Billiges Geld Dax geht auf Höhenflug

Von wegen "Black Friday": Für die Börse geht ein erfreulicher Tag zu Ende: Der Dax erklimmt den höchsten Stand seit zwei Monaten. Grund sind Zinssenkungen in China und Hoffnungen auf mehr billiges Geld von der EZB.

Die Frankfurter Börse: "Tun, was wir tun müssen"
REUTERS

Die Frankfurter Börse: "Tun, was wir tun müssen"


Frankfurt am Main - Der Deutsche Aktienindex (Dax) ist am Freitag auf den höchsten Stand seit zwei Monaten geklettert. Er verbuchte damit den siebten Gewinntag in Folge. Zum Handelsschluss verzeichnete der Dax einen Kurssprung von 2,62 Prozent auf 9732,55 Punkte. Beflügelt hatten den Höhenflug Aussagen des europäischen Notenbankpräsidenten Mario Draghi, die überraschende Senkung der Leitzinsen in China und Rückenwind von der Wall Street.

Der letzte Wochentag knüpfte an den positiven Trend der vergangenen Tage an: Auf Wochensicht verzeichnet der Dax Chart zeigen einen Gewinn von 5,18 Prozent - den größten Zuwachs in einer Woche seit Juli 2013. Für den EuroStoxx 50 Chart zeigen ging es drei Prozent aufwärts auf 3194,22 Zähler. Der MDax Chart zeigen, der Index mittelgroßer Werte, legte um 1,83 Prozent auf 16 840,94 Punkte zu. Für den TecDax Chart zeigen der Technologiewerte ging es um 0,79 Prozent auf 1329,02 Punkte nach oben.

Rückenwind erhielt der Dax auch von neuen Bestwerten zweier US-Indizes: Am Vorabend waren der Dow Jones Chart zeigen und S&P 500 mit 17.894,83 beziehungsweise 2071,46 Stellen notiert.

Am Vormittag hatte Draghi Hoffnungen auf weitere Geldspritzen geschürt und damit die europäischen Börsen beflügelt. Auf einem Bankenkongress in Frankfurt unterstrich der EZB-Präsident seine Bereitschaft, weiter gegen Niedriginflation und Wachstumsschwäche vorzugehen. Mit allen Mitteln werde die Zentralbank die schwache Inflation anheizen.

Bei Bedarf sei die EZB bereit, noch stärker an den Finanzmärkten einzugreifen und Geld in die Wirtschaft zu pumpen - auch über den umstrittenen Kauf von Staatstiteln. "Wir werden tun, was wir tun müssen", sagte Draghi. Die europäischen Finanzwerte reagierten prompt auf diese Äußerungen; der Index für die Banken der Eurozone legte um 3,7 Prozent zu.

Ein weiterer positiver Impuls kam durch überraschende Zinssenkungen in China zustande. Erstmals seit mehr als zwei Jahren hat die chinesische Notenbank ihre wichtigsten Leitzinsen gesenkt, um die Konjunktur anzukurbeln.

Der Zins für Zentralbank-Kredite mit einem Jahr Laufzeit sank von sechs auf 5,6 Prozent, teilte die People's Bank of China (PBOC) am Freitag mit. Der Einlagensatz fiel um 0,25 Punkte auf 2,75 Prozent. Bislang habe die Bank aus Angst vor einer Kreditblase vor Zinssenkungen zurückgescheut, sagte Finanzmarkt-Expertin Andrea Tueni von der Saxo Bank. "Der heutige Schritt deutet darauf hin, dass ihr die Konjunkturaussichten zunehmend Sorgen bereiten."

daf/dpa/Reuters



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insgesamt 73 Beiträge
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gisela.schwan 21.11.2014
1. Nullzins
und dazu noch Gelddrucken werden noch lange anhalten. Bei den vielen neuen Schulden, die die EZB und die EU Regierungen in den letzten Jahren provoziert bzw. gemacht haben, ist die Rückkehr zur Marktwirtschaft mit marktgerechten Zinsen auf lange Sicht ohne neue Systemkrise nicht mehr möglich.Wer kann, sollte sein Vermögen durch breite geografische Streuung vor den Langfingern sichern.
hubertrudnick1 21.11.2014
2. Höhenflug?
Was für einen Höhenflug sollte das denn sein, es wird doch nur erneut weiteres Spielgeld auf den Markt geworfen, was wir alle noch mal sehr bedauern werden.
EraserFS 21.11.2014
3. Was hoch fliegt...
...wird tief fallen. Mal schauen, wir haben eine gesamtwirtschaftliche Entwicklung, die sich auf 0-2 % Wachstum beschränkt bei gleichzeitigem Wachstum der Aktienkurse im selben Zeitraum um ein Vielfaches (zu faul jetzt exakte Zahlen nachzuschauen und sie zeitlich abzugleichen). Betrachtet man das als eine Preisentwicklung, die von den Fundamentalwerten entkoppelt ist und man weiß, dass es sich dabei um eine Preisblase handelt - die platzen wird bzw. wird sich der Fundamentalwert früher oder später wieder einstellen...PS: Wieso spuckt SPON eigentlich neuerdings meine Kommentare komplett unformatiert aus? (keine Absätze)
gisela.schwan 21.11.2014
4. 50 Mrd sparen die Spanier schon jetzt
Zitat von hubertrudnick1Was für einen Höhenflug sollte das denn sein, es wird doch nur erneut weiteres Spielgeld auf den Markt geworfen, was wir alle noch mal sehr bedauern werden.
pro Jahr, weil sie variable Zinsen auf ihre Hypotheken abgeschlossen haben und so voll von der EZB Zinsmanipulation profitieren. Was Besseres kann denen gar nicht passieren. Zum Schluß haben fast alle Haus und Hof, während in D die Leute ... die staatliche Mietpreisbremse haben.Die Deutschen sind selbst Schuld. Wählen zu mehr als 90% ihre Enteignung. Also gefällt es den Deutschen enteignet zu werden. Im Rest von Europa freut man sich auch, weil dort das enteignete Geld hinfließt.Von "bedauern" kann gar keine Rede sein. Europa war nie zufriedener und allen voran die Deutschen, die vom Euro profitieren.
muellerthomas 21.11.2014
5.
Zitat von EraserFS...wird tief fallen. Mal schauen, wir haben eine gesamtwirtschaftliche Entwicklung, die sich auf 0-2 % Wachstum beschränkt bei gleichzeitigem Wachstum der Aktienkurse im selben Zeitraum um ein Vielfaches (zu faul jetzt exakte Zahlen nachzuschauen und sie zeitlich abzugleichen). Betrachtet man das als eine Preisentwicklung, die von den Fundamentalwerten entkoppelt ist und man weiß, dass es sich dabei um eine Preisblase handelt - die platzen wird bzw. wird sich der Fundamentalwert früher oder später wieder einstellen...PS: Wieso spuckt SPON eigentlich neuerdings meine Kommentare komplett unformatiert aus? (keine Absätze)
Aber die KGVs zeigen doch, dass die Aktienkurse durchaus die Gewinne der Unternehmen widerspiegeln. Was sind denn aus Ihrer Sicht die Kennzahlen, an denen man die Blase erkennen kann?Die Unternehmensgewinne haben offenbar wenig mit der realwirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland zu tun.
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