Wohnimmobilien Zahl der Baugenehmigungen steigt auf 15-Jahres-Hoch

Niedrige Zinsen, eine robuste Konjunktur und eine hohe Nachfrage sorgen dafür, dass der Wohnungsbau in Deutschland floriert. Die Zahl der Baugenehmigungen kletterte im vergangenen Jahr um 8,4 Prozent.

Wohnungsbau in Hamburg
DPA

Wohnungsbau in Hamburg


Der Bauboom von Wohnimmobilien hält an: Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen ist erstmals seit 15 Jahren wieder über die Marke von 300.000 gestiegen. "Rund 309.000 Zusagen wurden 2015 erteilt - fast 24.000 oder 8,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor", teilte das Statistische Bundesamt mit. "Die im Jahr 2009 begonnene positive Entwicklung setzte sich somit fort."

Katalysatoren der hohen Nachfrage sind laut Experten die niedrigen Zinsen und die robuste Konjunktur. Bundesbauministerin Barbara Hendricks freut sich über die Entwicklung. Die SPD-Politikerin sagte aber zugleich: "Das ist noch deutlich zu wenig". Vor allem einkommensschwächere Haushalte, aber zunehmend auch Haushalte mit mittleren Einkommen hätten Schwierigkeiten, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Der Zuzug von Flüchtlingen erhöhe den Bedarf zusätzlich. Benötigt würden daher pro Jahr mindestens 350.000 neue Wohnungen.

Die Bauwirtschaft hält sogar 400.000 pro Jahr für erforderlich. Nach bisherigen Schätzungen wurden 2015 etwa 270.000 Wohnungen fertiggestellt.

Bundesregierung und Bundesländer wollen den Wohnungsbau durch zusätzliche Steueranreize beschleunigen. Der Bundestag berät am Freitag in erster Lesung über ein entsprechendes Gesetz. Investoren in Regionen mit angespannten Wohnungsmärkten sollen über einen Zeitraum von drei Jahren 35 Prozent der Baukosten bei der Steuer abschreiben können.

Hendricks fordert zudem eine nochmalige Verdoppelung des Bundeszuschusses für den sozialen Wohnungsbau in den Ländern, der bereits auf eine Milliarde Euro jährlich angehoben worden war. Dies ist einer der Konflikte im Streit der Koalition über die Eckwerte des Bundeshaushalts für 2017.

msc/Reuters/dpa



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