Herbstaufschwung Arbeitslosenquote fällt auf 4,9 Prozent

Im Oktober waren nur noch 2,2 Millionen Menschen auf der Suche nach einem Job. Die Arbeitslosenquote ist damit erstmals seit Jahrzehnten unter fünf Prozent gesunken.

Baustelle in München
DPA

Baustelle in München


Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Oktober weiter gefallen - auf 2,204 Millionen Arbeitslose, wie die Behörde am Dienstag in Nürnberg mitteilte. Das seien 53.000 weniger als im September und 185.000 weniger als vor einem Jahr.

Die Arbeitslosenquote ging um 0,1 Punkte auf 4,9 Prozent zurück und damit erstmals seit der Wiedervereinigung unter fünf Prozent. In Westdeutschland hatte die Arbeitslosenquote zuletzt im Juni 1981 unter fünf Prozent gelegen - bei damals 4,8 Prozent. Die Zahl lässt sich aber kaum mit der des wiedervereinigten Deutschlands vergleichen.

Die offizielle Arbeitslosenzahl der Bundesagentur gibt zudem nicht die tatsächliche Größe der Arbeitslosigkeit wieder. So sind, wenn man etwa Arbeitslose in Beschäftigungsmaßnahmen oder arbeitsunfähig Erkrankte mitrechnet, im Oktober 3,14 Millionen Menschen ohne Job gewesen. Diese sogenannte Unterbeschäftigung ist allerdings ebenfalls zurückgegangen - und zwar um 223.251 im Vergleich zum Vorjahr.

Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland ist auf einen neuen Rekordwert gestiegen. Im September waren erstmals seit der Wiedervereinigung mehr als 45 Millionen Menschen in Lohn und Brot, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Dies waren 557.000 mehr als im Vorjahresmonat.

Die gute Konjunktur sorgt bereits seit einigen Jahren für einen Rückgang bei der Arbeitslosigkeit und zugleich für deutlich mehr Beschäftigung. Die Bundesregierung geht davon aus, dass die Zahl der Erwerbstätigen im Jahresschnitt 2019 auf 45,3 Millionen steigt und damit rund eine Million über dem Wert von 2017 liegt.

"Das Wachstum der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung setzt sich fort", teilte BA-Chef Detlef Scheele mit, "und die Arbeitskräftenachfrage der Unternehmen pendelt sich auf einem sehr hohen Niveau ein."

ssu/dpa/Reuters

Mehr zum Thema


insgesamt 151 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Kurt-C. Hose 30.10.2018
1. Na
das sind doch mal gute Nachrichten, aber ich wette es dauert höchstens fünf Beiträge, bis jemand erklärt, das sei alles Lüge und sowieso würden die Löhne sinken und alle wären nur noch prekär beschäftigt ...
denn76 30.10.2018
2.
Gleich gehts wieder los mit den Kommentaren dass dies doch gar nicht sein kann, Deutschland liegt wirtschaftlich am Boden, alle sind arm und müssen Pfandflaschen sammeln :)
jozu2 30.10.2018
3. Schöngerechnet
Jeder weiß, dass wir wieder satt über den "magischen" 5% liegen, wenn man prekär Beschäftigte (Paketzusteller etc.) und die herausgeschummelten Arbeitslosen, die in in sinnlose Fortbildungen abgeschoben wurden, wieder dazurechnet. Dann kann man noch darüber nachdenken, wie groß der Anteil derjenigen ist, die trotz Arbeit als Rentner in Hart IV landen werden.
stevens-82 30.10.2018
4.
Erstmal sind das gute Nachrichten! Mich würde mal interessieren ob die in Deutschland übliche Methode die Arbeitslosenquote zu berechnen, identisch mit der in anderen Ländern ist und wenn nicht, wie die Arbeitslosenquote dann im Vergleich zu anderen hochentwickelten Staaten aussieht?
frankfurtbeat 30.10.2018
5. schöne ...
schöne Zahlen ... aber tatsächlich wohl nicht zutreffend. Wieviele Menschen befinden sich aktuell in einer Fortbildungsmaßnahme und sind demnach nicht zahlenmässig berücksichtigt? Gleichzeitig ist es natürlich wunderbar, wenn man Arbeitslose un´mgehend an die Zeitarbeit weiterleitet um diese "in Arbeit" zu bringen. Der "Aufschwung" geht an diesen Menschen vorbei da man als Fachkraft für 10 € oder 12,50 € in den markt geschubst wird und letztendlich zum Aufstocker mutiert ... daher schöne Statistik aber eben Politik und an der Realität vorbei.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.