CO2-Emissionen: Deutschland droht Klimaschutzziele zu verfehlen

Die Wirtschaft wächst einfach zu stark: Deutschland droht an den selbst gesteckten Zielen zur Vermeidung von Kohlendioxid zu scheitern. Der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zufolge sinken die CO2-Emissionen nicht schnell genug, um die Reduktionsziele für 2020 zu erreichen.

Vattenfall-Kohlekraftwerk: Deutsche CO2-Emissionen sinken langsamer als geplant Zur Großansicht
DPA

Vattenfall-Kohlekraftwerk: Deutsche CO2-Emissionen sinken langsamer als geplant

Berlin - Das Ziel ist ehrgeizig: Bis 2020 will die Bundesregierung den Ausstoß des Treibhausgases CO2 in Deutschland um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 verringern. Jetzt warnt aber ausgerechnet der Wissenschaftler, der die Fortschritte bei der Energiewende überwacht, in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", dass Deutschland scheitern könnte.

Hans-Joachim Ziesing ist der von der Bundesregierung mit der Überwachung der Fortschritte bei der Energiewende beauftragte Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen. Und er warnt jetzt in der "FAZ": "Mit den bisherigen Maßnahmen kann das Ziel nicht erreicht werden". Weil die Emissionen im vergangenen Jahr - bereinigt um Schwankungen der Temperatur und damit der Energienachfrage - wieder gestiegen seien, habe sich die Bundesregierung von ihrem CO2-Ziel sogar "wieder etwas entfernt".

Netto 9 Millionen Tonnen mehr CO2

Ziesing widersprach damit Angaben des Umweltbundesamtes, wonach sich die Minderung der CO2-Emissionen trotz sehr starker Konjunktur und des Atomausstiegs 2011 weiter fortgesetzt habe. Laut Ziesing ist es aber noch möglich, die Klimaschutz-Vorgaben zu erreichen. Dafür müsse das Tempo der Emissionsminderung in der Stromerzeugung sowie bei den großen Verbrauchern Industrie, Verkehr und Gebäude beträchtlich beschleunigt werden. Das setze voraus, dass die Nutzung regenerativer Energien erheblich gesteigert und Energie effizienter verwendet werde.

Dem Bericht zufolge kommt Ziesing in einer am Dienstag in dem Fachmagazin "Energiewirtschaftliche Tagesfragen" veröffentlichen Aufsatz zu seiner pessimistischen Einschätzung. Zwar seien die gesamte Emissionen, also nicht nur die der Energiewirtschaft und Industrie, 2011 im Vergleich zum Vorjahr um etwa 2,3 Prozent auf 800 Millionen Tonnen gesunken, doch sei daran vor allem die milde Witterung mit einem deshalb um 5,3 Prozent niedrigerem Primärenergieverbrauch beteiligt.

Diesen Effekt für eine bessere statistische Vergleichbarkeit herausgerechnet, seien die CO2-Emissionen 2011 in Deutschland um 9,3 Millionen Tonnen oder 1,2 Prozent gestiegen. Grund seien unter anderem der steigende Anteil der Braunkohleverstromung sowie eine kräftige Expansion der Zementwerke, die auch von den historisch niedrigeren Preisen für Emissionszertifikate profitierten. Die durch das Abschalten der Kernkraftwerke weggefalle Stromerzeugung sei durch die schnell wachsenden erneuerbaren Energien überkompensiert worden.

