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Demonstrationen in New York: Bloomberg wettert gegen Wall-Street-Proteste

Die Massenproteste in den USA breiten sich aus, "Occupy Wall Street" hat inzwischen Tausende Anhänger. Doch New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg sieht darin eine Gefahr. Seine Logik: keine Banker, kein Geld - auch nicht für die Stadt und ihre Bewohner.

Protest an der Wall Street: "84 Jahre alt - und stinksauer" Fotos
AFP

New York - Die Wirtschaftsproteste in den USA weiten sich aus - von New York nach Washington, Los Angeles, Alaska. Vor rund drei Wochen begann die "Occupy Wall Street"-Bewegung im Finanzdistrikt Manhattans. Studenten, Arbeiter, Gewerkschaftler gehen gemeinsam auf die Straße - gegen hohe Studiengebühren, gegen hohe Arbeitslosigkeit, gegen sinkende Renten.

New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg hat der Anti-Wall-Street-Bewegung nun vorgeworfen, Arbeitsplätze in der Stadt vernichten zu wollen. Sollten Finanzmarktjobs aus New York verschwinden, gebe es kein Geld mehr, um die Stadtangestellten zu bezahlen, die Parks zu säubern oder sonstige Aufgaben zu erledigen, warnte Bloomberg in seiner wöchentlichen Hörfunksendung. Die Proteste seien zudem schlecht für den Tourismus. Unter den Demonstranten seien allerdings auch Menschen, die legitime Klagen hätten, sagte Bloomberg.

Der Finanzplatz Wall Street ist eine Stütze der New Yorker Wirtschaft und stellt 13 Prozent des Steueraufkommens. Die Bewegung "Occupy Wall Street" hat sich Mitte September gebildet und versammelt sich seither regelmäßig in New York zu Demonstrationen. Angeprangert werden die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit und eine ungleiche Verteilung des Wohlstands.

Die Proteste verliefen bislang überwiegend friedlich, vereinzelt kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Präsident Barack Obama hatte Verständnis für die Anliegen der Demonstranten geäußert. "Zurzeit werden viele Menschen, die das Richtige tun, nicht dafür belohnt", sagte er in einer Pressekonferenz. "Aber viele, die nicht das Richtige tun, werden dafür belohnt."

Auch ein hochrangiger Vertreter der US-Notenbank Fed bekundete seine Sympathie: "Es gibt zu viele Arbeitslose, die Einkommensverteilung ist zu ungleichmäßig", sagte der Fed-Präsident von Dallas, Richard Fisher, vor Geschäftsleuten. "Wir haben ein frustriertes Volk, und ich kann ihre Frustration verstehen."

han/Reuters

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insgesamt 228 Beiträge
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Ephraim 08.10.2011
Dafür, dass die Weltfinanz durch New York läuft, bleibt dort ja eigentlich lächerlich wenig. Wenn man das mal mit der Schweiz vergleich, wo ein ganzes Land (natürlich ein winziges) in Saus und Braus vom Geld der Welt lebt :).
2. Sch**** Titelzwang
Osis, 08.10.2011
Das Ende des amerikanischen Traumes. Diese Illusion zerplatzt im Land der Ver- und gebote. Wenig überraschend, geht aber schneller als erwartet. Ich bin gespannt wann ethnische Faktoren eine Rolle spielen werden, Schwarze Hispanics die überproportional betroffen sind...
3. ...
juxeii 08.10.2011
Nicht dass ich viel für die Bankster übrig habe, aber wer gibt denen denn soviel Macht und Geld? Es sind wir alle, die wir unser Geld denen anvertrauen und dann hinterher schreien wenn diese zuviel haben. Das Ganze wirkt ziemlich schizophren und nicht durchdacht. Es hilft nur eins: Geld, das man einnimmt sofort ausgeben und nicht irgendjemandem anvertrauen. Aber wahrscheinlich wollen wir im Prinzip auch das was die Bankster wollen, nämlich dass Geld sich "im Schlaf" vermehren möge, sprich über Zinsen.
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deb2006, 08.10.2011
Zitat von sysopDie Massenproteste in den USA breiten sich aus, "Occupy Wall Street" hat inzwischen Tausende Anhänger. Doch*New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg sieht darin eine Gefahr. Seine Logik:*keine Banker, kein Geld - auch nicht für die Stadt und ihre Bewohner. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,790670,00.html
Finde ich absolut in Ordnung. Und ich solidarisiere mich ausdrücklich mit jenen, die dort gegen den Banken-Wahnsinn angehen. Es wird Zeit, dass wir in diesem Staat auch so etwas organisieren, denn wir sind nicht weit entfernt von amerikanischen Verhältnissen. Merkel und Schäuble haben dieses Land mittlerweile sehenden Auges in Richtung Katastrophe gelenkt. Die beiden müssen weg, ganz schnell.
5. Diese Proteste werden auch bei uns kommen !
einfachgerecht 08.10.2011
Die Proteste werden auch bei uns kommen,denn es geht jetzt überall auf der Welt los. Denn der Reichtum ist auch bei uns ungleich verteilt, die Reichen werden immer reicher und der Mittelstand und die Armen noch ärmer. Der Mittelstand ist fast nicht mehr da. Die Leute sollen sparen, nur wovon ? Für alles hat Frau Merkel Geld, für den Euro, für die Banken, aber wenn Hartz IV um 5,00 Euro erhöht werden soll geht das Gejammer schon los. Es gibt noch viel mehr Ungerechtigkeiten in unserem Land, es stinkt zum Himmel und die Leute werden langsam wach und wütend. Aber unsere Politiker stimmen Gesetzen zu und wissen ja noch nicht mal um welche Summen es geht, so erschreckend. Nur hoffentlich beleiben die Proteste friedlich, da habe ich schon große Sorge.
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