Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Dickes Staatsminus: Deutscher Schuldenberg klettert auf 2,042 Billionen Euro

Mit diesem Rekord kann sich Deutschland nicht schmücken: Der Schuldenberg der öffentlichen Hand ist bis Ende März auf 2042 Milliarden Euro gestiegen. Bei den Ländern wuchs das Minus besonders schnell.

Berlin - Für den größten Zuchtmeister in der Euro-Krise ist das ein peinliches Zeugnis: Die deutschen Staatsschulden steigen immer weiter - zum Ende des ersten Quartals sind sie auf den Rekordwert von 2042 Milliarden Euro geklettert. Das sind 42,3 Milliarden Euro oder 2,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, teilte das Statistische Bundesamt am Montag mit. Die Verbindlichkeiten kommunaler Zweckverbände und der gesetzlichen Sozialversicherung wurden nicht berücksichtigt.

Größter Schuldner ist der Bund, dessen Verbindlichkeiten um 12,5 Milliarden Euro oder 1,0 Prozent auf 1286 Milliarden Euro kletterten. Noch schneller stiegen die Schulden der Länder: Sie erhöhten sich um 23,8 Milliarden auf 622,7 Milliarden Euro, was einem Plus von vier Prozent entspricht.

Die Städte und Gemeinden sitzen auf einem Minus von 133 Milliarden Euro. Das sind sechs Milliarden Euro oder 4,7 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Dabei erhöhte sich der Anteil an Kassenkrediten, die eigentlich nur kurzfristige Liquiditätsengpässe überbrücken sollen, auf 35,9 Prozent.

Die Zahlen sind für Deutschland nicht nur deshalb peinlich, weil die Konjunktur in der Bundesrepublik rund läuft. Sondern auch, weil die Bundesregierung die krisengeplagten Euro-Länder regelmäßig zum Sparen auffordert.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Textes war in der Überschrift fälschlicherweise von Schulden in Höhe von 2,42 Billionen Euro die Rede. Wir bitten Sie, diesen Fehler zu entschuldigen.

