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Debatte um Rente mit 67: Malochen, solange der Rücken hält

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Arbeitsministerin Ursula von der Leyen wirbt für die Rente mit 67. Dabei gehen viele Arbeitnehmer schon mit 60 Jahren in den Ruhestand. Manche Berufsgruppen halten sogar nur bis 55 durch - SPIEGEL ONLINE gibt den Überblick.

Berufsgruppen: Wer am frühesten in Rente geht Fotos
DDP

Hamburg - Bei der Rente mit 67 steht die Entscheidung bevor. Im November will die Bundesregierung endgültig klären, ob das gigantische Arbeitsmarktprojekt vertretbar ist. Die Kernfrage dabei: Gibt es in den kommenden Jahren überhaupt genug Jobs für Ältere?

Derzeit wird an einer Untersuchung gearbeitet, die die Antwort darauf geben soll. Doch auch wenn die Fakten noch nicht alle auf dem Tisch liegen, gibt Arbeitsministerin Ursula von der Leyen schon heute die Richtung vor. Die Fakten sprechen für die Rente mit 67, sagt die CDU-Politikerin jetzt ziemlich deutlich und reagiert damit auf Attacken des SPD-Vorstands gegen die Reform. Eine Argumentationshilfe liefert von der Leyen gleich mit: In den vergangenen fünf Jahren sei der Anteil der 60- bis 64-Jährigen in Arbeitsverhältnissen um zwölf Prozentpunkte auf inzwischen 40 Prozent gestiegen.

Was die Zahl aber auch verdeutlicht: Immer noch gehen 60 Prozent aller Älteren keiner Arbeit nach.

Nur jeder Dritte geht mit 65 Jahren in Rente

So sieht die Bilanz für die Rente mit 65 schon heute dürftig aus: Nur etwa jeder Dritte geht erst mit Eintreten des gesetzlichen Renteneintrittsalters in den Ruhestand. Tatsächlich ist der durchschnittliche Rentner 63,2 Jahre alt, wenn er seine Altersbezüge erstmals überwiesen bekommt. Das zeigen Daten der Deutschen Rentenversicherung aus dem vergangenen Jahr.

Und selbst von dieser Marke sind viele Berufsgruppen noch sehr weit entfernt: allen voran Arbeiter der unterschiedlichsten Fachrichtungen. Die Spitze der Frührentner führen männliche Bergleute an. Sie gingen im vergangenen Jahr im Schnitt mit 55,7 Jahren in den Ruhestand, Rentner wegen verminderter Erwerbsfähigkeit inbegriffen. Nur minimal später hören Hilfsarbeiter mit der Arbeit auf (siehe Tabelle unten).

Etwas länger halten es Arbeiter in Bauberufen aus. Hier liegt das durchschnittliche Renteneintrittsalter bei den Männern bei rund 58 Jahren - immer noch sieben Jahre von der gesetzlichen Grenze entfernt. Darunter fallen auch Dachdecker, die in der politischen Debatte von der SPD immer wieder als Gegenbeispiel für die Rente mit 67 angeführt wird. Nur etwas mehr als zehn Prozent von ihnen steigen bis zum 65. Lebensjahr aufs Dach.

Tatsächlich dürfte die Bilanz für die besonders belasteten Berufsgruppen noch schlechter ausfallen, wenn die Daten der Deutschen Rentenversicherung umfassender wären. Denn angehende Ruheständler geben der Behörde immer nur ihren letzten aktiven Beruf an. Jobbt ein Arbeitnehmer in seinen letzten zwei Berufsjahren also als Lagerarbeiter, obwohl er seine gesamte Karriere davor im Baugewerbe gemacht hat, wird nur die letzte Beschäftigung gemeldet.

Ingenieure halten es bis zum 63. Lebensjahr aus

Weiteres Problem: Unter den Aspekt Gesundheitsberufe fallen sowohl Krankenpfleger als auch Ärzte. Doch bekannt ist, dass Mediziner sehr oft über das 65. Lebensjahr hinaus arbeiten, Krankenschwestern aber häufig früher aus dem Berufsleben scheiden. So gesehen dürfte das durchschnittliche Renteneintrittsalter mit knapp 60 Jahren gerade bei diesem Beispiel verzerrt sein.