nck/dpa

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insgesamt 35 Beiträge
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1. Wozu braucht man einen Experten?
u.loose 11.04.2012
Zitat von sysopDie Wirtschaft wächst einfach zu stark: Deutschland droht an den selbst gesteckten Zielen zur Vermeidung von Kohlendioxid zu scheitern. Der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zufolge sinken die CO2-Emissionen nicht schnell genug, um die Reduktionsziele für 2020 zu erreichen. CO2-Emissionen: Deutschland droht Klimaschutzziele zu verfehlen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,826729,00.html)
Es war doch vom ersten Tag der "Energiewende" klar, das als "Brückentechnologie" die Braunkohle herhalten sollte/musste. Erinnert sich niemand mehr an die Äußerungen der Lokalpolitiker die nun einen arbeitsplatzschaffenden Anteil "ihrer" Braunkohle verlangten? Ebenso klar war vom ersten Tag an die Forderung, dass der schwächste aller "Marktteilnehmer" - der Bürger mit Hausbesitz - den Mehrausstoß mit unsinnig hohen Investitionen in "Dämmungen" einsparen sollte. Egal ob Pro oder Kontra Atomkraft - die ursprünglich angedachte Laufzeitverlängerung hätte diese Weiterungen verhindern können. Ulrich
2. Man kann nicht alles haben
mauimeyer 11.04.2012
Zitat von sysopDie Wirtschaft wächst einfach zu stark: Deutschland droht an den selbst gesteckten Zielen zur Vermeidung von Kohlendioxid zu scheitern. Der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zufolge sinken die CO2-Emissionen nicht schnell genug, um die Reduktionsziele für 2020 zu erreichen. CO2-Emissionen: Deutschland droht Klimaschutzziele zu verfehlen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,826729,00.html)
Wirtschaftswachstum und Energie-Verbrauchs-Reduzierung und Atom-Ausstieg. Die Vorreiter-Rolle Deutschlands bringt der Welt nichts. China, Rußland, USA, Brasilien... und wir wollen die Welt retten? Die Antworten sind bisher mehr als simpel: E10, Photovoltaik im deutschen Schatten ,Windräder (off-shore) ohne Anbindung.... Kein Wunder, daß die Grünen hinten runter fallen... Wer zwingt uns eigentlich, der Welt diesen Unsinn vorzuleben? Kauri
3.
pwbaumann 11.04.2012
Zitat von sysopDie Wirtschaft wächst einfach zu stark: Deutschland droht an den selbst gesteckten Zielen zur Vermeidung von Kohlendioxid zu scheitern. Der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zufolge sinken die CO2-Emissionen nicht schnell genug, um die Reduktionsziele für 2020 zu erreichen. CO2-Emissionen: Deutschland droht Klimaschutzziele zu verfehlen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,826729,00.html)
und nun warten wir auf die (un-)bezahlten freunde der atomlobby. die seit jahrzehnten eingeübten sprüchlein müssen doch noch ein paar mal wiederholt werden. ein letzter strohhalm wo doch schon alle horror-visionen einfach ausgefallen sind: alle vorhersagen über den bevorstehenden zusammenbruch der stromnetze mussten jeweils eine jahrszeit nach hinten verschoben werden, die begründung "angepasst"... die massiv steigenden stromimporte sind auch ausgeblieben. das gegenteil ist eingetreten und muss nun schöngerechnet werden. jungs und mädel, nun habt ihr ein letztes mal die gelegenheit! nutzt sie! ein letztes mal eure hohlen phrasen, bitte, bitte!
4. Der Vormittag ist gerettet...
denkdochmalmit 11.04.2012
Zitat von sysopDie Wirtschaft wächst einfach zu stark: Deutschland droht an den selbst gesteckten Zielen zur Vermeidung von Kohlendioxid zu scheitern. Der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zufolge sinken die CO2-Emissionen nicht schnell genug, um die Reduktionsziele für 2020 zu erreichen. CO2-Emissionen: Deutschland droht Klimaschutzziele zu verfehlen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,826729,00.html)
...kommet herbeim ihr Klimatology-Anhänger und Leugner..... Make my Day please..;-)
5. schon komisch
aiguille 11.04.2012
Zitat von sysopDie Wirtschaft wächst einfach zu stark: Deutschland droht an den selbst gesteckten Zielen zur Vermeidung von Kohlendioxid zu scheitern. Der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zufolge sinken die CO2-Emissionen nicht schnell genug, um die Reduktionsziele für 2020 zu erreichen. CO2-Emissionen: Deutschland droht Klimaschutzziele zu verfehlen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,826729,00.html)
Ja wo ist sie denn, die Klimakatastrophe? Ist Sommer und Winter nicht wie immer? Ich frage mich: Sollte es tatsächlich hier wärmer werden (zB auch durch Änderung von Erdbahn und Sonnenaktivität), dann würde doch sofort mehr Wasser verdunsten, welches kühlt und gleichzeitig mehr Wolken entstehen, die den Kühleffekt noch verstärken. So ein Tiefdruckgebiet bringt einen Temperatursturz von 10-15 Grad Celsius. Dieser Regelkreis ist doch dem bisschen CO2-Effekt um viele Grössenordnungen überlegen! Vor 30 Jahren wurde eine neue Eiszeit vorhergesagt. Und nun haben sich die Daten simsalabim ins Gegenteil verdreht? Wie war das noch kürzlich mit den Fälschungen der Klimaforscher? Et qui bono? Ist es nicht ein irrwitziges Geschäft allein schon für die Banken? Die Chinesen lachen sich Schrott, wie wir uns gängeln lassen.
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