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Trotz Energiewende: Deutschland stößt 20 Millionen Tonnen mehr CO2 aus als im Vorjahr

Braunkohlekraftwerk Neurath: Boom trotz Energiewende Zur Großansicht
DPA

Braunkohlekraftwerk Neurath: Boom trotz Energiewende

Die Energiewende macht die Bundesrepublik bislang nicht grüner. Deutschland dürfte 2013 gut zwei Prozent mehr Klimagas CO2 ausstoßen als im vergangenen Jahr. Ein Grund ist die lange Heizperiode. Dazu lassen die Konzerne ihre alten Kohlemeiler einfach weiterlaufen.

Hamburg - Trotz Energiewende verschlechtert sich Deutschlands Klimabilanz schon das zweite Jahr in Folge. "Nach ersten überschlägigen Schätzungen dürften sich die energiebedingten CO2-Emissionen in Deutschland um etwa 20 Millionen Tonnen erhöhen", sagte Hans-Joachim Ziesing, der Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Das entspreche einer Steigerung von rund zwei Prozent.

Die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen erhebt Statistiken über Energieproduktion und -verbrauch in Deutschland. Erst vergangene Woche hatte sie ihren neuesten Bericht zu Produktion und Verbrauch von Energie in Deutschland veröffentlicht.

Der seit 1990 geltende Trend sinkender deutscher Treibhausgasemissionen ist durch den neuen Anstieg endgültig durchbrochen. Schon im vergangen Jahr waren die deutschen Emissionen auf 810 Millionen Tonnen gestiegen. Im Vergleich zu 1990 ist das noch immer ein vergleichsweise niedriger Wert; seinerzeit hatten die Emissionen noch bei 1,04 Milliarden Tonnen gelegen. Dennoch konterkariert der Anstieg die deutsche Klimapolitik. Der CO2-Ausstoß steigt wieder - obwohl Deutschland immer mehr Strom aus Wind-, Solar-, Wasser- und Biogasanlagen produziert.

Für das Plus nennt Ziesing zwei Hauptgründe: Erstens habe der kalte Winter die CO2-Emissionen des Wärmesektors in die Höhe getrieben. Zweitens seien die Emissionen unter anderem durch einen höheren Kohleverbrauch gestiegen. Denn die Energiekonzerne regeln ihre Kohlekraftwerke trotz Energiewende nicht herunter. Sie lassen alte Meiler weiter durchlaufen - und verkaufen überschüssigen Strom ins Ausland. Schon im vergangenen Jahr hatte der deutsche Exportüberschuss ein historisches Hoch erreicht; 2013 dürfte der Wert nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe noch einmal steigen.

Die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen gibt ihre Schätzung zum CO2-Ausstoß zu einem brisanten Zeitpunkt bekannt. Am Montag beginnt in Warschau der 19. Weltklimagipfel. Dessen zentrales Thema ist der steigende globale CO2-Ausstoß und welche Gefahren er für die Welt birgt. Vertreter aus 195 Ländern wollen in der polnischen Hauptstadt den Grundstein für ein neues Klimaabkommen legen.

Der frühere Uno-Generalsekretär Kofi Annan warnte im Vorfeld des Gipfels eindringlich vor einem Scheitern der Verhandlungen. "Letztendlich geht es ums Überleben", sagte der Friedensnobelpreisträger der "Süddeutschen Zeitung". "Der Klimawandel ist da, und kein Land, reich oder arm, kann den Folgen ausweichen."

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung dieses Artikels hieß es, der CO2-Ausstoß deutscher Kraftwerke werde 2013 um schätzungsweise 20 Millionen Tonnen steigen. Das ist nicht korrekt. Tatsächlich steigt der gesamte energiebedingte CO2-Ausstoß schätzungsweise um diese Zahl. Diese umfasst unter anderem auch den Wärme- und Verkehrssektor.

