Vollbeschäftigung "mittelfristig denkbar" Arbeitsmarktbarometer auf Höchststand

In Deutschland gibt es weniger Entlassungen und raschere Neubeschäftigung. Zu diesem Ergebnis kommen die Arbeitsagenturen - und resümieren: Die Chancen am Jobmarkt waren selten so gut wie jetzt.

Agentur für Arbeit (Archivbild)
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Agentur für Arbeit (Archivbild)


Der Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt hält weiter an. Das Arbeitsmarktbarometer des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) stieg im März auf den höchsten Stand seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2011, wie das Institut. Das Barometer beruht auf einer Umfrage der 156 Arbeitsagenturchefs.

"2018 wird aller Voraussicht nach ein Rekordjahr am Arbeitsmarkt", erklärte IAB-Experte Enzo Weber. Vollbeschäftigung sei "mittelfristig denkbar", erklärte Weber. "Aber dafür müssten noch mehr Arbeitslose von dem Rekordangebot an offenen Stellen profitieren können." Von entscheidender Bedeutung seien dafür "Qualifizierung sowie intensive Betreuung und Vermittlung".

Auch nach den Erwartungen der befragten Arbeitsagentur-Chefs werde die Arbeitslosigkeit weiter sinken. Einer der Gründe: Immer weniger Beschäftigte verlieren ihren Job oder finden so rasch wieder eine Arbeit, dass ihnen das Schicksal eines Hartz-IV-Beziehers erspart bleibe.

Das IAB-Arbeitsmarktbarometer stieg im März gegenüber dem Vormonat um 0,4 Punkte auf 105,4 Punkte. Die Bewertungsskala des Barometers reicht von 90 Punkten für eine sehr schlechte Entwicklung bis zu 110 Punkten für eine sehr gute Entwicklung.

ans/dpa/AFP



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Ökonomikon 27.03.2018
1. Die "offenen Stellen" sind Potemkinsche Dörfer
Bewerber kennen den wahren Charakter der "offenen Stellen", die man bspw. über die Jobbörse der Arbeitsagentur findet, über die massenhaft "Stellenangebote" ausgeschrieben werden: Bewerbungen werden häufig gar nicht oder nur per automatisierter Standardabsage "beantwortet", manchmal sogar binnen Sekunden per Mail. Selbst Anfragen zu vermeintlichen "Jobangeboten" werden oft mit Standardabsagen beantwortet, in denen dann sogar für noch gar nicht eingereichte "interessante" Bewerbungsunterlagen gedankt wird. Daran wird deutlich, dass die eingehenden Bewerbungen und Schreiben gar nicht ernsthaft geprüft werden. Der Bewerber staunt dann nicht schlecht, wenn dieselben "Stellenangebote" dann auch noch nach Monaten oder sogar Jahren ausgeschrieben sind, wobei allenfalls hin und wieder das Ausschreibedatum aktualisiert wird, während Bewerber nicht mal eine Antwort erhalten. Über den Austausch mit anderen Bewerbern und Erfahrungsberichte im Internet findet der Bewerber dann häufig heraus, dass sich schon viele Bewerber um Stellen bewarben, ohne eine Antwort zu erhalten, während dieselben Stellen einfach weiter ausgeschrieben bleiben. Über die Arbeitsagentur können unbegrenzt und kostenlos Stellen ausgeschrieben werden, wobei die Identität des Ausschreibenden allenfalls stichprobenartig und die Ernsthaftigkeit der "Stellenangebote" in der Regel gar nicht kontrolliert wird. Daher wurde schon häufiger darüber berichtet, dass dies auch Betrüger und Datensammler genutzt haben. Die Massen an vermeintlich "offenen Stellen" werden dann auch noch als Zeichen für eine gute Arbeitsmarktsituation oder gar einen "Fachkräftemangel" verkauft. Durch die Arbeitsagenturen und Jobcenter werden meist nicht mal qualifizierten und hochqualifizierten Bewerbern Jobs vermittelt, da einfach auf die Jobbörse der Arbeitsagentur verwiesen wird.
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