Datenspionage Bahr arbeitet weiter mit IT-Dienstleister zusammen

Ein Angestellter der IT-Firma Bechtle hat einem Zeitungsbericht zufolge die geheimen Daten aus dem Gesundheitsministerium geschmuggelt. Minister Bahr will trotzdem an der Zusammenarbeit mit dem Unternehmen festhalten.

Apotheke: IT-Dienstleister Bechtle bleibt wohl weiterhin im Geschäft
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Apotheke: IT-Dienstleister Bechtle bleibt wohl weiterhin im Geschäft


Berlin - Die Firma Bechtle ist gut im Geschäft mit der Bundesregierung. Ihre IT-Spezialisten betreuen gleich eine ganze Reihe von Bundesministerien. Es gebe "mehrere Rahmenverträge, auf die mehrere Bundesministerien zugreifen können", sagte eine Unternehmenssprecherin der "Bild"-Zeitung. Daran soll sich offensichtlich auch wenig ändern, obwohl ein Bechtle-Mitarbeiter eine entscheidende Rolle beim Datendiebstahl im Bundesgesundheitsministerium gespielt hat. Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) jedenfalls sieht der Zeitung zufolge keinen Anlass für eine Kündigung der Zusammenarbeit.

Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Mitarbeiter der IT-Firma, der seit 2010 E-Mails, Beschlüsse, Gesetzentwürfe und andere Daten gegen Geld an einen Apotheker-Lobbyisten weitergegeben haben soll. Bahr hatte sich verärgert über den Vorgang gezeigt und seinerseits eine zügige Aufklärung verlangt. Der IT-Experte wurde dem Bericht zufolge inzwischen von seinen Aufgaben entbunden.

Wie weit die Geschäftsverbindungen Bechtles reichen, ist indes noch unklar. Bundesbildungs- und Bundesarbeitsministerium verweigerten auf Anfrage der "Bild"-Zeitung die Auskunft, ob sie die Dienste der Firma in Anspruch nehmen. Weitere Ministerien, das Kanzleramt und das Bundespresseamt lassen die Datenpflege ihrer Computersysteme von anderen Firmen betreuen. Das Wirtschaftsministerium nutzte den Bechtle-Service bis Oktober 2010, heißt es in dem Bericht.

Mängel bei der technischen Absicherung

Christian Vogt, deutscher Geschäftsführer des IT-Security-Anbieters Fortinet, sieht das Problem ohnehin eher im Sicherheitsmanagement des Gesundheitsministeriums: "Wenn über Jahre große Datenmengen aus einem EDV-System entwendet wurden, wie das offenbar jetzt im Bundesgesundheitsministerium geschehen ist, dann lässt das unbedingt auf schwere Mängel bei der technischen Absicherung schließen", sagte er der Zeitung "Die Welt".

Aus Sicht von IT-Experten aus Wissenschaft und Industrie zeigt der Fall jedoch nicht nur Lücken in der Datensicherheit der Ministerien auf, sondern wirft auch ein Schlaglicht auf schwere systematische Mängel beim Datenschutz in der deutschen Gesundheitsbranche.

"Einige große externe Dienstleister arbeiten quer durch die Gesundheitsbranche, von der Apotheke über die Arztpraxen bis zur Betreuung von Großkliniken. Die Risiken, dass diese Daten verknüpft und unrechtmäßig weiterverwendet werden, sind sehr groß", sagte Thomas Jäschke vom Dortmunder Institut für Sicherheit und Datenschutz im Gesundheitswesen der "Welt".