Aber natürlich gibt es auch Berufe, in denen es Arbeitnehmer laut Statistik insgesamt lange aushalten. Ingenieure, Mathematiker oder Physiker etwa. Hier bleiben Männer im Schnitt bis knapp zum 63. Lebensjahr im Job. Ingenieurinnen, Mathematikerinnen und Physikerinnen gehen in der Regel jedoch schon mit unter 60 in Rente. Grundsätzlich liegt das durchschnittliche Renteneintrittsalter von Frauen niedriger als bei Männern.

Auch in nicht-akademischen Berufen wird teilweise deutlich länger gearbeitet als etwa bei Bauarbeitern. Insbesondere männliche Beschäftigte im Organisations- und Verwaltungsbereich halten es lange an ihrem Arbeitsplatz aus (Renteneintrittsalter: 61,4 Jahre). Gleiches gilt für den Dienstleistungssektor.

Wann Arbeitnehmer durchschnittlich in Rente gehen
Männer Frauen Gesamt
2000 62,2 62,3 62,3
2001 62,4 62,5 62,4
2002 62,6 62,8 62,7
2003 62,9 62,9 62,9
2004 63,1 63,0 63,1
2005 63,1 63,2 63,2
2006 63,3 63,2 63,2
2007 63,3 63,0 63,1
2008 63,4 63,0 63,2
2009 63,5 62,9 63,2
Quelle: Eurostat

Wer früher aufhört zu arbeiten, muss für jedes Jahr Abschläge in Kauf nehmen. Die Einbußen liegen im Schnitt der vorzeitigen Rentner bei 115 Euro pro Monat. Bislang schreckte Arbeitnehmer das offenbar nicht davor ab, früher in Rente zu gehen. Steigt der offizielle Rentenbeginn auf 67, drohen allerdings höhere Abschläge.

Ist die Rente mit 67 also realistisch? Geht es nach der SPD, müssten erst einmal die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass Menschen länger arbeiten können. "Zum anderen brauchen wir flexible Übergänge für die, die das nicht können", sagte Parteichef Sigmar Gabriel der "taz".

Der rheinland-pfälzische SPD-Ministerpräsident Kurt Beck wird zudem nicht müde, flexible Übergänge für besonders belastete Berufe zu fordern. Sein liebstes Beispiel bleibt dabei der Dachdecker.

Von der Leyen gibt sich jedoch hart. Sie will nicht auf den "Silberschatz des Alters verzichten", wie sie sagt. Stattdessen fordert sie die Unternehmen auf, flexible Arbeitsplätze für Ältere einzurichten. So könnte ein Dachdecker mit einem kaputten Rücken auch im Büro arbeiten, so die Schlussfolgerung der Ministerin.

Zeit genug, sich umzustellen, haben die Unternehmen noch. Laut Gesetz wird die Altersgrenze für die Rente erst zwischen 2012 und 2029 schrittweise von 65 auf 67 Jahre angehoben. Erst für Versicherte ab Geburtsjahrgang 1964 soll die Regelaltersgrenze von 67 Jahren gelten.

Nach Ansicht von Karl Brenke, Arbeitsmarktexperte am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), wird sich bis dahin auch noch viel bei den Älteren entwickeln. "So rasant, wie sich die Arbeitschancen Älterer in den vergangenen Jahren verbessert haben, dürfte es auch weitergehen", sagt er. Zudem dürfte die Mehrheit besser qualifiziert sein als heute. Und was auch aus der Statistik hervorgeht: "Je qualifizierter Arbeitnehmer sind, desto länger bleiben sie erwerbstätig."

Doch eine Sache wird sich Brenke zufolge trotz des Wandels nie ändern: "Auch wenn das faktische Durchschnitts-Renteneintrittsalter stetig steigt, wird es immer von der gesetzlichen Grenze abweichen."

Welche Berufsgruppen halten es besonders lange im Arbeitsleben aus? Welche nicht? SPIEGEL ONLINE gibt den Überblick (siehe auch Fotostrecke oben).

