Schätzung im Cum-Ex-Skandal Steuertricks von Banken und Börsenhändlern kosten Staat fünf Milliarden

Jahrelang verschoben Investoren Aktien, um mehrfach Steuererstattungen zu kassieren. Jetzt gibt es eine offizielle Schätzung des Schadens für den Fiskus.

Bundesfinanzministerium in Berlin
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Bundesfinanzministerium in Berlin


Banken und Börsenhändler sollen den deutschen Staat mit sogenannten Cum-Ex-Geschäften um 5,3 Milliarden Euro betrogen haben. Das berichten "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR am Mittwoch unter Berufung auf das Finanzministerium. Damit liege erstmals eine genaue Schätzung des Schadens vor.

Staatsanwälte und Steuerfahnder gehen dem Bericht zufolge inzwischen 417 Verdachtsfällen nach. Bislang habe der Fiskus 2,4 Milliarden Euro erfolgreich zurückgefordert oder wegen frühzeitigen Verdachts erst gar nicht ausgezahlt. Ermittler rechneten mit weiteren Fällen, hieß es.

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Cum und Ex: Vereinfachtes Modell eines Dividendendeals

Bei den umstrittenen Cum-Ex-Deals schoben Investoren rund um den Dividendenstichtag Aktien mit ("cum") und ohne ("ex") Ausschüttungsanspruch rasch zwischen mehreren Beteiligten hin und her, bis dem Fiskus nicht mehr klar war, wem sie überhaupt gehörten. Die Folge: Bescheinigungen für die Rückerstattung der Kapitalertragsteuer wurden mehrfach ausgestellt, obwohl die Steuer nur einmal gezahlt wurde. Ob das illegal war, ist noch nicht abschließend richterlich geklärt.

dab/dpa



insgesamt 69 Beiträge
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elshi 11.01.2018
1. Und? Was wird passieren?
Niemand der Beteiligten wird auch nur einen Tag im Gefängnis sitzen, im Gegenteil: mit horrenden Abfindungen werden sie weiter ziehen. So lehrt uns die Vergangenheit.
echoanswer 11.01.2018
2. Na und?
Genau dieser Staat hat diese Geschäfte gefördert, später verschwiegen, dann geduldet. Und heute? Die schwarze Null hat nichts unternommen und es wird nichts passieren, weil die Bankenlobby die Bundesregierung stellt. Nicht der Wähler, der bekommt jedes Mal die gleiche Soße.
frankfurtbeat 11.01.2018
3. war ...
war da nicht Schäuble am Ball der sich letztendlich nicht darum gekümmert hat? Dem Wähler gegenüber ist es feige und unfair zugleich wenn die große Summen ungeahndet bleiben aber die GEZ mit Beugehaft eingetrieben wird.
alfreddneumann 11.01.2018
4. Knapp daneben ist auch vorbei
Wer soll das denn glauben, dass das "nur" fünf Mrd. Euro waren. Man muss nur einmal sehen von wem die Zahlen stammen und die haben ganz bestimmt kein Interesse daran das die echten Zahlen öffentlich werden.
derboesewolfzdf 11.01.2018
5. ist doch alles bestens.....
dem Finanzamt oder Staat ist kein Schaden entstanden, sondern genau diese Geschäfte waren/sind doch so gewollt. Da es nicht mal geklärt ist, ob diese Praxis illegal ist/war, ist wohl nur dem Steuerzahler ein Schaden entstanden.... aber halt auch wie immer.
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