Sinkende Ausfuhren Euro-Krise würgt deutsche Exporte ab

Deutschlands Wirtschaft verliert an Fahrt: Die Exporte sind im April deutlich gesunken. Besonders stark gingen die Ausfuhren in andere europäische Länder zurück. Die Aussichten für die kommenden Monate sind schlecht - denn auch in wichtigen Absatzmärkten wie Indien und China schwächelt die Konjunktur.

Containerschiff am Hamburger Hafen: Ausfuhren rückläufig
dapd

Containerschiff am Hamburger Hafen: Ausfuhren rückläufig


Berlin - Die deutschen Exporte sind zum ersten Mal in diesem Jahr gesunken. Im April verkauften die Unternehmen 1,7 Prozent weniger ins Ausland als im Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Der exportabhängigen Industrie brachen die Auslandsaufträge im April um 3,6 Prozent weg. Insgesamt setzten die Unternehmen im April 87,1 Milliarden Euro um. Im Vergleich zum Vorjahr immerhin verbuchte die deutsche Exportwirtschaft ein leichtes Plus von 3,4 Prozent.

Hauptgrund für die Wachstumsdelle war die Schuldenkrise und Rezession in zahlreichen europäischen Ländern. Während die Ausfuhren in die Euro-Länder um 3,6 Prozent sanken, legten sie in die Länder außerhalb der Europäischen Union um 10,3 Prozent zu.

In den kommenden Monaten könnten die Ausfuhren nach Übersee indes ebenfalls sinken. Denn zuletzt lief es auch in den boomenden Schwellenländern deutlich schlechter: China dürfte in diesem Jahr so langsam wachsen wie seit 1999 nicht mehr, Indiens Bruttoinlandsprodukt legte zuletzt so schwach zu wie seit neun Jahren nicht.

Das deutsche Wirtschaftswachstum dürfte dadurch insgesamt abflauen. Es ist stark von den Exporten abhängig. Im vierten Quartal 2011 lag der Anteil der Ausfuhren an der gesamten Wirtschaftsleistung bei 50,6 Prozent.

Importe fallen ebenfalls stark

Auch die deutschen Importe fielen im April überraschend stark - um insgesamt 4,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Das war der stärkste Rückgang seit zwei Jahren. Insgesamt wurden Waren im Wert von 72,7 Milliarden Euro eingeführt, ein Prozent weniger als ein Jahr zuvor. "Der starke Importrückgang hängt mit dem schwächeren Ölpreis zusammen", sagte Jürgen Michels, Analyst bei Citigroup. "Das ist kein Signal für eine schwächere Binnennachfrage."

Die deutsche Handelsbilanz - die Differenz zwischen Exporten und Importen - wies einen bereinigten Überschuss von 16,1 Milliarden Euro aus.

Das Verarbeitende Gewerbe setzte im April deutlich weniger um als im Vormonat. Von März auf April sank der Gesamtumsatz um 1,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Besonders stark gingen die Umsätze im Ausland zurück, hier sanken sie um 1,9 Prozent. Trotz Schuldenkrise legte der Umsatz mit Abnehmern aus den Euro-Ländern um 1,6 Prozent zu, im restlichen Ausland sank er jedoch deutlich um 4,2 Prozent. Der Inlandsumsatz sank unterdessen leicht um 0,8 Prozent.

