Studie Deutsche Forschungsausgaben erreichen neuen Rekord

Knapp 80 Milliarden Euro haben Staat und vor allem Wirtschaft 2012 für Forschung und Entwicklung ausgegeben - so viel wie noch nie. Ihr erstes Versprechen hat die schwarz-rote Koalition damit schon vor Amtsantritt nahezu eingelöst, denn höhere Ziele hat sich die Bundesregierung in spe nicht gesetzt.

Forscherin (in Karlsruhe):  Ausgaben für Forschung so hoch wie noch nie
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Forscherin (in Karlsruhe): Ausgaben für Forschung so hoch wie noch nie


Berlin - Deutschland hat seine Forschungs- und Entwicklungsausgaben im vergangenen Jahr erneut gesteigert: Laut Zahlen des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft, die SPIEGEL ONLINE vorliegen, gaben Hochschulen, staatliche Forschungseinrichtungen und Unternehmen 2012 rund 80 Milliarden Euro für die Forschung und Entwicklung neuer Produkte und Verfahren aus. Das entspricht 2,98 Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung.

Damit hat die noch amtierende schwarz-gelbe Bundesregierung ihr Ziel, die deutschen Forschungsausgaben auf drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) zu steigern, nahezu erreicht. Auch die mögliche neue Bundesregierung aus Union und SPD kann bereits vor Amtsantritt einen Erfolg feiern: Weil sie sich in ihrem Koalitionsvertrag das gleiche Ziel wie die Vorgängerregierung gesetzt hat, ist auch ihr Ziel bereits erfüllt.

Selbst die bisherige Erhöhung geht nur zum kleineren Teil auf Anstrengungen des Staates zurück: Die öffentlichen Forschungsausgaben stiegen seit 2009 von 0,90 auf 0,96 Prozent des BIP. Die Wirtschaft steigerte ihre Ausgaben im gleichen Zeitraum von 1,91 auf 2,02 Prozent.

Mit Ausgaben von 53,8 Milliarden Euro für ihre internen Forschungs- und Entwicklungsabteilungen übertrafen die Unternehmen ihren Rekordwert von 2011 noch einmal deutlich. Auch personell stockten die Firmen ihre Abteilungen weiter auf: Die Zahl der Vollzeitstellen für Forschung und Entwicklung in der Wirtschaft stieg um mehr als 10.000 auf 367.500.

Der Großteil der Investitionen stammt von Industrieunternehmen: Fahrzeugbau, Elektroindustrie und Maschinenbau gaben 2012 besonders viel Geld für Forschung und Entwicklung aus. Mittelständler sind nur selten unter den forschungsstarken Unternehmen: Drei Viertel der Investitionen werden von Firmen mit mehr als 1000 Mitarbeitern getätigt.

Im laufenden Jahr will die Wirtschaft ihre Ausgaben für Innovation weiter steigern: Auf Basis von Budgetplänen der Forschungsabteilungen der Unternehmen rechnet der Stifterverband mit einer weiteren Steigerung auf knapp 56 Milliarden Euro.

ade



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