So unterschiedlich gehen Arbeitnehmer in Rente*
Berufsgruppen Männer Frauen
Pflanzenbauer, Tierzüchter, Fischereiberufe 58,46 58,97
Bergleute, Mineralgewinner 55,70 59,31
Steinbearb., Baustoffhersteller 59,19 59,62
Keramiker, Glasmacher 59,08 58,44
Chemiearbeiter, Kunststoffverarbeiter 59,36 59,05
Papierhersteller, -verarbeiter 59,65 59,53
Drucker 60,60 59,53
Holzaufbereiter, Holzwarenfertiger 58,70 58,28
Metallerzeuger, -bearbeiter 60,08 59,37
Schlosser, Mechaniker etc. 59,76 58,29
Elektriker 59,62 58,35
Montierer, Metallber. a. n. g. 58,50 58,98
Textil-, Bekleidungs- und Lederberufe 60,07 60,12
Ernährungsberufe 58,06 58,85
Bauberufe 58,32 58,62
Bau-, Raumausstatter, Polsterer 58,50 59,32
Tischler, Modellbauer 58,18 56,57
Maler, Lackierer, verw. Berufe 58,28 58,39
Warenprüfer, Versandfertigmacher 59,24 59,37
Hilfsarbeiter o. n. Tät. angabe 55,74 57,17
Maschinisten u. zugehör. Berufe 60,05 59,59
Ingenieure, Chemiker, Physiker, Mathematiker 62,39 59,19
Techniker 61,48 59,60
Technische Sonderfachkräfte 60,57 59,64
Warenkaufleute 60,61 59,65
Dienstleistungskaufleute und zugehörige Berufe 60,79 58,95
Verkehrsberufe 60,03 58,63
Lagerverwalter, Lager- und Transportarbeiter 58,91 59,43
Organisations-, Verwaltungs- und Büroberufe 61,42 60,14
Ordnungs- und Sicherheitsberufe 60,60 60,20
Künstler u. zugeord. Berufe 61,78 60,51
Gesundheitsdienstberufe 59,88 58,60
Sozial- u. Erzieh., a. n. g. geist. und naturwiss. Berufe 61,40 59,01
Körperpfleger 60,72 59,30
Gästebetreuer 58,50 58,79
Hauswirtschaftliche Berufe 58,75 59,21
Reinigungsberufe 58,55 60,07
Sonstige Arbeitskräfte 58,20 59,54
Ohne Berufsangaben 62,51 62,66
Quelle: Deutsche Rentenversicherung 2009
* Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit inbegriffen

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Forum - Rente mit 67 – die richtige Entscheidung?
insgesamt 4434 Beiträge
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1.
M@ESW, 09.03.2007
Sollten einfach ehrlich sein und sagen: Bis 2015 noch Rente mit 65 und ab 2016 gar keine Rente mehr.
2.
af1755, 09.03.2007
---Zitat von sysop--- Zur Sanierung der Beitragslage hat der Bundestag die Rente mit 67 beschlossen. Eine richtige Entscheidung? Oder nur eine kurze Atempause vor weiteren Einschnitten? ---Zitatende--- Schlichter Unfug, denn bereits bisher arbeitete nur ein Teil bis zum Erreichen der Altersgrnze von 65. Wo sollen denn die Arbeitsplätze für die Alten herkommen? Rente mit 67 bedeutet in der Praxis eine Rentenkürzung !!
3. Unfug und ungerecht
Atemlos, 09.03.2007
Die, die es betrifft haben nicht abgestimmt - die, die abgestimmt haben, betrifft es i.d.R. nicht. Dies ist eine Rentenkürzung - eine Pensionskürzung für die, die entschieden haben ist nicht in Sicht... Ergo: alles wie immer... und: die, die es betrifft sind brav still
4. Kind beim Namen nennen:
C.Jung 09.03.2007
a.) *Rentenkürzung*, die 27te b.) *Schweinerei*, bei zugleich Rentenanspruch der Beschließer solcher Segnungen bereits 12 Jahre früher.
5. Rente erst mit 67
schneewolf, 09.03.2007
gilt das auch für Beamte, Abgeordnete und sonstige Politiker? Frau Pauli erhält ja wohl mit 50 schon jeden Monat ca. € 4.000. Verträgt sich das? Wasser predigen und Wein saufen, ist von unseren Politikern perfektioniert. Auch für diese Bande gilt der auf Ackermann und Co. gemünzte Spruch des OLG Düsseldorf: Ihr seid nicht die Gutsbesitzer, Ihr seid die Gutsverwalter!!!
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Rentengarantie
ddp
Die Rentengarantie wurde 2009 von der Großen Koalition beschlossen. Die Schutzklausel sieht vor, dass Rentenkürzungen in wirtschaftlich schwachen Zeiten ausgeschlossen sind. Mit der gesetzlichen Garantie wird sichergestellt, dass die Renten in Deutschland auch dann stabil bleiben, wenn die Löhne sinken sollten. Rentner werden somit vor sinkenden Altersbezügen geschützt.

