Atomwaffentest Weltwirtschaftsforum lädt Nordkorea aus

Sie wollten ein Zeichen der Annäherung senden - nun senden sie eines der Ablehnung: Das Weltwirtschaftsforum hat seine Einladung für eine Delegation aus Nordkorea zurückgezogen. In Davos willkommen ist dagegen der deutsche Bundespräsident.

WEF-Gründer Klaus Schwab: Er ruft die Mächtigen zusammen
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WEF-Gründer Klaus Schwab: Er ruft die Mächtigen zusammen


Das Weltwirtschaftsforum (WEF) hat eine Einladung an die Regierung Nordkoreas zur Teilnahme an seiner diesjährigen Tagung in Davos zurückgezogen. Als Grund nannte WEF-Vorstandsmitglied Philipp Rösler am Mittwoch den kürzlich von der Regierung in Pjöngjang durchgeführten Atomwaffentest.

Nach langen Jahren der politischen Isolation Nordkoreas habe sich das WEF im vergangenen Jahr zu einer Einladung für 2016 entschlossen, da man gewisse Anzeichen für Dialogbereitschaft erkannt habe, sagte der ehemalige Bundeswirtschaftsminister. Nordkorea habe daraufhin auch eine "hochrangige Delegation" für das Treffen in Davos angemeldet, das vom 20. bis 23. Januar stattfindet.

Dies sei aber nach dem Atomtest als nicht mehr angemessen erschienen, sodass die Einladung zurückgenommen worden sei, sagte Rösler. Die Regierung in Pjöngjang hatte vor einer Woche erklärt, bei dem Atomtest habe das Land erstmals eine Wasserstoffbombe gezündet.

Zu dem WEF-Treffen in Davos haben sich mehr als 40 Staats- und Regierungschefs sowie insgesamt 2500 Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft angesagt. Die Eröffnungsrede wird in diesem Jahr Bundespräsident Joachim Gauck halten. Zur Regierungsdelegation aus Berlin gehören Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sowie weitere Kabinettsmitglieder. Bundeskanzlerin Angela Merkel ist ausnahmsweise nicht dabei.

Aus den USA werden Vizepräsident Joe Biden und John Kerry erwartet. Zugesagt haben neben anderen Regierungschefs auch der britische Premierminister David Cameron sowie der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu und der griechische Regierungschef Alexis Tsipras.

stk/dpa-AFX



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insgesamt 7 Beiträge
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Seite 1
Bueckstueck 13.01.2016
1. Ja gut...
Welchen Sinn hat es auch eine Plan-Mangel-Wirtschaft wie Nordkorea zu einem Kapitalismusgipfel einzuladen? Also, ausser den Bonzen einen netten Urlaub in Davos zu ermöglichen...
Referendumm 13.01.2016
2. Versteht man das neuerdings unter
Wenn Gesprächspartner, die einem nicht passen oder die einen - der eigenen Meinung nach - unpassendes Verhalten an den Tag legen, wieder auslädt? Nennt man so etwas heutzutage "Annäherung" oder womöglich noch Diplomatie? Ja, Waffen sprechen zu lassen, das ist heute leider der Trend in Sachen "Diplomatie". Die Folgen allerdings sind uns hinlänglich bekannt.
rainer_daeschler 13.01.2016
3.
Zitat von BueckstueckWelchen Sinn hat es auch eine Plan-Mangel-Wirtschaft wie Nordkorea zu einem Kapitalismusgipfel einzuladen? Also, ausser den Bonzen einen netten Urlaub in Davos zu ermöglichen...
"Kapitalisten" sind immer auf der Suche nach Fertigungsstätten mit Niedriglöhnen, die noch billiger sein können.
svizzero 13.01.2016
4. Kurzsichtigkeit bis zum geht nicht mehr
Es zeigt, dass die Veranstalter des WEF nur ihre eigenen Vorstellungen einbringen wollen. Oder wurden sie unter Druck gesetzt? Gerade das WEF wäre eine hevorragende Plattform um mit der Nordkorea Delegation gewisse Themen anzusprechen. Resultate könnten veröffentlicht und das Regime anschliessend immer wieder darauf hingewiesen werden. Ausschluss scheint heute der goldene Weg zu sein. Aber natürlich nur selektiv. Da gäbe es noch eine ganze Reihe von Staaten, die ebenfalls am WEF nichts zu suchen hätten. Aber eben....
dasdondel 13.01.2016
5. 2003
hat NK den Atomwaffensperrvertrag gekündigt.
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