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Dax und Dow im Plus Börsianer spekulieren auf rasche Griechen-Rettung

Griechisches Pantheon: Hoffnung auf RettungZur Großansicht
REUTERS

Griechisches Pantheon: Hoffnung auf Rettung

Börse verrückt: Der Dax hat am Freitag kräftig im Plus geschlossen. Anleger spekulieren auf rasche Hilfe für Griechenland. Dabei stellt sich die Mehrheit der Euro-Finanzminister auf ein Scheitern ein. Und nach SPIEGEL-Informationen klafft im Rettungspaket eine große Lücke.

Hamburg - Die Reaktionen könnten widersprüchlicher nicht sein. An den europäischen Aktienmärkten rechnen Anleger damit, dass der Beschluss für neue Griechenland-Hilfen unmittelbar bevorsteht - die Euro-Finanzminister dagegen werden immer skeptischer.

Der Dax schloss am Freitag 1,4 Prozent höher auf einem Jahreshoch von 6848 Zählern; auf Wochensicht gewann der deutsche Leitindex sogar 2,3 Prozent. Der EuroStoxx50 legte zum Wochenschluss um 1,2 Prozent auf 2519 Punkte zu. Auch in den USA gewinnt der Dow Jones an Wert. Zwischenzeitlich stieg er auf den höchstren Stand seit Mai 2008.

"Es sieht ganz danach aus, als würde man mit aller Gewalt versuchen, bis Montag ein Ergebnis zu erzielen", sagte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research. Kommt es tatsächlich so, dürfte das die Finanzmärkte noch mehr in Feierlaune versetzen.

Bei den Euro-Retter selbst dagegen herrscht alles andere als Euphorie. Nach SPIEGEL-Informationen rügt die Troika aus EU, IWF und EZB die mangelnden Fortschritte Griechenlands beim Schuldenabbau. Die Mehrheit der Euro-Finanzminister stellt sich auf ein Scheitern der Griechenland-Rettung an diesem Montag ein - und damit auf eine Staatspleite des überschuldeten EU-Landes.

Große Lücke im Rettungspaket

Eine Telefonkonferenz der Minister am vergangenen Mittwochabend offenbarte nach SPIEGEL-Informationen große Zerwürfnisse. Vor allem Deutschland stemmt sich gegen rasche Hilfen für das angeschlagene Mittelmeerland. Ihre Zögerlichkeit begründeten Finanzminister Wolfgang Schäuble und seine Kollegen mit der jüngsten Schuldentragfähigkeitsanalyse der Troika.

Der streng vertrauliche Bericht von EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) stellt den Griechen mit Blick auf ihre Staatsverschuldung ein katastrophales Zeugnis aus. So erreiche Athen im Jahr 2020 trotz eines drastischen Forderungsverzichts privater Gläubiger nur einen Schuldenstand von 129 Prozent der Jahreswirtschaftsleistung.

Die Troika hatte jedoch das Ziel von höchstens 120 Prozent vorgegeben, bei dem Griechenland wieder auf eigenen Beinen stehen könne. Der Vertreter des Internationalen Währungsfonds erklärte in der Telefonkonferenz, dass man ein zweites Griechenland-Programm nicht unterstützen werde, solange die Schuldentragfähigkeit des Landes nicht gewährleistet sei.

Auch Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker zeigt sich skeptisch. Bis zur Erfüllung des griechischen Schuldenziels für 2020 seien noch Anstrengungen nötig, sagte er am Freitagnachmittag. Es stehe noch viel Arbeit an, bis der Schuldenstand ein erträgliches Niveau erreiche. "Wir sind von diesem Ziel weit entfernt", sagte er - äußerte sich aber hoffnungsvoll, bis Sonntagnacht diesem Vorhaben näherzukommen. Derzeit liegen die Verbindlichkeiten Griechenlands bei 160 Prozent der Jahreswirtschaftsleistung.

Euro-Zentralbanken tauschen ihre Griechen-Anleihen

Die Europäische Zentralbank (EZB) will sich an einem Schuldenschnitt für Griechenland nicht beteiligen. Zur Vermeidung von möglichen Verlusten haben die Euro-Zentralbanken ihre griechischen Anleihen in neue Papiere getauscht.

Davon betroffen sind nach Angaben aus Notenbankkreisen vom Freitag Staatsanleihen, die die EZB über die nationalen Notenbanken seit Mai 2010 auf dem Sekundärmarkt gekauft hat. Die getauschten neuen Anleihen seien identisch mit den alten, was Laufzeit und Konditionen angehe, sie trügen lediglich eine andere Kennnummer.

Bundesbankpräsident Jens Weidmann hat nach Angaben eines Insiders gegen den Plan der EZB gestimmt, durch einen Umtausch ihre griechischen Anleihen vor einer Umschuldung zu schützen. Die Bundesbank sei besorgt darüber, dass der Umtausch Klagen provozieren könnte, sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person der Nachrichtenagentur Dow Jones.

Griechenland behält sich vor, juristische Umschuldungsklauseln bei bereits gegebenen Anleihen rückwirkend einzuführen, wenn sich nicht genügend Investoren an dem geplanten Schuldenerlass beteiligen. Das Land wollte damit eigentlich nur seine privaten Gläubiger unter Druck setzen. Doch in den schwierigen Verhandlungen wurde immer wieder gefordert, dass sich auch die EZB am Schuldenschnitt beteiligen soll.

