Frankfurt am Main - Deutschland hat mit einer Null-Zins-Anleihe erneut Milliarden bei Anlegern eingesammelt. Die Auktion von Bundesschatzanweisungen mit zweijähriger Laufzeit spülte am Mittwoch vier Milliarden Euro in die Staatskasse, teilte die zuständige Finanzagentur mit.
Die Anleihe mit einem Null-Zins-Kupon war im Mai zum ersten Mal überhaupt den Anlegern angeboten worden. Weil es schon damals so gut funktioniert hatte, stockte der Bund das Volumen nun noch einmal auf. Die Nachfrage lag auch diesmal wieder hoch. Die Finanzagentur hätte fast doppelt so viele Papiere loswerden können wie geplant.
Einen kleinen Gewinn nehmen die Anleger jedoch auch bei diesem Geschäft mit. Weil sie die Anleihe zu einem niedrigeren Kurswert kauften, erhalten sie eine durchschnittliche Rendite von 0,1 Prozent pro Jahr. Im Mai hatte die Rendite noch bei 0,07 Prozent gelegen.
Deutschland gilt in der europäischen Schuldenkrise als Hort der Stabilität. Deshalb vertrauen viele Anleger dem Land ihr Geld zu solch ungünstigen Konditionen an. Zuletzt sind die Zinsen für deutsche Staatspapiere aber leicht angestiegen - ein Zeichen dafür, dass einige Anleger skeptisch werden.
Sie fürchten die milliardenschweren Garantien, die Deutschland für die Rettung von Krisenstaaten wie Griechenland und Portugal übernommen hat. "Deutschland verliert durch die zunehmenden Risiken an Qualität", sagte der Fondsmanager und Deutschland-Chef des Vermögensverwalters Pimco, Andrew Bosomworth. Mehr als die Hälfte der auf einer Branchenkonferenz in Monaco befragten Hedgefonds-Manager geht davon aus, dass sich die Zinsen für zehnjährige Bundesanleihen binnen eines Jahres verdoppeln werden, berichtete die "Financial Times".
stk/Reuters/dpa
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