ssu/dpa-AFX/Reuters

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kuddel37 08.06.2012
1. .
Zitat von sysopdapdDeutschlands Wirtschaft verliert an Fahrt: Die Exporte sind im April deutlich gesunken. Besonders stark gingen die Ausfuhren in andere europäische Länder zurück. Die Aussichten für die kommenden Monate sind schlecht - denn auch in wichtigen Absatzmärkten wie Indien und China schwächelt die Konjunktur. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,837665,00.html
Wenn die innereuropäische Pleiteländer zurück gehen ist das doch nicht so schlimm. Die Rechnung würde eh der deutsche Steuerzahler über rettungsgelder zahlen müssen.wenn sie schon nicht selbst zahlen können, dürfen sie auch keine waren bekommen.
sistermercy 08.06.2012
2. Na endlich!
Zitat von sysopdapdDeutschlands Wirtschaft verliert an Fahrt: Die Exporte sind im April deutlich gesunken. Besonders stark gingen die Ausfuhren in andere europäische Länder zurück. Die Aussichten für die kommenden Monate sind schlecht - denn auch in wichtigen Absatzmärkten wie Indien und China schwächelt die Konjunktur. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,837665,00.html
Jetzt passiert das, was sich jeder halbwegs zum Denken befähigte Bürger schon von Beginn der Krise und der Rettungsbemühungen an überlegen konnte: Die übrigen Euroländer sind nicht mehr in der Lage, unsere Waren abzunehmen! Nur dann bitte sei die Frage erlaubt: Warum haben wir Abermilliarden in diese Länder bereits versenkt und beabsichtigen offenbar, dort noch Bilionen zu versenken? Das ist doch Irrsinn und nur mit der historischen Bürde des deutschen EU-Sklaventums zu erklären! Wir müssen raus aus dem Euro! Eine Aufwertung der Mark würde nur im Vergleich zum Euro merklich eintreten, vor allen Dingen nicht zum Dollar. Das schadet uns nicht, exportieren wir doch weit mehr als 2/3 nach außerhalb des Euroraumes und mit der Krise wird dieser Anteil noch immens ansteigen. Jeder Politiker und auch jeder Pressmensch, der weiter zusieht und seine Möglichkeiten zum Umsteueren und Aufklären nicht nutzt, versündigt sich am Deutschen Volk.
Marut 08.06.2012
3. Wen wundert's
Das ist doch das kleine Einmaleins der Exportwirtschaft, dass es jetzt mit den Exporten in die EU bergab geht. Immerhin haben wir unseren Exportboom ja schon seit einiger Zeit auf den Schulden der anderen realisiert. Viele Länder können sich diese Importe aus Deutschland schon lange nicht mehr leisten, konnten sie aber über billige Kredite erstmal finanzieren - und uns hat's erstmal nicht gestört, denn deutsche Politik ist eben nicht nachhaltig, sondern nur auf kurzfristigen Erfolg ausgelegt. Die Exportgewinne bei uns sind dann zwangsläufig die Schulden den anderen (extremes Beispiel: U-Boot-Exporte nach Griechenland). Das dann der knallharte Sparkurs von Merkel automatisch zur Reduzierung unserer Leistungsbilanz wird - wie gesagt: kleines Einmaleins.
hubertrudnick1 08.06.2012
4. Export
Zitat von sysopdapdDeutschlands Wirtschaft verliert an Fahrt: Die Exporte sind im April deutlich gesunken. Besonders stark gingen die Ausfuhren in andere europäische Länder zurück. Die Aussichten für die kommenden Monate sind schlecht - denn auch in wichtigen Absatzmärkten wie Indien und China schwächelt die Konjunktur. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,837665,00.html
Deutschland hat sich zu sehr nur auf den Export konzentriert, aber man bedenkt nicht daran, dass man auch da nur dauerhaft gute Geschäfte machen kann, wenn der andere auch in einer guten wirtschaftliche und finanzielle Situation ist. Rings um uns bricht das Finanzsystem zusammen und da ist es dann doch kein Wunder, dass man dann anderen nichts mehr wie gewohnt verkaufen kann, nur auf pump kann doch nur eine Übergangslösung sein, aber danach bricht eben das faule System zusammen.
MisterEde 08.06.2012
5. Und wieder eine Bestätigung
Während die deutsche Wirtschaft von der Krise bei den Exporten profitiert, haben gerade die Spanier eine zu starke Währung. In der Folge steigen besonders die Exporte in das Nicht-EU Ausland. Innerhalb Europas hat sich zunächst nicht viel geändert, aber jetzt schlägt die Krise voll durch. Mittlerweile gehen dann ja anscheinend auch die innereuropäischen Exporte zurück. Beschrieben habe ich den Effekt schon vor einiger Zeit www.mister-ede.de/wirtschaft/das-einheitliche-zinsniveau/727
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