Statistik für Deutschland Jeder dritte Arbeitslose hat kein Geld für eine vollwertige Mahlzeit

Viele Arbeitslose in Deutschland können sich selbst alltägliche Bedürfnisse nicht leisten. Im Vergleich zu den Vorjahren müssen aber deutlich weniger Erwerbslose mit Entbehrungen leben.

Lebensmittelausgabe an Bedürftige
DPA

Lebensmittelausgabe an Bedürftige


Fast jeder dritte Arbeitslose in Deutschland kann sich eigenen Angaben zufolge nicht regelmäßig eine vollwertige Mahlzeit leisten. Die Zahlen stammen aus der EU-Datenbank SILC, die das Statistische Bundesamt auf Anfrage der Linksfraktion ausgewertet hat. Über die Anfrage der Linken hatte zuerst die ""Neue Osnabrücker Zeitung" berichtet.

Konkret wurde gefragt, wer sich aus finanziellen Gründen nicht jeden zweiten Tag Fleisch, Fisch oder eine gleichwertige vegetarische Mahlzeit leisten kann. Unter den Arbeitslosen traf dies auf etwa 30 Prozent zu. In der gesamten Bevölkerung, in die auch Erwerbstätige eingerechnet wurden, waren demnach mehr als fünf Millionen Menschen betroffen. (Lesen Sie hier, wie sich die Arbeitslosigkeit in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren entwickelt hat.)

Auf die bereits 2017 erhobenen Daten machte nun die Linken-Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann aufmerksam. "Was für viele selbstverständlich ist, ist für eine große Gruppe von Menschen unbezahlbar", sagte Zimmermann.

Fast 80 Prozent der Arbeitslosen können spontane Ausgaben nicht stemmen

Die Statistik legte auch andere Bereiche offen, in denen insbesondere Arbeitslosen das Geld für nötige Zahlungen fehlt. Fast 80 Prozent von ihnen sahen sich außerstande, spontan anfallende Ausgaben, etwa Autoreparaturen, in Höhe von mindestens 1000 Euro zu bezahlen. In der Gesamtbevölkerung waren demnach fast 21 Millionen Menschen bei kurzfristigen Ausgaben in der Höhe nicht zahlungsfähig.

Besonders deutlich ist der Unterschied zwischen Arbeitslosen und Erwerbstätigen bei der Frage, ob das Geld reicht, um eine Woche in den Urlaub zu fahren. Während etwa zwölf Prozent der erwerbstätigen Haushalte dafür die Mittel fehlten, lag der Anteil unter Arbeitslosen bei 57,2 Prozent.

Insgesamt ist der Prozentsatz der Arbeitslosen, denen das Geld für eine warme Mahlzeit fehlt, in den vergangenen Jahren jedoch gesunken. 2015 waren es noch 36,3 Prozent der Arbeitslosen gewesen. Auch bei den anderen Entbehrungen ging der Anteil der betroffenen Arbeitslosen leicht zurück.

fek/dpa



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.