst überraschend stark

Die Industrie produziert mehr, der Einzelhandelsumsatz steigt, die Baubranche boomt: Die Wirtschaft in China hat wieder Fahrt aufgenommen. Vor allem die große Nachfrage nach neuen Autos stärkte die Konjunktur.

Neuwagen (in Wuhan)
DPA

Neuwagen (in Wuhan)


Die chinesische Wirtschaft kommt wieder besser in Schwung. Die Industrie produzierte im August überraschend viel, während der Einzelhandel seinen Umsatz merklich steigerte und insbesondere die Nachfrage nach Autos kräftig anzog. Die Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes fuhren ihre Produktion um 6,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat nach oben, wie das Statistikamt am Dienstag in Peking mitteilte. Das war das stärkste Wachstum seit fünf Monaten. Es übertraf zugleich die Prognosen von Analysten, die im Schnitt mit plus 6,1 Prozent gerechnet hatten.

Dahinter stecken staatliche Infrastrukturinvestitionen sowie die rege Bautätigkeit. Sie trieben die Nachfrage nach Baumaterialien an. Hinzu kommt eine Belebung der Stahlindustrie, nachdem diese ihre Kapazitäten lange Zeit gedrosselt hat. "Das passt zu den guten Konjunkturdaten der vergangenen Woche", sagte Commerzbank-Ökonom Zhou Hao. So stiegen die Importe erstmals seit fast zwei Jahren wieder.

Unerwartet deutlich legten auch die Einzelhandelsumsätze zu. Das Plus lag im August mit 10,6 Prozent sowohl über den Expertenschätzungen als auch über dem Anstieg im Vormonat. Besonders gut liefen die Geschäfte in den Autohäusern, die ihren Umsatz so kräftig steigerten wie seit dreieinhalb Jahren nicht mehr. Hintergrund sind die am Jahresende auslaufenden Steuervergünstigungen, die viele Fahrer in die Autohäuser trieben.

Die Investitionen in Anlagen wie beispielsweise Fabriken zogen in den ersten Monaten um 8,1 Prozent an und damit etwas stärker als angenommen. Die Investitionen in Immobilien legten um 6,2 Prozent zu. "Die Erholung am Immobilienmarkt bedeutet, dass dieser Bereich zum Wirtschaftswachstum in diesem Jahr beitragen wird", sagte Ökonom Ma Xiaoping von der Großbank HSBC.

China hat sich für dieses Jahr ein Wirtschaftswachstum zwischen 6,5 und 7,0 Prozent zum Ziel gesetzt. Im zweiten Quartal legte die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt nach den USA um 6,7 Prozent zu und damit etwas robuster als erwartet. Dennoch gibt es Skepsis, ob China den Strukturwandel und die Folgen des Brexit-Votums gut verdauen kann. Der Internationale Währungsfonds rechnet mit einer kontinuierlichen Verlangsamung des Wachstums auf Raten von unter sechs Prozent ab 2020.

nck/Reuters



insgesamt 10 Beiträge
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wo_st 13.09.2016
1. Das Problem
Wenn in Deutschland mal etwas gebaut werden soll, kommen tausende Bedenkenträger und schwätzen das Projekt teurer und teurer. Zusätzlich haben wir keine Projektleiter in Bund, Land und Kommunen. Private Projekte dagegen sind normal fertig und oft auch noch billiger.
Tiananmen 13.09.2016
2.
war das nicht letzte Woche, als uns SPON verkündete, dass Chinas Wirtschaft mit größten Problemen zu kämpfen hat und im Niedergang befindlich ist? Das ist wie mit den Meldungen zur Konjunktur in Deutschland: bald wird eine Rezession angekündigt, dann eine unerwartet stabile und hohe Auftragslage. Man wünscht sich dass die (Fach?) Journalisten ein wenig länger als eine Woche den Überblick bewahren. Ist das übrigens normal im neuen Layout, dass das Eingabefeld sich mit jedem Buchstaben vergrößert und man endlos nach unten scrollen muss um den Senden-Button zu finden?
Ichbines2 13.09.2016
3. Einen Tag hüh, den anderen hott....
heute ist Hüh-Tag
rolli 13.09.2016
4.
Zitat von Tiananmenwar das nicht letzte Woche, als uns SPON verkündete, dass Chinas Wirtschaft mit größten Problemen zu kämpfen hat und im Niedergang befindlich ist? Das ist wie mit den Meldungen zur Konjunktur in Deutschland: bald wird eine Rezession angekündigt, dann eine unerwartet stabile und hohe Auftragslage. Man wünscht sich dass die (Fach?) Journalisten ein wenig länger als eine Woche den Überblick bewahren. Ist das übrigens normal im neuen Layout, dass das Eingabefeld sich mit jedem Buchstaben vergrößert und man endlos nach unten scrollen muss um den Senden-Button zu finden?
Na ja, wenn der Staat und die Ideologie hinter allem steckt, dann muss man sich nicht wundern, wenn heute alles wunderbar ist und morgen ganz übel, und umgekehrt. Es ist doch wunderbar, wenn die Wirtschaft genau immer die Vorgaben liefert, die man braucht. Der chin. Ministerpräsident hat hier in der Schweiz zugegeben, dass die chin Wirtschaft ein Wachstum von 7 % braucht um die sozialen Subventionen und Errungenschaften zu bezahlen. Nun weiss das Ausland wann der Staat ins Schuldenmachen kommt, und deswegen wächst die Wirtschaft ideologisch eben immer um 7%. rolli
medienskeptiker 13.09.2016
5. Kann mir jemand erklären
warum und inwieweit der Brexit das BIP in China beeinflussen sollte?
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