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1. Das ist schadstoffarme Politik die mit dem EEG......
oldtimerfan 09.11.2013
Zitat von sysopDPADie Energiewende macht die Bundesrepublik bislang nicht grüner. Deutsche Kraftwerke dürften 2013 gut zwei Prozent mehr Klimagas CO2 ausstoßen als im vergangenen Jahr. Hauptgrund: Die Konzerne lassen ihre alten Kohlemeiler einfach weiterlaufen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/deutsche-kraftwerke-stossen-20-tonnen-mehr-co2-aus-a-932647.html
alle Waren und Dienstleistungen verteuert. Strom aus Wind und Sonne sind starken Schwankungen ausgesetzt und für die Industrie unbrauchbar. Zu dem lässt sich dieser Strom nicht speichern. Man hat mit dem Schilda EEG den Gaul von hinten aufgezäumt und das musste schief gehen. Unfähige Politiker feiern das auch noch. Wind und Sonnenstrom sind nicht speicherbar und deshalb müssen die fossilen Kraftwerke immer auf Hochtouren mit laufen, da diese eine Vorlaufzeit von ca. 8 Stunden haben. Das bedeutet bei Wind und Sonne weis Deutschland nicht wohin mit dem überschüssigen Strom und verschenkt den an das Ausland. Geht noch mehr Schilda? Im eigenen Land teuerste Strompreise weltweit und die Industrie wird davon verschont, da es sonst nichts mehr in Deutschland zu produzieren gibt. Also zahlt der kleine Mann/ Frau die Schildazeche. Die armen der ärmsten in Deutschland bekommen massenhaft den Strom abgeklemmt, da die Stromrechnung keine Sozialleistung darstellt. Das ist das Ergebnis des Schilda EEG : Teuerster Strom weltweit für das gemeine Volk in Deutschland, mehr Schadstoffe als vorher. Mehr Schilda geht nun wirklich nicht. Wer das noch feiert ist der SCHILDAKÖNIG und total weltfremd. Die Zahlen und die Physik beweisen das schon lange. Gewinner sind die staatlich subventionierten Betreiber, die das Schilda Gesetz gut umgesetzt haben und die Regierung feiert das auch noch. Geht noch mehr DUMMHEIT???
2. Und wer hat etwas Anderes erwartet?
donnerfalke 09.11.2013
Die Mutti der Bängster und Großindustrie ist natürlich dafür da um denen zu helfen, merkelsche Wende muss so konzipiert sein dass wir vor allem mehr Bezahlen und Großkonzerne dabei weniger. Ob mehr oder weniger CO2, das juckt sie nicht. Irgendwann mal sind natürlich alle Bäume abgeholzt und die ganze Luft verbraucht, da wird die Mutti dafür sorgen dass Großnkonzerne Sauerstoff produzieren und verkaufen, das ist im Endeffekt das worauf es hinausläuft.
3. ja und ?
roland.vanhelven 09.11.2013
was ist daran schlimm ? wird hier etwa immer noch auf menschengemachter klimawandel gemacht ? das thema ist durch, die erde kuehlt, polkappen sind voll mit eis. CO2 ist nicht schlimm. ansonsten haette man den verkauf von CO2 generatoren fuer gewachshaeuser schon laengst verboten. oh, Sie wussten nicht, dass CO2 die pflanzennahrung nummer eins ist ?
4. Wieso verwundert?
atemlos9 09.11.2013
Zitat von sysopDPADie Energiewende macht die Bundesrepublik bislang nicht grüner. Deutsche Kraftwerke dürften 2013 gut zwei Prozent mehr Klimagas CO2 ausstoßen als im vergangenen Jahr. Hauptgrund: Die Konzerne lassen ihre alten Kohlemeiler einfach weiterlaufen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/deutsche-kraftwerke-stossen-20-tonnen-mehr-co2-aus-a-932647.html
So scheint der Lauf der Dinge zu sein, und in diesem Fall der der Gelddruckmaschine. Wer stellt die schon freiwillig einfach ab? Hier wäre, wie in so vielen anderen Fällen auch, einmal die Durchsetzungskraft von Politik gefragt. Wer soll denn sonst zuständig (und verantwortlich) sein, wenn nicht die gewählten Volksvertreter?? Ansonsten wäre alles nur eine einzige große Farce ...
5.
Steuerzahler0815 09.11.2013
Zitat von sysopDPADie Energiewende macht die Bundesrepublik bislang nicht grüner. Deutsche Kraftwerke dürften 2013 gut zwei Prozent mehr Klimagas CO2 ausstoßen als im vergangenen Jahr. Hauptgrund: Die Konzerne lassen ihre alten Kohlemeiler einfach weiterlaufen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/deutsche-kraftwerke-stossen-20-tonnen-mehr-co2-aus-a-932647.html
Wenn die Konzerne ankündigen ihre alten Kohlemeiler abzuschalten werden sie als Erpresser dargestellt Was denn jetzt Ich weiß die Konzerne sind das Feindbild ihnen werden alle Fehler der Grünen angehängt aber ihr müsst euch mal entscheiden
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