yes/Reuters

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 89 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Dazu 2 Fragen
proflula 25.06.2012
1. Wozu 2 Billionen Schulden, müssen Staatsschulden in dieser Größenordnung sein, müssen sie überhaupt sein oder sind sie Ausdruck völliger politischer Unfähigkeit und Verantwortungslosigkeit? 2. Wer zahlt die 2 Billionen zuzüglich Zinsen zurück oder müssen die vielleicht gar nicht zurückgezahlt werden, sind das vielleicht gar keine richtigen Euros, vielleicht nur Spielgeld o.ä....? Denn... 2 Billionen echte Euros zurückzahlen, Politik zeig mir mal wie das denn gehen soll!
2. wenn
crocodil 25.06.2012
ich richtig gerechnet habe, ist dann jeder Einwohner - vom Säugling bis zum Greis - mit 25.525 € verschuldet. Aber unsere Frau Merkel spendiert Milliarden für die anderen maroden Länder. Planwirtschaft?? Hat ja in der früheren DDR keine Ahnung von europäischer Politik mitbekommen. Gehe morgen zur Bank und hebe auch noch mal 25 000 ab, leider nicht für den günstigen Zinssatz, die die Bundesregierung bekommt.
3. Relativ
Möglw. 25.06.2012
Na und? Dem stehen über 7 Billionen an Privatvermögen gegenüber, wir sind ein reiches Land. Nur wird der Staat den Bürgern tief in die Tasche greifen, Jahr für Jahr mehr, wie soll es auch sonst weitergehen? Immobilien sind schwerer zu vertuschen und zu verstecken als mobile Werte wie Geld oder Gold. Die trifft es also am stärksten. Zieht euch warm an...
4. Wenn zwei das Gleiche tun...
jstm 25.06.2012
Zitat von sysopdpaMit diesem Rekord kann sich Deutschland nicht schmücken: Der Schuldenberg der öffentlichen Hand ist bis Ende März auf 2042 Milliarden Euro gestiegen. Bei den Ländern wuchs das Minus besonders schnell. Deutsche Staatsschulden klettern auf 2,042 Billionen Euro - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,840716,00.html)
"Die Zahlen sind für Deutschland nicht nur deshalb peinlich, weil die Konjunktur in der Bundesrepublik rund läuft. Sondern auch, weil die Bundesregierung die krisengeplagten Euro-Länder regelmäßig zum Sparen auffordert." (Zitat aus dem Artikel) *Daran ist überhaupt nichts peinlich!* Mit negativer Realverzinsung bei 10-jährigen Staatsanleihen und nahezu Null-Zins bei 2-jährigen kann Deutschland sich dies eben leisten --- zumindest im Augenblick. Aber Hauptsache, man kann negativ über D schreiben. Irgendwie krank!
5. Das Problem ist überall gleich
n+1 25.06.2012
Zitat von sysopdpaMit diesem Rekord kann sich Deutschland nicht schmücken: Der Schuldenberg der öffentlichen Hand ist bis Ende März auf 2042 Milliarden Euro gestiegen. Bei den Ländern wuchs das Minus besonders schnell. Deutsche Staatsschulden klettern auf 2,042 Billionen Euro - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,840716,00.html)
Die Politik will eigene Parteigänger mit Pöstchen belohnen und bei Wahlen Stimmen kaufen. Das fatale daran ist, dass die Leute besonders sauer reagieren wenn ein Privileg wegfällt. Und: eine Gesetzmäßigkeit ist über die letzten Jahrzehnte eindeutig nachweisbar: Wenn das Verhältnis zwischen wertschaffender Wirtschaft (Industrie, Handel, Handwerk..) zugunsten der wertverzehrenden Wirtschaft (Staat, Banken, Versicherungen, Justiz..) geändert wird, dann werden Wachstum und Beschäftigung am schlimmsten beschädigt. Noch schlimmer als Italien und Spanien wird es in den nächsten 10 Jahren wohl GB treffen - obwohl die ihren Staataparat geradezu brutal abgebaut haben. Aber auch bei uns wächst der Beamtenapparat munter weiter, sogar im Krisenjahr 2009.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Fotostrecke
Die wichtigsten Fakten: Wer die meisten Steuern zahlt

Die Schuldenbremse
Regeln für den Bund
Durch die Föderalismusreform II wurde eine Schuldenbremse ins Grundgesetz aufgenommen. Demnach darf der Bund ab 2016 faktisch keine Kredite mehr aufnehmen und sich nur noch bis zu einer Höhe von maximal 0,35 Prozent des Bruttoinlandsproduktes verschulden. Dies sind in absoluten Zahlen rund zehn Milliarden Euro.

Bis 2016 will die Bundesregierung das Defizit in gleichmäßigen Schritten reduzieren, das entspricht Einsparungen in Höhe von acht bis zehn Milliarden Euro pro Jahr.

Regelung und Hilfen für ärmere Länder
Die Schuldenbremse sieht vor, dass die Länder ab 2020 keine neuen Schulden mehr machen dürfen. Dafür sollen die finanzschwachen Länder Bremen, Saarland, Berlin, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein im Zeitraum 2011 bis 2019 beim Abbau ihrer Altschulden mit Hilfen in Höhe von insgesamt 800 Millionen Euro jährlich unterstützt werden. Diese insgesamt 7,2 Milliarden Euro teilen sich der Bund und die reichen Länder je zur Hälfte.
Ausnahmen
In Konjunkturkrisen und Notsituationen wie Naturkatastrophen sind unter strengen Bedingungen Ausnahmen möglich. In wirtschaftlich guten Jahren müssen Rücklagen gebildet oder Schulden getilgt werden.
Fotostrecke
Die Eine-Billion-Euro-Frage: Wofür gibt der Staat das ganze Geld aus?

Fotostrecke
Grafikstrecke: Wie die Schuldenkrise entstand
Fotostrecke
Im Überblick: Raus aus den Schulden - nur wie?


Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: