Staatsverschuldung IWF-Chefin kritisiert Trumps Steuerreform

Mit niedrigen Steuern für Unternehmen will US-Präsident Trump die US-Wirtschaft ankurbeln. Nun zeigt sich auch Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds, skeptisch.

Christine Lagarde
YOAN VALAT/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Christine Lagarde


Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, hat sich skeptisch über die Steuerreform von US-Präsident Donald Trump geäußert. Diese werde kurzfristig zwar die amerikanische Wirtschaft beflügeln, sagte Lagarde dem französischen Fernsehsender France 2. Mittelfristig seien aber negative Effekte zu erwarten.

So werde das Vorhaben die Staatsverschuldung in die Höhe treiben. Ferner dürfte die US-Notenbank (Fed) die Zinsen anheben, ergänzte Lagarde. Der australische Zentralbankchef Philip Lowe nannte die Aussicht auf steigende US-Haushaltsdefizite "sehr problematisch".

Trumps Steuersenkungen waren auch unter zahlreichen Ökonomen auf Kritik gestoßen. In einer Reuters-Umfrage unter Volkswirten bezeichnete die überwiegende Mehrheit das Vorhaben als falschen Schritt. Der geschäftsführende Bundesfinanzminister Peter Altmaier rief die Europäer dazu auf, eine passende Antwort auf die US-Steuerreform zu finden.

Mit der Ende 2017 verabschiedeten größten US-Steuerreform seit 30 Jahren verband Trump das erklärte Ziel, das Wachstum in den nächsten Jahren nachhaltig auf drei Prozent zu treiben.

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Diese von vielen Fachleuten als zu optimistisch erachtete Erwartung wird auch dem jüngsten Etatentwurf zugrunde gelegt. Kritiker warnen jedoch davor, dass letztlich die Staatsschulden der USA durch die Steuerreform unnötig aufgebläht werden.

Wirtschaftswissenschaftler gehen davon aus, dass sich die US-Notenbank Fed mit drei Zinserhöhungen in diesem Jahr gegen eine Überhitzung der Wirtschaft stemmen wird. Das wiederum sorgt an den Börsen für Angst - und trägt zu Kursstürzen bei.

apr/Reuters



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