Platz vier im WEF-Ranking Deutschland holt im globalen Wettbewerb auf

Nur die Schweiz, Singapur und Finnland schneiden besser ab: Deutschland hat sich in der Spitzengruppe der wettbewerbsfähigsten Staaten vom sechsten auf den vierten Platz vorgearbeitet, das besagt das Ranking des Weltwirtschaftsforums. Schlecht sieht es für südliche EU-Länder wie Griechenland aus.

Roboter auf der Hannover Messe (Archiv): Viel Geld für die Forschung
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Roboter auf der Hannover Messe (Archiv): Viel Geld für die Forschung


Genf - Vor den USA, aber hinter der Schweiz und Finnland: Deutschland ist eines der wettbewerbsfähigsten Länder der Welt; im Ranking des Weltwirtschaftsforums landet es nun auf Platz vier. Die Bundesrepublik steht damit erneut besser da als die Vereinigten Staaten. Das sei vor allem durch die Innovationsfähigkeit deutscher Unternehmen erreicht worden, erklärte das Weltwirtschaftsforum (WEF) in Genf zur Veröffentlichung seines Wettbewerbsindex 2013 am Mittwoch.

Als das konkurrenzfähigste Land der Welt weist die WEF-Studie - bereits zum fünften Mal hintereinander - die Schweiz aus, gefolgt von Singapur. Finnland verteidigte Rang drei und erwies sich damit wie im Vorjahr noch vor Deutschland als die wettbewerbsfähigste Volkswirtschaft der Euro-Zone.

Das Länder-Ranking erfolgte nach zwölf einheitlichen Kriterien - darunter die Innovationsfähigkeit der Unternehmen, die staatlichen Rahmenbedingungen für die Wirtschaft, der Zustand der Finanzmärkte, die Infrastruktur und das Bildungswesen. Die für die Studie erforderlichen Daten wurden von 160 wirtschaftswissenschaftlichen Instituten und Statistikbehörden zusammengetragen.

Der Bundesrepublik bescheinigen die Experten eine hohe Flexibilität und Innovationskraft seiner Wirtschaft sowie eine ausgezeichnete Infrastruktur. Gelobt wird in der Studie, dass deutsche Unternehmen im internationalen Vergleich viel für Forschung und Entwicklung ausgeben. Probleme habe Deutschland hingegen durch einen vergleichsweise unflexiblen Arbeitsmarkt.

"Die Fähigkeit einer Volkswirtschaft, Wohlstand zu generieren, ist immer stärker von Innovation abhängig", sagte WEF-Chef Klaus Schwab. Im globalen Wettbewerb werde man in absehbarer Zeit "nicht mehr zwischen Industriestaaten und weniger entwickelten Ländern unterscheiden, sondern stattdessen von innovationsreichen und innovationsarmen Ländern sprechen".

Die Wirtschaft der USA gehört laut WEF nach einem vierjährigen Abwärtstrend wieder zu den effektivsten der Welt und ist führend bei der Entwicklung innovativer Produkte und Dienstleistungen bis zur Marktreife. Im Wettbewerbsindex verbesserten sich die USA verglichen mit 2012 um zwei Plätze auf Rang fünf.

Südeuropäische Länder schneiden schlecht ab

Grund zur Sorge bietet nach Ansicht der WEF-Experten das erneut schlechte Abschneiden einiger südeuropäischer Länder - darunter Portugal auf dem 51. und Griechenland als EU-Schlusslicht auf dem 91. Platz von insgesamt 148 untersuchten Ländern. In der Europäischen Union besteht damit immer noch eine große Kluft zwischen wettbewerbsstarken Ländern - zur Spitzengruppe gehören auch Schweden (Rang sechs), die Niederlande (acht) und Großbritannien (zehn) - und schwachen Volkswirtschaften, die auf den Weltmärkten nur geringe Chancen haben.