Die damalige Bundesregierung hatte für 2010 und die Folgejahre keine Lohnsenkungen erwartet. Die Rentengarantie war daher eine reine Vorsichtsmaßnahme. Das Gesetz war eine Reaktion auf eine Debatte über mögliche Rentenkürzungen im Jahr 2010.


Die Berechnung der Rentensteigerung
Lohn der Arbeitnehmer
Das Prinzip der dynamischen Rente besagt, dass die Rentner vom steigenden Wohlstand der Arbeitnehmer proftieren sollen. Deshalb steigen die Bezüge der älteren Generation grundsätzlich um den gleichen Prozentsatz, mit dem sich auch der Durchschnittslohn je Arbeitnehmer im Vorjahr erhöht. Vereinfacht gesagt: Verdient ein durchschnittlicher Arbeitnehmer dank Lohnererhöhungen zwei Prozent mehr, erhöht sich auch die Rente entsprechend. Allerdings wurden in den vergangenen Jahren zwei Faktoren eingeführt, die den Rentenanstieg bremsen.
Riester-Faktor
Der Riester-Faktor wurde 2001 eingeführt. Der Abzug von der sich rechnerisch ergebenden Rentenerhöhung soll den erhöhten Aufwendungen der Arbeitnehmer für die private Altersvorsorge (Riester-Rente) Rechnung tragen. Der Sonderfaktor hat den Rentenanstieg in den vergangenen Jahren um 0,5 bis 0,6 Prozent jährlich gedämpft. Allerdings wurde er für die Jahre 2008 und 2009 ausgesetzt. Das damals fällige Minus soll allerdings 2012 und 2013 nachgeholt werden.
Nachhaltigkeitsfaktor
Der Nachhaltigkeitsfaktor wurde im Rahmen der Rentenreform des Jahres 2004 eingeführt. Er soll sicherstellen, dass die Renten dann weniger stark steigen, wenn die Zahl der Beitragszahler sinkt. Weil es künftig immer mehr Rentner und immer weniger Arbeitnehmer geben wird, führt er mit großer Wahrscheinlichkeit in den kommenden Jahren regelmäßig zu geringeren Rentensteigerungen. Auch in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit dämpft der Sonderfaktor das Plus bei den Renten.
Rentengarantie
Die Rentengarantie wurde 2009 beschlossen. Sie soll sicherstellen, dass die Altersbezüge auch dann nicht niedriger ausfallen, wenn die Lohnsumme sinkt. Allerdings soll die ausgefallene Rentenkürzung in besseren Zeiten nachgeholt werden. Dann steigen die Altersbezüge nur halb so viel wie rechnerisch möglich.
Die Säulen des Sozialsystems
Arbeitslosenversicherung
Jeder Arbeitnehmer in Deutschland ist Pflichtmitglied der Arbeitslosenversicherung. Die Hauptleistung der Versicherung ist das Arbeitslosengeld I (ALG I), das einen Teil des ehemaligen Nettoeinkommens ersetzt und bis zu ein Jahr nach Verlust einer Stelle gezahlt wird. Für ältere Arbeitslose gelten Ausnahmen. Läuft die Zahlung des ALG I aus, ohne dass eine neue Stelle gefunden wurde, wird anschließend Arbeitslosengeld II (ALG II) gezahlt. Das Instrument - auch bekannt als Hartz IV - wurde im Jahr 2005 geschaffen, als die ehemalige Arbeitslosen- und Sozialhilfe zusammengelegt wurden. Der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung beträgt derzeit 3,0 Prozent des Bruttolohns. Arbeitgeber zahlen diesen Satz auch für jeden Beschäftigten.
Krankenversicherung
Es gibt zwei Arten von Krankenversicherungen - die Gesetzliche (GKV) und die Private (PKV). Rund 90 Prozent der Erwerbstätigen sind in der GKV pflichtversichert. Der Beitragssatz beträgt aktuell 15,5 Prozent für alle Versicherten. Zusätzlich können die Krankenkassen vom Einkommen unabhängige Beiträge erheben. Seit Anfang 2009 fließen alle Beiträge in einen Gesundheitsfonds, aus dem sie an die Kassen verteilt werden. Der Zugang zur PKV steht nur Selbstständigen und Arbeitnehmern oberhalb einer Einkommensgrenze offen.
Rentenversicherung
Die Beiträge werden durch ein Umlageverfahren finanziert, bei dem die Berufstätigen die Leistungen der Rentner zahlen. Anhand der eingezahlten Beiträge wird die künftige Rentenhöhe errechnet. Zurzeit liegt der Beitragssatz bei 19,6 Prozent. Im Januar 2013 sinkt der Beitrag auf 18,9 Prozent. Das gesetzliche Renteneintrittsalter wird derzeit stufenweise von 65 Jahren auf 67 Jahre heraufgesetzt.
Pflegeversicherung
Die Pflegeversicherung ist die jüngste der Sozialversicherungen in Deutschland. Sie ist eine Grundversicherung, die einen Teil der Pflegekosten abdeckt.