Auch Jean-Pierre Seifert vom Fachbereich für Informatik an der TU Berlin hält die im Gesundheitswesen viel geübte Praxis, die Datenverarbeitung durch externe Dienstleister erledigen zu lassen, für eine Ursache des mangelhaften Patientendatenschutzes.

mik/AFP/dapd



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insgesamt 16 Beiträge
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Seite 1
earl grey 15.12.2012
1. Wer schlecht bezahlt
Zitat von sysopDPAEin Angestellter der IT-Firma Bechtle hat einem Zeitungsbericht zufolge die geheimen Daten aus dem Gesundheitsministerium geschmuggelt. Minister Bahr will trotzdem an der Zusammenarbeit mit dem Unternehmen festhalten. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/datendiebstahl-bechtle-mitarbeiter-lieferte-daten-an-lobby-a-873085.html
Wenn Bechtle vernünftig bezahlen würde, hätte es ein Mitarbeiter auch nicht nötig, für ein paar Euro Daten zu klauen. Aber diese Firma ist unter den ganzen Personaldienstleistern berüchtigt die Honorare massiv zu drücken. Wer schlecht bezahlt bekommt auch keine vernünftigen Leute...
golem_ 15.12.2012
2. Mangelhaftes Sicherheitskonzept...
Das Ministerium, Herr Bahr sie sollten ihr IT-Sicherheitskonzept gründlich überarbeiten und gegebenenfalls die Systeme besser kontrollieren oder wo dies nicht möglich ist, ersetzen. Es darf nicht sein, dass externe IT-Mitarbeiter Daten offensichtlich aus einem Produktivsystem abziehen, ohne dass dies in einem IT-Audit auffällt. Die Gelder, die hier investiert werden sollten, spart der Steuerzahler und kommen direkt aus dem Geldbeutel einer Lobby, die es offensichtlich immer wieder schafft die Kontrollmechanismen dieses Rechtsstaates oder die Gewissen, derer die diesen verkörpern, zu umgehen. Armes Deutschland!
a.peanuts 15.12.2012
3. Was für Zustände!
Sind unsere Daten nicht mehr sicher, dann wird unsere Demokratie untergraben. Bin für Höchsstrafe für koruppte It-Diensleiter und Beweislastumkehr.
Ausfriedenau 15.12.2012
4. Verdacht
Zitat von sysopDPAEin Angestellter der IT-Firma Bechtle hat einem Zeitungsbericht zufolge die geheimen Daten aus dem Gesundheitsministerium geschmuggelt. Minister Bahr will trotzdem an der Zusammenarbeit mit dem Unternehmen festhalten. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/datendiebstahl-bechtle-mitarbeiter-lieferte-daten-an-lobby-a-873085.html
Vorstellbar wäre, dass das "Ministerium Bahr" das alles inszeniert: Er hat ein Interesse daran, dass seine Lobbyisten möglichst früh in seine Gesetzesvorlagen einbezogen werden. Da er und andere Ministerien aber wegen der "Lobbywirtschaft" die öffentliche Meinung fürchten, lassen sie zu, dass die Daten scheinbar illegal verschwinden und nicht offiziell. Wenn etwas dann "schiefgeht", wie im Fall Bahr, schieben sie diese ganze verlogene inoffizielle, aber geduldete, Zusammenarbeit in den kriminellen Bereich. So retten die Ministerien dann ihre Haut, meinen sie. Anderenfalls ist doch Vieles gar nicht erklärbar, wie der Fall zeigt.
böseronkel 15.12.2012
5.
Zitat von AusfriedenauVorstellbar wäre, dass das "Ministerium Bahr" das alles inszeniert: Er hat ein Interesse daran, dass seine Lobbyisten möglichst früh in seine Gesetzesvorlagen einbezogen werden. Da er und andere Ministerien aber wegen der "Lobbywirtschaft" die öffentliche Meinung fürchten, lassen sie zu, dass die Daten scheinbar illegal verschwinden und nicht offiziell. Wenn etwas dann "schiefgeht", wie im Fall Bahr, schieben sie diese ganze verlogene inoffizielle, aber geduldete, Zusammenarbeit in den kriminellen Bereich. So retten die Ministerien dann ihre Haut, meinen sie. Anderenfalls ist doch Vieles gar nicht erklärbar, wie der Fall zeigt.
Es drängt sich geradezu der Verdacht auf, dass zwischen der gelben Partei und der Apothekerlobby ähnliche für beide Seiten lukrative Geschäftsbeziehungen existieren, wie zwischen den Oberhotellier Baron August jun. Freiherr von Fink und eben dieser Partei der „Eliten“. Eine Hand wäscht bei denen da oben die andere.
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