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Umfrage: Deutsche befürworten höhere Steuern für Gutverdiener

Champagner an der Bar: Mehrheit will Gutverdiener stärker besteuern Zur Großansicht
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Champagner an der Bar: Mehrheit will Gutverdiener stärker besteuern

Mehr als drei Viertel der Bundesbürger sind dafür, die Steuern für Gutverdiener zu erhöhen. Vor allem bei den Unentschlossenen spielen die Steuerpläne der Parteien einer Umfrage des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes zufolge eine Rolle für die Wahlentscheidung.

Berlin - Eine breite Mehrheit von 77 Prozent der Bundesbürger befürwortet Steuererhöhungen bei Gutverdienern zur Finanzierung zusätzlicher Bildungs- und Sozialausgaben. Das ergab eine vom Paritätischen Wohlfahrtsverband in Auftrag gegebene Erhebung von TNS Infratest, die am Donnerstag vorgestellt wurde. Während bei den Wählern von CDU/CSU die Zustimmung zu einer stärkeren Besteuerung bei den nur bei 60 Prozent liegt, beträgt sie bei SPD-Wählern 93 Prozent und bei denen der Linkspartei sogar 94 Prozent. In der Gruppe der noch unentschiedenen Wähler sind 73 Prozent dafür.

Ein "sehr hohes Einkommen" - und damit ein steuerlich stärker belastbares - beginnt demnach für ebenfalls 73 Prozent der 1015 Befragten bei 100.000 Euro netto pro Jahr. Für rund ein Drittel (35%) beginnen "sehr große Vermögen" ab einem Betrag von 1.000.000 Euro, für den Rest bereits deutlich darunter. Wenig überraschend korreliert die jeweilige Einschätzung mit der eigenen materiellen Situation. Drei von vier Befragten gaben an, dass sie die Vermögensverteilung in Deutschland für ungerecht halten.

Verbands-Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider wertete die Ergebnisse vor allem mit Blick auf die Gruppe der Unentschlossenen als "Signal" an die Parteien. "Diese Gruppe ist groß genug, dass sie die Wahl entscheiden kann." Eine breite Mehrheit der Bevölkerung habe erkannt, dass bessere Bildung oder Pflegeleistungen nur mit höheren Steuern für Einkommenstarke erreichbar seien.

Der Verband will für sein Anliegen an diesem Samstag in Bochum gemeinsam mit dem Bündnis "Umfairteilen - Reichtum besteuern!" demonstrieren. Dazu werden nach Schneiders Worten bis zu 20.000 Teilnehmer erwartet.

nck/dpa

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1. Der
forumgehts? 12.09.2013
Zitat von sysopDPAMehr als drei Viertel der Bundesbürger sind dafür, die Steuern für Gutverdiener zu erhöhen. Vor allem bei den Unentschlossenen spielen die Steuerpläne der Parteien einer Umfrage des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes zufolge eine Rolle für die Wahlentscheidung. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/deutsche-befuerworten-laut-umfrage-hoehere-steuern-fuer-gutverdiener-a-921892.html
Haken dabei: Gutverdiener ist immer der, welcher 1 € mehr verdient als man selbst. Sich selbst würde man nie als Gutverdiener bezeichnen.
2. optional
Hannovergenuss 12.09.2013
Ja, so ist er der Michel, immer schön die Leistungssträger schröpfen bis diese keine Lust mehr haben die Leistung zu tragen! Und dann?
3. Wohlfeil
juppelch 12.09.2013
Natürlich ist die breite Mehrheit der Bevölkerung für Steuererhöhungen, die sie selbst nicht betreffen. Der Verband hätte mal fragen sollen, ob die Leute mit einer 5%igen Erhöhung der Mehrwertsteuer zur Finanzierung von Was-auch-immer einverstanden sind. Da dürfte die Ablehnungsquote gegen 100% tendieren.
4. optional
Hannovergenuss 12.09.2013
Ja, so ist er der Michel, immer schön die Leistungssträger schröpfen bis diese keine Lust mehr haben die Leistung zu tragen! Und dann?
5.
gog-magog 12.09.2013
Zitat von HannovergenussJa, so ist er der Michel, immer schön die Leistungssträger schröpfen bis diese keine Lust mehr haben die Leistung zu tragen! Und dann?
Dann ist die hemmungslose Gier eingedämmt, die auf Kosten der Gesellschaft ausgelebt wird. Es gibt hier in Deutschland auch für die Superreichen immer noch genügend Geld zu verdienen, auch wenn die Steuern vergleichsweise hoch sind, dafür aber zu einem hohen Maß an Sicherheit und zur Entschuldung führen. Länder mit niedrigen Steuern haben generell hohe Staatsverschuldung und ein niederes Niveau an gesellschaftlicher Sicherheit. Letztere ist ein geldwerter Vorteil für Unternehmen in Deutschland, der durch Steuern erkauft werden kann.
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Die Schuldenbremse
Regeln für den Bund
Durch die Föderalismusreform II wurde eine Schuldenbremse ins Grundgesetz aufgenommen. Demnach darf der Bund ab 2016 faktisch keine Kredite mehr aufnehmen und sich nur noch bis zu einer Höhe von maximal 0,35 Prozent des Bruttoinlandsproduktes verschulden. Dies sind in absoluten Zahlen rund zehn Milliarden Euro.

Bis 2016 will die Bundesregierung das Defizit in gleichmäßigen Schritten reduzieren, das entspricht Einsparungen in Höhe von acht bis zehn Milliarden Euro pro Jahr.

Regelung und Hilfen für ärmere Länder
Die Schuldenbremse sieht vor, dass die Länder ab 2020 keine neuen Schulden mehr machen dürfen. Dafür sollen die finanzschwachen Länder Bremen, Saarland, Berlin, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein im Zeitraum 2011 bis 2019 beim Abbau ihrer Altschulden mit Hilfen in Höhe von insgesamt 800 Millionen Euro jährlich unterstützt werden. Diese insgesamt 7,2 Milliarden Euro teilen sich der Bund und die reichen Länder je zur Hälfte.
Ausnahmen
In Konjunkturkrisen und Notsituationen wie Naturkatastrophen sind unter strengen Bedingungen Ausnahmen möglich. In wirtschaftlich guten Jahren müssen Rücklagen gebildet oder Schulden getilgt werden.


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