Korruptionsverdacht Italienischer Eisenbahnnetz-Chef unter Hausarrest

Es soll um Schmiergeld in Höhe von mehr als 58.000 Euro gehen: Die Polizei hat den Präsidenten des italienischen Eisenbahnnetzes unter Hausarrest gestellt: Bei Dario Lo Bosco fand man sensibles Beweismaterial.

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Der Chef des staatlichen italienischen Eisenbahnnetzes Rfi (Rete ferroviaria italiana) steht unter Korruptionsverdacht: Am Donnerstag ist Dario Lo Bosco deshalb nun unter Hausarrest gestellt worden. Der 55-Jährige werde beschuldigt, 58.650 Euro Schmiergeld von einem sizilianischen Unternehmer angenommen zu haben, der eine Ausschreibung zur Ausstattung der Bahn mit Sensoren gewonnen habe, teilte die Polizei mit.

Bei den Ermittlungen soll es um einen Auftrag in Höhe von 26 Millionen Euro gehen, der vom Forstkorps der Region Sizilien ausgeschrieben wurde, berichtet die italienische Zeitung "Corriere della Sera". Auch zwei Beamte der Forstpolizei wurden wegen der Verdachtsmomente unter Hausarrest gestellt.

Der Unternehmer Lo Bosco war kürzlich verhaftet worden. Bei ihm fand man eine Liste mit Namen und Geldbeträgen, die nun als Beweismaterial dienen.

In Italien stehen etliche Politiker im ganzen Land unter Korruptionsverdacht oder wollen Parteifreunden beistehen. Es vergeht praktisch kein Tag, ohne dass ein neuer Fall publik wird.

bos/dpa



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