Alles zur Rente ab 67
So steigt das Rentenalter
Wann Sie mit Ihrer vollen Rente rechnen können
Jahrgang Alter*
1946 65
1947 65+1
1948 65+2
1949 65+3
1950 65+4
1951 65+5
1952 65+6
1953 65+7
1954 65+8
1955 65+9
1956 65+10
1957 65+11
1958 66+0
1959 66+2
1960 66+4
1961 66+6
1962 66+8
1963 66+10
ab 1964 67+0
* in Jahren + Monaten
Ab 2012 steigt das Renteneintrittsalter schrittweise auf 67 Jahre. Die Umstellung beginnt mit dem Geburtsjahrgang 1947. Menschen, die in diesem Jahr geboren wurden, müssen einen Monat länger arbeiten, wenn sie ihre Rente vollständig erhalten wollen. Bis 2023 kommt dann für die einzelnen Jahrgänge jeweils ein Monat Mehrarbeitszeit hinzu. Ab 2024 geht es weiter mit Zweimonatsschritten. Ab dem Geburtsjahrgang 1964 gilt so schließlich das neue Rentenalter 67.
Das sind die Ausnahmen
Wer schon 45 Jahre Rentenbeiträge bezahlt hat, kann auch künftig mit 65 in Rente gehen, ohne Abzüge akzeptieren zu müssen. Dabei zählt auch die Kindererziehung bis zum zehnten Lebensjahr des Nachwuchses bei den Beitragszeiten mit. Allerdings schaffen es nur wenige Arbeitnehmer tatsächlich auf 45 Beitragsjahre - bei den Männern waren es zuletzt 28 Prozent, bei Frauen sogar nur vier Prozent.
So viele Abschläge zahlen Sie
Wer 35 Jahre Beiträge gezahlt hat, soll auch künftig mit 63 in Rente gehen können, muss aber Abschläge dafür in Kauf nehmen: 0,3 Prozent für jeden Monat, den man vor der Regelzeit aufhört.
Das ändert sich bei der Witwenrente
Hinterbliebene Ehepartner bekommen künftig statt ab 45 erst ab 47 die große Witwenrente (55 Prozent der normalen Versichertenrente). Bis dahin muss man sich mit der kleinen Witwenrente von 25 Prozent zufriedengeben.
So ändert sich Ihr Versicherungsbeitrag
Der Beitragssatz zur Rentenversicherung soll durch die Reform bis 2020 nicht über 20 Prozent und bis 2030 nicht über 22 Prozent steigen. Das ist eine schwierige Aufgabe: Dem Statistischen Bundesamt zufolge wird der Altersdurchschnitt der Bevölkerung im Jahr 2050 von 42 auf 50 Jahre steigen.
Das ändert sich für Schwerbehinderte
Für Schwerbehinderte wird das Renteneintrittsalter stufenweise von 63 auf 65 Jahre angehoben. Mit finanziellen Abschlägen ist aber auch der Renteneintritt mit 62 möglich.
Das ändert sich bei den Erwerbsminderungsrenten
Wer aus gesundheitlichen Gründen nur eingeschränkt arbeiten kann, muss sich auf maximal 10,8 Prozent Abschlag einstellen. Er kann als Erwerbsgeminderter zudem mit 63 Jahren ohne Einbußen in Rente gehen. Diese Regelung gilt bis 2023, danach sind 40 Beitragsjahre erforderlich.

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