Handel mit Emissionszertifikaten Mutmaßlicher Drahtzieher von CO2-Betrug verhaftet

Der mutmaßliche Kopf einer Bande, die durch den Handel mit Emissionsrechten Steuern hinterzogen haben soll, ist in London festgenommen worden. Er soll 125 Millionen Euro vom deutschen Fiskus gestohlen haben.


Einer der mutmaßlichen Hintermänner des großangelegten Steuerbetrugs beim internationalen Handel mit CO2-Emissionsrechten in Deutschland ist in London festgenommen worden. Der 45-jährige Brite sei dringend verdächtig als Mitglied einer Bande Umsatzsteuer in Höhe von insgesamt 125 Millionen Euro hinterzogen zu haben, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt mit. Die Behörde werde zeitnah einen Auslieferungsantrag stellen.

Die Bundesregierung hatte die CO2-Zertifikate ausgegeben, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren. Doch Betrüger nutzten den Handel, um mit einem Umsatzsteuer-Karussell von September 2009 bis April 2010 dreistellige Millionenbeträge an Steuern zu hinterziehen.

Der Beschuldigte soll laut den Ermittlern einer der "zentralen Organisatoren" gewesen sein. Laut Generalstaatsanwaltschaft habe er besonders auf die Verschleierung seiner Identität geachtet und war in der Gruppierung als "Batman" bekannt.

Bereits im Oktober 2016 hatte das Amtsgericht Frankfurt am Main gegen ihn einen internationalen Haftbefehl erlassen, der später jedoch vom Landgericht wieder aufgehoben wurde. Vergangenen Monat setzte das Oberlandesgericht Frankfurt am Main den Haftbefehl wieder in Kraft.

Es soll nun zeitnah ein Auslieferungsantrag von der Generalstaatsanwaltschaft gestellt werden.

Ein anderer Drahtzieher in dem Steuerbetrug wurde bereits zu acht Jahren Haft verurteilt. In einer Reihe von Prozessen wegen des Steuerbetrugs erhielten bereits 13 Beteiligte Haftstrafen. Der Betrugsfall hatte auch deshalb Schlagzeilen gemacht, weil der Handel über die Deutsche Bank abgewickelt wurde.

cop/Reuters/AFP



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