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Wirtschaftliche Risiken: Wovor Manager 2016 Angst haben

Wirtschaftsexperten fürchten eine globale Krise. Große Themen wie Migration und der Klimawandel seien eng miteinander verknüpft, heißt es in einer Studie. Staaten tendierten zu Alleingängen. Das mache auch unternehmerische Entscheidungen schwieriger.

Die Furcht vor den Risiken des Klimawandels ist auch in den Top-Etagen von Unternehmen und Wirtschaftsforschungseinrichtungen angekommen. Laut dem Welt-Risiko-Bericht des Weltwirtschaftsforums (WEF) sehen Manager und Wirtschaftswissenschaftler die Gefahr eines Versagens in der Klimapolitik als folgenschwerste Gefahr für die Weltwirtschaft in den kommenden Jahren.

Als wahrscheinlichstes Risiko in diesem Jahr sehen die knapp 750 befragten Manager und Wirtschaftswissenschaftler aus aller Welt Probleme durch den weiteren Flüchtlingszustrom.

Insgesamt sehen die Umfrageteilnehmer die globale Stabilität so gefährdet wie lange nicht. Die Risiken sind aus ihrer Sicht in allen Bereichen - umweltbezogen, gesellschaftlich, wirtschaftlich, politisch und technologisch - in den vergangenen zwölf Monaten gestiegen, wie aus dem Bericht hervorgeht.

Neben der Sorge, ob der Klimawandel gestoppt wird und Flüchtlinge integriert werden, nannten die Befragten auch wachsende Einkommensunterschiede als Risiko. Gerade in Industrieländern kommt die Angst vor Cyberangriffen hinzu.

"Unberechenbare Auswirkungen auf Gesellschaften"

Noch nie in der elfjährigen Geschichte der Studie habe es eine "so breit gefächerte Risikolandschaft" gegeben, heißt es in dem Bericht. Die einzelnen Gefahren seien dabei immer stärker miteinander verbunden. "Wir wissen, dass der Klimawandel andere Risiken wie Migration und Sicherheit verschärft, aber das sind keineswegs die einzigen Zusammenhänge, die sich rasant entwickeln und oftmals unberechenbare Auswirkungen auf Gesellschaften haben", sagte WEF-Ökonomin Margareta Drzeniek-Hanouz.

"Durch Ereignisse wie die Flüchtlingskrise und Terroranschläge in Europa ist die globale politische Instabilität so hoch wie seit dem Kalten Krieg nicht mehr", meinte John Drzik vom Industrieversicherungsmakler Marsh. Das mache Entscheidungen von Unternehmen schwieriger. Hinzu kommen zwischenstaatliche Spannungen, die Lösungen etwa im Kampf gegen den Klimawandel erschweren.

Die Umfrage des Weltwirtschaftsforums wurde noch vor der Weltklimakonferenz in Paris durchgeführt. Vom 20. bis 23. Januar treffen sich mehr als 2500 Spitzenpolitiker, Manager und Wissenschaftler aus mehr als hundert Ländern zum Weltwirtschaftsforum im Schweizer Alpenkurort Davos, um über Lösungsansätze globaler Probleme zu sprechen.

Deutschland wird von Bundespräsident Joachim Gauck vertreten, der am Eröffnungstag eine Rede hält. Zur Regierungsdelegation aus Berlin gehören zudem Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD), Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sowie weitere Kabinettsmitglieder.

ade/mmq/dpa/AP

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insgesamt 3 Beiträge
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1. ...
Newspeak 14.01.2016
Die Manager der Welt sollten vielleicht mal realisieren, was ihr Anteil an den Krisen der Welt ist. Die Einkommens- und Vermögensungleichheit z.B. ist doch kein Naturgesetz, sondern Folge von Profitmaximierung, Steuerflucht, Raffgier usw. Die Kriege der Welt werden natürlich auch von Rüstungs- und Rohstoffhandel befeuert, die Diktaturen der Welt können nur bestehen, weil die Wirtschaft bereitwillig kooperiert, weil man Geld immer über Menschenrechte stellt und auch immer über Umweltschutz und weil die eigenen Lobbyisten fleißig an Gesetzen arbeiten, die ein Durchlavieren ermöglichen. Wenn man das alles mal reflektiert, dann könnte man vielleicht sogar mal zur Schlußfolgerung kommen, daß die Manager der Großkonzerne das eigentliche Problem der Menschheit sind.
2. Schon komisch..
dingstabumsta 15.01.2016
...das 90 Prozent dieser Angst Themen Hausgemacht sind? Klimawandel, Negative Auswirkungen auf stabile Gesellschaften durch zu wenig Mindest(dumping)lohns, Migration nur durch Aushebelung des Mindestlohns, Beziehungen und Waffenlieferung zu Staaten, die Agressiv sind... Selbst verbockt das ganze....und die allgemeinheit soll dafür leiden, das einige wenige Profitmaximierung vor Ethik stellen. Klimawandel und andere Risiken wie Migration und Sicherheit kann eine Wirtschaft auch in Positive Richtungen lenken....aber dafür gäbe es weniger Profit...
3. Manager und Angst
Peter Pan47 16.01.2016
vor was denn? Die haben alle Verträge davon träumt der kleine rechtschaffende nur.
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