DIW-Chef Fratzscher "Die soziale Marktwirtschaft existiert nicht mehr"

Die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich schwächt die deutsche Wirtschaft. Im SPIEGEL warnt DIW-Chef Fratzscher vor Wohlstandsverlusten für alle Bürger.

DIW-Chef Marcel Fratzscher
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DIW-Chef Marcel Fratzscher


Die gewachsene Kluft zwischen Arm und Reich wird nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung das ökonomische Wachstum der Bundesrepublik in den nächsten Jahren stark beeinträchtigen und zu Einbußen beim Wohlstand für alle Bürger führen. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

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Heft 11/2016
Deutschland 2016: Reich wird reicher, arm bleibt arm

Das geht aus einem neuen Buch von Institutschef Marcel Fratzscher mit dem Titel "Verteilungskampf" hervor, über das der SPIEGEL vorab berichtet. Danach würden sich die Wachstumsverluste in der Bundesrepublik "so lange fortsetzen, wie die Ungleichheit auf jetzigem Niveau verbleibt".

Fratzscher kritisiert, dass sich Deutschland in den vergangenen Jahren zu "einem der ungleichsten Länder der industrialisierten Welt" entwickelt habe. Dadurch seien allein im Zeitraum zwischen 1990 und 2010 Wachstumseinbußen im Wert von 160 Milliarden Euro zu verzeichnen gewesen, rechnet der DIW-Chef unter Bezug auf eine Studie der Industrieländer-Organisation OECD vor. Für eine vierköpfige Familie entspreche dies 8000 Euro.

Wäre die soziale Spaltung auf dem Niveau des Jahres 1990 verblieben, hätte die deutsche Wirtschaftsleistung dagegen um ein Fünftel höher sein können. "Die soziale Marktwirtschaft existiert nicht mehr", sagt der Wirtschaftsforscher.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL - erhältlich ab Samstagmorgen und schon heute ab 18 Uhr im digitalen SPIEGEL.

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insgesamt 325 Beiträge
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jakam 11.03.2016
1. Darüber sprechen vs Veränderungen anstossen
Das wissen wir alle schon lange, und zwar aus der Realität, die wir jeden Tag vor Augen haben. Aber schön, dass man mal wieder darüber gesprochen hat, denn ändern wird von den Machthabern keiner etwas daran. Würden Politiker wie Formel 1 Fahrer ihre Sponsoren auf ihren Outfits tragen müssen, wäre da wohl nur noch sehr wenig freie Fläche auf den Anzügen.
snigger 11.03.2016
2. soziale marktwirtschaft
funktioniert nur auf dem papier und in den argumentationen von politikern.
moritz27 11.03.2016
3. Für 2016
sind im Bundehaushalt knapp 41% für "Arbeit und Soziales" als größter Ausgabenblock vorgesehen. Daher kann ich nicht erkennen, dass die Soziale Marktwirtschaft nicht mehr existiert. Sie wirkt, ganz im Gegenteil, wie ein Magnet auf Zuwanderer aus der ganzen Welt. Ich glaube auch nicht, dass die Mehrheit der Deutschen eine soziale Gleichheit, wie im Modell DDR, haben möchte.
turbomix 11.03.2016
4. Meine Güte...
...welch Wahnsinns Erkenntnis! Die existiert schon seit Ende der 70er, Anfang der 80er nicht mehr - und keiner (außer mir?) hat's bemerkt. Und Anfang der 90er bekamen die Reste der Sozialen Marktwirtschaft dann den Todesstoß (New Economy). Gier frisst Hirn.
fin2010 11.03.2016
5. Wieso, warum, weshalb
Beim Vermögen ist D recht ungleich, beim Einkommen recht gleich (Gini-Werte der Industriestaaten).
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