Ruinöse Kosten Kassenchef fordert finanzielle Entlastung von Pflegebedürftigen und ihren Familien

Ein Pflegefall bringt viele Familien an die Grenzen ihrer Belastbarkeit, oft auch finanziell. Das soll anders werden, fordert die Krankenkasse DAK: Pflegekosten müssten stärker aus Steuermitteln finanziert werden.

Symbolbild (Archiv)
DPA

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Wie will Deutschlands alternde Gesellschaft die Pflege in Zukunft organisieren - und wer soll die für den Einzelnen oft horrenden Kosten tragen? Der Vorstandschef der Krankenkasse DAK Andreas Storm plädiert für eine deutlich stärkere Finanzierung der Pflegekosten aus Steuermitteln. Ziel müsse sein, Pflegebedürftige vor hohen Kosten zu schützen und den Eigenanteil der Betroffenen zu deckeln.

"Es gäbe dann einen einheitlichen Betrag, den die Pflegebedürftigen oder die Angehörigen zahlen - was darüber hinausgeht, trägt die Pflegeversicherung", sagte Storm. Bislang sei es umgekehrt: Die Pflegeversicherung übernimmt einen festen Betrag, alle weiteren Kosten tragen die Betroffenen und ihre Familien.

Die finanzielle Mehrbelastung der Pflegeversicherung will der Kassenchef mit einem Bundeszuschuss aus Steuermitteln ausgleichen: "Pflege ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe - eine Mitfinanzierung aus Steuermitteln ist daher sinnvoll."

Hintergrund ist der neue DAK-Pflegereport, der an diesem Mittwoch veröffentlicht wird. In der Studie beklagen 87 Prozent der Befragten, Pflegeheime seien teuer. Sieben von zehn Befragten sind der Meinung, dass sich viele Familien Pflegedienste und Heime nicht leisten können.

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