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Debatte über US-Staatspleite: Amerika ist abgebrannt

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Mit drastischen Worten hat der amerikanische Finanzminister Geithner vor einer Staatspleite der USA gewarnt, dem Land drohten "katastrophale Schäden". Auf den ersten Blick ein politisches Manöver. Doch es zeigt auch, wie schlecht es der Großmacht wirklich geht.

Das Kapitol in Washington: "Die Probleme in Amerika sind noch größer als im Euro-Raum" Zur Großansicht
Getty Images

Das Kapitol in Washington: "Die Probleme in Amerika sind noch größer als im Euro-Raum"

Hamburg - Vier Seiten lang ist der Brief, und er spart nicht mit drastischen Worten. In einem Schreiben an alle Senatoren und alle Abgeordneten des Repräsentantenhauses warnt US-Finanzminister Timothy Geithner vor einer Staatspleite. Der Grund? Nur noch 335 Milliarden Dollar betrage der Puffer zur gesetzlich verankerten Schuldengrenze von 14,3 Billionen Dollar.

Sollte die Grenze erreicht werden, so Geithner, sei die Regierung nicht mehr in der Lage, die Zinsen für Staatsanleihen zu bezahlen. Die Pleite würde "die Wirtschaft katastrophal beschädigen, möglicherweise noch schwerer als die Finanzkrise 2008 und 2009". Jenseits der Schuldengrenze ist es der US-Regierung per Gesetz verboten, neue Schulden aufzunehmen, um alte zu begleichen. "Selbst eine sehr kurze Zahlungsunfähigkeit hätte katastrophale Folgen, die noch Jahrzehnte zu spüren wären", so Geithner.

Und als sei das nicht genug, setzt der Finanzminister eine Deadline: Bis zum 31. März müsse die Schuldengrenze angehoben werden, fordert Geithner. Dazu benötigt er jedoch die Zustimmung des Repräsentantenhauses, in dem die Republikaner die Mehrheit haben. Und einige Abgeordnete - vor allem aus dem Umfeld der erzkonservativen Tea-Party-Bewegung - haben bereits unverhohlen mit einer Blockade gedroht.

Was also steckt hinter dem Schreckensszenario des Finanzministers? Welche Rolle spielt die Opposition? Und was bedeutet die Debatte über die drohende Staatspleite für das Ansehen der USA in der Welt? Ein Überblick.

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insgesamt 302 Beiträge
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1. Ein Wort zur Schuldenmacherei der USA
Diomedes 07.01.2011
Man sollte niemals vergessen, dass die USA nur deshalb so hohe Schulden machen können, weil sie die Weltwirtschaftsordnung praktisch beherrschen; ließen sie diese doch 1945 in Potsdam mit ihrer neuen Weltordnung aufrichten, so wie die UN die internationale Bühne beherrschen sollte, so beherrschen Weltbank, der internationale Währungsfonds und die Welthandelsorganisation das wirtschaftliche Leben auf der Erde; hinzu kommt noch die Rolle des Dollars als Welthandelswährung und die politisch-militärische Vormachtstellung der USA; eine Bewertungsagentur, welche den US-Anleihen Unsicherheiten bescheinigen wollte, müßte sich also auf ganz anderen Gegenwind und Gefahren gefasst machen, als dies im Falle Spaniens, Griechenlands oder Portugals der Fall ist; die USA können zudem ihre Schulden jederzeit durch eine Entwertung des Dollars reduzieren; Deutschland dagegen ist allein auf seine wirtschaftlich-industrielle Stärke verwiesen, wenn es sich Geld leihen will...
2. Dollar Dollar Bill, y'all
jeez 07.01.2011
Der Kapitalismus frisst seine Kinder ? Wer hätte das gedacht.
3. So lange die FED unbegenzt Papieregeld drucken kann
sic tacuisses 07.01.2011
Zitat von sysopMit drastischen Worten hat der amerikanische Finanzminister Geithner vor einer Staatspleite der USA gewarnt, dem Land drohten*"katastrophale Schäden".*Auf den ersten Blick ein politisches Manöver. Doch es zeigt auch, wie schlecht es der Großmacht wirklich geht. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,738268,00.html
sind die USA nicht pleite. Aber in der Sekunde, in der Russland, Brasilien, Venezuela, Kuweit, Saudi-Arabien, China, Iran und Irak den Papierdollar nicht mehr als Zahlungsmittel für Energielieferungen akzeptieren hat Amerika fertich. fix und........
4. Nachgedacht...
kingston007 07.01.2011
Hab ich darüber schon vor Jahren, wir können ganz genau eine Wirtschaftskrise verkraften die war 2008, dann sind die Vermögen also die Dollars aufgebraucht auch der Rettungschirm ist dahin, noch eine hätte folgen die das Kapitalistische System zum Stürzen bringt und den Weg frei macht für ein Sozialistisches System, wer will dies...?
5. Irakische Oelvorkommen auf 5 Billionen $
ofelas 07.01.2011
Wer sich eine Verteidigungshaushalt von 600 Mrd, ohne die Ausgaben fuer diverse Gehmeimdienste und NSA einzurechnen, leisted kann nicht abgebrannt sein; oder aber er glaubt das andere am Ende dafuer gerade stehen.
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Staats- und Regierungschef: Barack Obama

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