Berlin - Der Optimismus der Ökonomen wächst. Die deutsche Wirtschaft steht nach Überzeugung wichtiger Forschungsinstitute vor einem kräftigen Aufschwung. Das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) und das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) haben ihre Vorhersagen für 2013 und 2014 deutlich angehoben.
Laut der neuen IWH-Prognose dürfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im laufenden Jahr um 1,3 Prozent zulegen. Für 2014 trauen die Ökonomen der deutschen Wirtschaft sogar 2,4 Prozent Wachstum zu. Die Forscher begründen ihren Optimismus mit der stetig verbesserten Stimmung in den Unternehmen.
Auch die Ankündigung der Europäischen Zentralbank (EZB) vom vorigen Sommer, im Notfall Anleihen der Euro-Krisenländer zu kaufen, habe laut IWH zu einer Entspannung an den Finanzmärkten geführt. Zudem habe sich die Weltkonjunktur insgesamt etwas belebt.
Verhaltener fällt die Vorhersage des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) aus. Es setzte seine Wachstumsprognose für das laufende Jahr von 0,3 auf 0,6 Prozent herauf. Im nächsten Jahr erwartet das Institut ein Wachstum von 1,5 Prozent.
Das IfW erklärt seine niedrigere Prognose mit der abwartenden Haltung vieler Investoren. Diese werde sich erst verändern, wenn sich die Zeichen eines stabilen Aufschwungs mehrten. Gestützt werde die Konjunktur von den privaten Konsumausgaben: Die Deutschen geben demnach mehr Geld aus, stimuliert durch niedrigere Abgaben und von einem robusten Arbeitsmarkt.
Schäuble lobt Fortschritte in Euro-Krise
Positiv entwickeln sich auch die Exporte. Im vierten Quartal 2012 stiegen die Ausfuhren in Nicht-EU-Länder um 4,2 Prozent auf 118 Milliarden Euro. Die Exporte insgesamt erhöhten sich gegenüber dem Vorjahresquartal um 1,3 Prozent auf 271,4 Milliarden Euro. Im Gesamtjahr 2012 waren die deutsche Exporte um 3,4 Prozent auf den Rekordwert von 1,097 Billionen Euro geklettert.
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble mühte sich am Donnerstag, Optimismus zu verbreiten. Die Euro-Krise sei zwar noch nicht vorüber, sagte der CDU-Politiker. Es seien aber erhebliche Fortschritte erzielt worden. Die Unterschiede bei der Wettbewerbsfähigkeit der Euro-Staaten seien kleiner geworden. Die durchschnittliche Neuverschuldung aller Euro-Länder habe sich in den vergangenen drei Jahren halbiert. Damit sind nach Schäubles Worten die Vereinbarungen zum Defizit- und Schuldenabbau eingehalten worden.
ssu/dpa
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