Japan kletterte vom zehnten auf den neunten Platz. China hielt sich im WEF-Index auf Rang 29 und schnitt damit wieder deutlich besser ab als die anderen sogenannten aufstrebenden BRICS-Staaten. Unter diesen büßte Brasilien acht Ränge ein und kam auf Platz 56. Russland konnte um drei Plätze auf Rang 64 vorrücken. Indien kam auf Platz 60, Südafrika auf Platz 53 - jeweils eine leichte Verschlechterung um einen Rang.

yes/dpa

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insgesamt 97 Beiträge
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Seite 1
micha.w 04.09.2013
1. So täuscht eben die Statistik!
Die Schweizer sehen das etwas anders, die Schweiz steuert eher auf eine Katastrophe zu. Das löchrige Bankgeheimnis zieht enorme Gelder ab, der Tourismus gerät ins Stocken da er fast unbezahlbar geworden ist, Schweizer Exporte werden außerdem des hohen Franken und der Nicht-EU Mitgliedschaft immer schwerer, die so hochgelobte private Altersvorsorge funktioniert auf Grund der minimalen Zinsen über haupt nicht im prognostizierten Rahmen, Inlandsdienstleistungen sind für Schweizer kaum noch zu bezahlen......... Wie sagte man schon immer: Papier ist geduldig, heute eben erweitert um Bits und Byts.
founder 04.09.2013
2. Was ist wenn die Kriterien völlig falsch sind?
Wir kennen genügend verrückte Wettbewerbe. Kommasuafen, Wettessen, illegale Straßenrennen. Für die meisten ist klar, "Er hat mit 0,9 Liter Wodka dan 4. Platz belegt" ist ein verrückter Wettbewerb. Also hinterfragen wir einmal diese Wettbewerbskriterien. Zum Beispiel gibt es da Kriterien "Wie gut wird das Land auf das Eintreten der Prognosen der Energy Watch Group (http://energy-watch-group.org) vorbereitet? Kriterien: * Verminderung der Ölimporte im Vergleich zum Vorjahr * Verminderung der Gasimporte im Vergleich zum Vorjahr * Unabhängigkeit des Verkehrs von fossiler Energie * Unabhängigkeit der Raumwärme von fossiler Energie * Unabhängigkeit des Industrie von fossiler Energie
nickleby 04.09.2013
3. Keine Experimente
Dank der Wirtschafts-und Finanzpolitik der schwarz-gelben Koalition, dank der Liberalität, Disziplin und Innovationsfähigkeit unseres Landes befindet sich Deutschland unter den ersten vier Nationen der Welt, was Wettbewerbsfähigkeit und Lebensqualität angeht. Die Apologeten einer rot/grün-Regierung wollen der Forschung Zwangsjacken anlegen, indem sie vorschreiben wollen, in welchen Gebieten an den Universitäten geforscht werden darf ( Militär/Rüstung) Das hat nichts mit Freiheit zu tun, sondern ist der Ausfluss ideologischer Verblendung und führt ins ideologische Abseits
sofiabeo 04.09.2013
4. nach dem 22.09.....
Zitat von sysopDPANur die Schweiz, Singapur und Finnland schneiden besser ab: Deutschland hat sich in der Spitzengruppe der global wettbewerbsfähigsten Staaten vom sechsten auf den vierten Platz vorgearbeitet, das besagt das neue Ranking des Weltwirtschaftsforums. Die Bundesrepublik hat demnach die USA überrundet. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/deutschland-baut-wettbewerbsfaehigkeit-aus-a-920265.html
... wird sich das dann aber sicher wieder ändern. Die etablierten Parteien überbieten sich in einer grenzdebilen "Gerechtigkeitsdebatte" , die - verglichen mit allen Ländern rund um den Erdball - schon echt zweifeln lässt. Wenn erst Steuererhöhungen ala rotgrün, oder gar dunkelrot (Tolerierung einer rotgrünen Minderheitsregierung?) greifen, dann gute Nacht Wettbewerbsfähigkeit. Ebenso wird die Schuldenkrise und deren Management durch Mutti und ihre gelben Sparringspartner dazu führen, dass die deutsche Wettbewerbsfähigkeit sich mehr der südländischen annähert, als umgekehrt: Harmonisierung in der Eurozone, Zentralisierung (Wirtschaftregierung EU), direkte Staatsfinanzierung der Schuldenländer = Vergemeinschaftung der Schulden ala deutschem Länderfinanzausgleich. Was also wird mit der Wettbewerbsfähigkeit im globalen Ranking wohl passieren? Uns geht es einfach zu gut hier, denn unsere Themen im Wahlkampf sind Autobahn-Maut und Stefan Raab :-)
Wunderläufer 04.09.2013
5. Fragen
Welcher Zusammenhang besteht zwischen "wettbewerbsfähig" und "Flexibilität des Arbeitsmarktes?" Zu bedenken sollte auch geben, dass Deutschland so gut abschneidet, obwohl allerorten immer über zu hohe Löhne gejammert wird
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