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George Soros warnt vor Untergang der Zivilisation

Atomkrieg, Klimawandel, mächtige Internetkonzerne: Der Milliardär George Soros hat während des Weltwirtschaftsforums vor einer düsteren Zukunft gewarnt. Auch die CSU kam bei seinem Rundumschlag schlecht weg.

CLEMENS BILAN/ EPA/ REX/ SHUTTERSTOCK

George Soros

Freitag, 26.01.2018   10:24 Uhr

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Der US-Milliardär George Soros ist dafür bekannt, mit sehr kritischem Blick auf die Welt zu schauen. Beim Weltwirtschaftsforum in Davos zeichnete er allerdings ein besonders düsteres Bild von der Zukunft. Der 87-Jährige warnte bei seinem alljährlichen Dinner in dem Schweizer Skiort vor einem möglichen Atomkrieg, den Folgen des Klimawandels und der Macht der Internetkonzerne.

"Facebook und Google" seien "immer mächtiger werdende Monopole", die geneigt sein könnten, sich "mit autoritären Regimen" zu verbünden. Davos sei ein "guter Ort, um zu verkünden, dass ihre Tage gezählt sind", fügte Soros hinzu.

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Der Investor zog dabei einen Vergleich mit Überwachungsstaat-Szenarien aus der Science-Fiction-Literatur: Die Internet-Giganten könnten "ein totalitäres Netzwerk schaffen, wie es Aldous Huxley und George Orwell sich nicht besser hätten ausmalen können", sagte er in Anspielung auf die Romane "Schöne neue Welt" und "1984". Als rettenden Engel gegen die Macht der Internetriesen stellte Soros, der sich mehr Regeln für die Konzerne wünscht, die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager dar.

"Doch nicht nur das Überleben der offenen Gesellschaft steht auf dem Spiel, sondern der Zivilisation insgesamt." Der Grund sei der Aufstieg von Herrschern wie Kim Jong Un in Nordkorea und Donald Trump in den USA. "Beide scheinen einen Atomkrieg in Kauf zu nehmen, um an der Macht zu bleiben."

Trump ist ein "zwischenzeitliches Phänomen"

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Soros ist scharfzüngiger Kritiker vieler Regierungen. In Davos fand er nun noch einmal deutliche Worte für die Regierungsarbeit von Donald Trump. "In den USA würde Präsident Trump gerne einen Mafia-Staat errichten, aber er schafft es nicht. Die Verfassung, andere Institutionen und die lebendige Zivilgesellschaft stehen dem entgegen", sagte Soros. Allerdings betrachte er die Trump-Regierung als "zwischenzeitliches Phänomen", das spätestens 2020 ende. "Oder sogar früher."

Soros kritisierte auch das europäische Parteiensystem und erklärte es für reformbedürftig. Dabei nannte er explizit die CSU als Problemfall. Das Auftauchen einer anderen Partei - der AfD - habe die CSU gezwungen, "noch weiter nach rechts zu rücken angesichts der Wahlen in Bayern", sagte der Milliardär. Dadurch habe sich zwischen den bislang wie siamesische Zwillinge agierenden Unionsparteien ein unüberbrückbarer Graben aufgetan. "Das deutsche Parteiensystem ist damit weitgehend funktionsunfähig, bis sich CDU und CSU aufspalten."

Das Abendessen von Soros in Davos zählt zu den wichtigen Events während des Weltwirtschaftsforums. Die Heimat des Starinvestors ist Ungarn, sein Vermögen machte der heute 87-Jährige aber in den USA. Der zum Philantrophen gewandelte Investor ist ein Kritiker des ultraliberalen Kapitalismus.

asc/dpa/AFP

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