IWF-Anteil könnte kleiner ausfallen

Der Beitrag des Internationalen Währungsfonds (IWF) am zweiten Hilfspaket könnte derweil geringer als angenommen ausfallen. Es sei anzunehmen, dass der IWF lediglich 13 Milliarden Euro zum 130 Milliarden Euro schweren Paket beisteuere, berichtet das "Wall Street Journal".

Die Reduzierung gehe auf Bedenken von IWF-Mitgliedern zurück, die ein Übergewicht zugunsten der Eurozone bei der Verteilung der Mittel des Fonds fürchten, heißt es in dem Bericht. Der IWF habe bereits 30 Milliarden Euro an Griechenland sowie 22,5 Milliarden Euro an Irland und 26 Milliarden Euro an Portugal vergeben.

IWF-Offizielle sagten jedoch, der Anteil sei noch nicht endgültig ausgehandelt. Am Sonntag und Montag wolle man sich mit den Finanzministern und Vertretern der Eurozone einig werden.

ssu/dapd/dpa/Reuters

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insgesamt 23 Beiträge
Benjowi 17.02.2012
In jedem-egal welchem und wie großem "Rettungspaket"- wird offensichtlich immer eine große Lücke "klaffen". Diese Rhetorik vor allem mit der entsprechenden Begleitmusik aus dem betroffenen [...]
Zitat von sysopBörse verrückt: Der Dax hat am Freitag kräftig im Plus geschlossen. Anleger spekulieren auf rasche Hilfe für Griechenland. Dabei stellt sich die Mehrheit der Euro-Finanzminister auf ein Scheitern ein. Und nach SPIEGEL-Informationen klafft im Rettungspaket eine große Lücke. Dax und Dow im Plus: Börsianer spekulieren auf rasche Griechen-Rettung - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,816095,00.html)
In jedem-egal welchem und wie großem "Rettungspaket"- wird offensichtlich immer eine große Lücke "klaffen". Diese Rhetorik vor allem mit der entsprechenden Begleitmusik aus dem betroffenen "Staat" ist langsam nicht mehr auszuhalten!
b.lödheimer 17.02.2012
Nur die Börse spielt verrückt? Griechenland will rückwirkend Vertragsklauseln ändern? Ein "streng vertraulicher" Bericht wird so mir nichts Dir nichts publik - ohne gezielte Veröffentlichung? Auf was soll da die [...]
Nur die Börse spielt verrückt? Griechenland will rückwirkend Vertragsklauseln ändern? Ein "streng vertraulicher" Bericht wird so mir nichts Dir nichts publik - ohne gezielte Veröffentlichung? Auf was soll da die interessierte Öffentlichkeit bloß vorbereitet werden?
einfachgerecht 17.02.2012
Ehrlich gesagt ich habe keinerlei Verständnnis für diese Spekulanten!!! Und wenn Griechenland aus dem Euro sich verschieden würde, es wäre mir ein Vergnügen diese selbstverliebten Börsenhalbgötter mit hektischen roten Flecken im [...]
Ehrlich gesagt ich habe keinerlei Verständnnis für diese Spekulanten!!! Und wenn Griechenland aus dem Euro sich verschieden würde, es wäre mir ein Vergnügen diese selbstverliebten Börsenhalbgötter mit hektischen roten Flecken im Gesicht zu sehen. Denn der kleine Mann zahlt so oder so, unsere Politiker verpulvern unser hart verdientes Steuergeld. Nur für Strassen- und Schulsanierungen ist kein Geld da. Ich kann die alle nicht mehr ernst nehmen.
moass 17.02.2012
Eine Pleite Griechenlands ist eingepreist. Jeder hatte genügend Zeit sich darauf vorzubereiten. Griechenland ist wirtschaftlich nicht so bedeutend. Die Griechenlandanleihen sind schon größtenteils abgeschrieben. Für die [...]
Zitat von sysopBörse verrückt: Der Dax hat am Freitag kräftig im Plus geschlossen. Anleger spekulieren auf rasche Hilfe für Griechenland. Dabei stellt sich die Mehrheit der Euro-Finanzminister auf ein Scheitern ein. Und nach SPIEGEL-Informationen klafft im Rettungspaket eine große Lücke. Dax und Dow im Plus: Börsianer spekulieren auf rasche Griechen-Rettung - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,816095,00.html)
Eine Pleite Griechenlands ist eingepreist. Jeder hatte genügend Zeit sich darauf vorzubereiten. Griechenland ist wirtschaftlich nicht so bedeutend. Die Griechenlandanleihen sind schon größtenteils abgeschrieben. Für die griechischen Banken könnte es im Fall einer Pleite allerdings eng werden. Es würde zu einer extrmen Kreditklemme in Griechenland kommen. Die Wirtschaft dort würde noch weiter abstürzen. Für die Weltwirtschaft hätte das aber keine großen Auswirkungen. Grund für die Börsenrallye sind die guten Konjunkturdaten nicht nur aus den USA sondern auch aus der Euro-Zone. Schlussendlich sind auch die Bewertungen europäischer Aktien atttraktiv im Vergleich zu den USA.
bertaii 17.02.2012
Die wollen nur eines, Schnäpchen machen. Darum das Privatisierungsgequatsche.
Die wollen nur eines, Schnäpchen machen. Darum das Privatisierungsgequatsche.
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