Peking - Zum Auftakt der Visite von Angela Merkel in China haben europäische Firmen milliardenschwere Aufträge bekommen. Es wurden Wirtschaftsverträge in einem Umfang von mehr als drei Milliarden Dollar unterschrieben. Besonders der Flugzeugbauer Airbus konnte Erfolge verbuchen. Die Flugzeugfinanzierungstochter der chinesischen Großbank ICBC bestellte bei dem Unternehmen 50 Mittelstreckenflieger des Typs A320, wie die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua am Donnerstag berichtete.
Die Bestellung hat laut Preisliste einen Gesamtwert von 3,5 Milliarden Dollar. Allerdings sind bei Flugzeugbestellungen Nachlässe im zweistelligen Prozentbereich üblich. Zudem besiegelte Airbus die Verlängerung der laufenden Endmontage von Airbus-Modellen in China über 2016 hinaus. Dazu wurde ein neues Rahmenabkommen zur Auslastung des Werks in Tianjin getroffen, der einzigen außereuropäischen Montagestätte des Unternehmens. Der Vertrag hat einen Umfang von 1,6 Milliarden Dollar.
Ein weiteres Abkommen mit dem chinesischen Telekommunikationsriesen ZTE zum Ausbau von Breitbandnetzen wurde auf 1,3 Milliarden Dollar beziffert. Weitere Abschlüsse betreffen ein neues Getriebewerk von Volkswagen sowie die Endmontage des europäischen Hubschraubers Eurocopter.
Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao lobte die Entwicklung in den Beziehungen zu Deutschland. Die Volksrepublik sei zu weiterer Unterstützung im Kampf gegen die Euro-Krise bereit, sagte er. China sei bereit, weiter in Staatsanleihen kriselnder Euro-Staaten zu investieren. Dafür müssten aber die Bedingungen stimmen, schränkte Wen ein. Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua zitierte ihn mit den Worten, China werde weiter Anleihen kaufen, nachdem das Land die Risiken abgeschätzt habe.
Wen sagte, China wolle sich künftig weiter intensiv mit der Europäischen Zentralbank (EZB) und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) abstimmen, um der Euro-Zone dabei zu helfen, "aus dem Dilemma herauszukommen". China habe große Zuversicht für die Zukunft des Euro. Zugleich forderte der Regierungschef verstärkte Anstrengungen in der Schuldenkrise. Italien, Griechenland und Spanien müssten ihre Entschlossenheit zu Reformen erhöhen.
mmq/dpa/Reuters
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