Gute Konjunktur Deutsche arbeiten so viel wie seit 1992 nicht mehr

Die Menschen in Deutschland haben im ersten Quartal 15,3 Milliarden Stunden gearbeitet - so viel wie zuletzt vor 25 Jahren.

Bauarbeiter in Berlin
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Bauarbeiter in Berlin


In der deutschen Volkswirtschaft wird so viel gearbeitet wie schon lange nicht mehr. Im ersten Quartal 2017 leisteten 43,7 Millionen Erwerbstätige insgesamt 15,3 Milliarden Arbeitsstunden. Das teilte das Statistische Bundesamt auf Basis vorläufiger Berechnungen des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) mit. Jeder Erwerbstätige kam so auf durchschnittlich 350,7 Stunden in drei Monaten.

Hintergrund ist die anhaltend gute Entwicklung auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Weil die Konjunktur gut läuft, ist die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland seit Jahren tendenziell rückläufig. Im Gegenzug steigt die Zahl der Erwerbstätigen.

In Deutschland waren demnach im ersten Quartal 1,5 Prozent mehr Menschen erwerbstätig als noch ein Jahr zuvor. Gemessen am vierten Quartal 2016 sank die Zahl zwar um 0,8 Prozent. Rückgänge zum Jahresauftakt sind aber saisonal üblich, da die Arbeit im Winter etwa auf dem Bau und in anderen Außenberufen ruht. Diesmal fiel der Rückgang ungewöhnlich schwach aus.

Weiterhin rückläufig ist in Deutschland die Zahl der Selbstständigen und der mithelfenden Familienangehörigen. Neue Jobs entstehen vor allem für Angestellte, besonders in Dienstleistungsbereichen und in der Bauwirtschaft. Jobverluste gab es hingegen bei Banken und Versicherungen sowie in der Land- und Forstwirtschaft.

stk/dpa



insgesamt 38 Beiträge
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jebeb 16.05.2017
1. 1992 muss ja toll gewesen sein!
1992 war in Wirklichkeit ein Jahr mit hoher Arbeitslosigkeit, insbesondere Ingenieure fanden nur schwer eine Anstellung, als Folge der deutschen Wiedervereinigung. Die heutige Situation wegen einer Zahl mit der von damals gleich zu stellen, ist wahrheitsverfälschend, das Gegenteil von gutem Journalismus, eher Bildzeitungsniveau.
Überfünfzig 16.05.2017
2. Mit dem Unterschied das wir....
....1992 noch was von den ausgezahlten Überstunden was im Saldo hatten, während heute und bei unglücklicher Einstufung durch die kalte Progression, das meiste Geld an den Staat geht, sprich sich man für lau krumm gelegt hat. Ärmel hochkrempeln und für sich und die Familie Werte schaffen artet immer mehr zu einem Nullsummenspiel aus, aber der folgsame Deutsche möchte das auch nicht anders. (siehe aktuelle Wahlumfrage) Nach oben buckeln und nach unten treten, ist so aktuell wie nie zuvor.
n - n 16.05.2017
3. Wenn vom SPIEGEL ...
... Texte von dpa übernommen werden, würde es mich freuen, wenn da etwas nachrecherchiert wird. "Soviel gearbeitet, wie noch nie !" Was bedeutet das? Müssen die immer mehr arbeiten, weil der Lohn vorne und hinten nicht reicht ? Müssen Rentner auf 400 € Basis noch dazuverdienen? Wie ist denn die Lohnentwicklung in den letzten Jahren im "Dienstleistungssektor" ? Wenn ich mich an eine der letzten Statistiken erinnere befinden sich 26 % aller arbeitenden im Niedriglohnsektor ! Das sind diejenigen, die in nächster Zeit alle in der Altersarmut landen ! Welche Partei hat dies alles mal angeleiert? Nun - die bekommt ja zur Zeit eine Watschen nach der anderen. Leider wird es durch die anderen nicht besser !
reflektiert_ist_besser 16.05.2017
4. da kann die CDU wieder jubeln ...
da kann die CDU wieder jubeln. Sie kann zwar nix dafür, aber wird es sicher für sich in Anspruch nehmen. Und dann kommen irgendwelche Phrasen: "uns geht es so gut wie noch nie". Egal ob immer mehr Menschen hinten runterfallen, die Statistik stimmt. Und dann darf sie weiter Politik für die Großindustrie und gegen den kleinen Mann machen und wird trotzdem gewählt ... das versteht kein Mensch.
wahrsager26 16.05.2017
5. Tendenziell rückläufig!
Eigentlich eine schöne Aussage,denn in Lohn und Brot zu stehen ist gut! Nun gibt es aber Zahlen die in etwa so aussehen: 2,4 Millionen arbeitslos und 1Million in 'Massnahmen versteckt'. Maßnahmen ,die helfen sollen,den oder die Kandidaten fit zu machen für den Arbeitsmarkt. Auch gut! Aber Summa summarum keine berauschende Zahl,wenn man von einer Hochkonjunktur ausgeht!danke
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