Robuste Konjunktur Deutschland erzielt höchsten Überschuss seit Wiedervereinigung

Der deutsche Staat hat 2015 einen Rekordüberschuss erreicht. Insgesamt nahmen Bund, Länder, Gemeinden und Sozialkassen rund 19,4 Milliarden Euro mehr ein als sie ausgaben.

Baustelle in Frankfurt: Rekordüberschuss dank stabiler Wirtschaft
DPA

Baustelle in Frankfurt: Rekordüberschuss dank stabiler Wirtschaft


Ein stabiles Wirtschaftswachstum und ein robuster Arbeitsmarkt haben dem deutschen Staat 2015 den höchsten Überschuss seit der Wiedervereinigung beschert. Die Einnahmen von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialkassen waren unter dem Strich rund 19,4 Milliarden Euro im Plus. Das teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mit.

Einen prozentual höheren Überschuss gab es mit 0,9 Prozent des nominalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) nur im Jahr 2000. Damals hatte die Versteigerung der UMTS-Mobilfunklizenzen die öffentlichen Kassen kräftig gefüllt. In absoluten Zahlen lag der Überschuss mit rund 18,2 Milliarden Euro im Jahr 2000 aber niedriger als jetzt.

Zum Jahresende legte die deutsche Wirtschaft um 0,3 Prozent zu; im Gesamtjahr 2015 waren es 1,7 Prozent. Wachstumsimpulse kamen vor allem aus dem Inland: Wegen des Zinstiefs lohnt sich traditionelles Sparen kaum noch, viele Menschen geben ihr Geld daher lieber aus. Weil Tanken und Heizen wegen der niedrigen Ölpreise vergleichsweise billig ist, haben Privatleute zudem mehr Geld für den Konsum übrig.

Auch die Milliardenausgaben von Bund, Ländern und Kommunen zur Bewältigung der Flüchtlingszuwanderung stützen die Konjunktur: Im vierten Quartal erhöhten sich die Konsumausgaben des Staates kräftig. Viele Volkswirte werten die Zuwanderung von Menschen aus Syrien, dem Irak oder Afghanistan als eine Art Konjunkturprogramm.

Zuletzt hatten sich die Aussichten für die Konjunktur etwas eingetrübt. Wichtige Absatzmärkte wie China schwächeln, auch aus den USA kamen schwächere Konjunkturdaten. Dennoch sehen die meisten Ökonomen Deutschland auch im laufenden Jahr auf einem robusten Wachstumspfad. Bundesregierung und Internationaler Währungsfonds (IWF) erwarten ein Wachstum in der Größenordnung von 1,7 Prozent.

ssu/dpa/Reuters



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insgesamt 268 Beiträge
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Seite 1
accessfreeze 23.02.2016
1.
na da werden wir doch bestimmt eine Verwendung für finden. "Wir" werden davon wohl nicht profitieren.
Zaphod 23.02.2016
2. Zahlen zählen
In Anbetracht dieser positiven Zahlen ist eine flüchtlingsfeindliche Haltung noch beschämender. Deutschland ist tatsächlich ein sehr reiches Land und sollte es daher leicht schaffen, die Flüchtlinge angemessen zu behandeln. Wer einen Überschuss erwirtschaftet und trotzdem nicht bereit ist, seinen Wohlstand zu teilen, ist eben tatsächlich ein hoffnungloser Egoist mit fehlender Empathie!
Spiegelleserin57 23.02.2016
3. prima!
also ist Geld für alle da und somit hat Frau Merkel absolut Recht! Wir schaffen das!
happy2010 23.02.2016
4.
Da fragt man sich, ob beim Artikel schreiben jemand mitdenkt. Was hatten im Jahr 2000 18,8 MRD Euro, grob 37 Milliarden DM für eine Kaufkraft, und was bekommt man heute für 19,4 Milliarden? Alleine die Inflation würde bedeuten, dass man den damaligen 18,8 MRD heute knapp 26 MRD gegenüberstellen müsste
lenitti 23.02.2016
5. Ach wirklich?
Und ich war noch nie so arm wie in diesem Jahr. Steuern und Abgaben, Unterhalt für Kinder und die tolle Steuerklasse eins. Steuervorteile? Werden nicht gewährt. Aber Hauptsache der Staat ist irgendwann Nutznießer meiner Kinder. Sind sie klein werde ich abgezockt, verdienen Sie Geld und zahlen Steuern profitiert der Staat! Dieser Staat ist der größte Raubritter den ich kenne!
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