Nach Absturz in Äthiopien Deutschland sperrt Luftraum für Boeing 737 Max 8

Nach dem Unglück in Äthiopien hat nun auch Deutschland seinen Luftraum für die Boeing 737 Max 8 gesperrt. Binnen weniger Monate waren zwei Maschinen dieses Typs verunglückt. Der Boeing-Aktienkurs fällt.

Eine Boeing 737 Max 8 der TUI
DPA

Eine Boeing 737 Max 8 der TUI


Wegen des Absturzes einer Boeing 737 Max 8 am Wochenende soll auch der deutsche Luftraum für Maschinen dieses Flugzeugtyps gesperrt werden. "Sicherheit geht absolut vor", sagte Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) dem TV-Sender n-tv. "Bis alle Zweifel ausgeräumt sind, habe ich veranlasst, dass der deutsche Luftraum für die Boeing 737 Max ab sofort gesperrt wird."

In Deutschland fliegen derzeit offenbar nur wenige Gesellschaften mit dem neuen Boeing-Jet Airports an. Im Wesentlichen seien das die Norwegian, Icelandair, die polnische LOT und Turkish Airlines, sagte ein Sprecher des Betreibers Fraport.

Am größten deutschen Flughafen in Frankfurt lande die Maschine nur drei Mal in der Woche. In Düsseldorf seien neben Turkish und LOT unter anderem die Gesellschaften Smart Wings und Corendon mit den neuen Boeings vertreten.

Zuvor hatte schon der weltgrößte Reisekonzern TUI alle Flüge mit dem Flugzeugtyp Boeing 737 Max 8 gestoppt. Der Schritt betreffe alle TUI-Fluggesellschaften, teilte ein Sprecher mit.

Boeing 737 Max 8
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Boeing 737 Max 8

Die britische Luftfahrtbehörde hatte ebenfalls vorsorglich verfügt, alle kommerziellen Flüge dieses Typs von allen Airlines zu untersagen, die im Vereinigten Königreich landen, starten oder das Land überfliegen. Derzeit nutzen fünf Maschinen des Typs 737 Max Flugbasen in Großbritannien. Das Vereinigte Königreich gilt als einer der wichtigsten Knotenpunkte für Flugverkehr in Europa.

Auch viele weitere Länder hatten den Verkehr von Maschinen dieses Typs eingeschränkt, darunter Brasilien, China und Indien. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet zudem, die europäische Flugsicherung EASA bereite ebenfalls ein Flugverbot für die 737 Max vor.

Der Kurs der Boeing-Aktien fiel am Nachmittag um rund sechs Prozent. Der US-Flugzeugbauer beharrt indes auf der Sicherheit seiner Baureihe 737 Max. "Wir haben volles Vertrauen in die Sicherheit", teilte der Konzern am Dienstag mit.

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Das Modell 737 Max 8 wird erst seit 2017 eingesetzt. Der Absturz in Äthiopien, bei dem 157 Menschen ums Leben kamen, war der zweite mit diesem Modell nach einem Flugzeugunglück in Indonesien im Oktober.

Anmerkung der Redaktion: Anders als zunächst vom Bundesverkehrsminister dagestellt, starten und landen einige wenige Boeing 737 Max 8 doch in Deutschland. Wir haben den Fehler korrigiert.

jap/ssu/dpa



insgesamt 152 Beiträge
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bruceatspon 12.03.2019
1. Dann lasst uns auch Autos verbieten, denn
im Jahr 2018 sind ca. 3.300 Leute bei Autounfällen gestorben. Verstehe die ganze Panikmache nicht... Ist ja nicht so, dass täglich eine abstürzt. Und wenn bei so vielen Maschinen, die in der Luft sind, 2 abstürzen, ist das zwar sehr tragisch, aber dafür den Luftraum sperren?!
paula_f 12.03.2019
2. Sicherheit geht vor - mit einem Vorteil für Airbus !
Sicherheit geht nicht immer vor der CSU Kollege Schmidt erteilt freihändig eine weitere Glyphosat Genehmigung - und jetzt der Herr Scheuer. Der erste Absturz wäre vermeidbar gewesen - wenn die Piloten das System gekannt hätten und sie von der Möglichkeit Kenntnis gehabt hätte es abzuschalten. Ihnen wurde es schlicht nicht mitgeteilt - jetzt wissen es aber eigentlich alle Piloten.
zauberer2112 12.03.2019
3. Vernünftig und konsequent
Wäre(n) die Politik(er/innen) doch in allen Bereichen ähnlich vernünftig und konsequent wie in diesem Fall.
Peter Meyerh. 12.03.2019
4. Government Shutdown hat die neue Software für die 737 Max 8 verzögert
In einer Meldung vom 11.2. wurde berichtet, dass das Sicherheitsupdate für die 737 Max 8 nach dem Lion Air Absturz verzögert ist bis April u.a. wegen des Goverment Shutdowns. Blut an seinen Händen...
zadar 12.03.2019
5. Eine Sperre für Muster ohne
Eine Sperre für Muster ohne Angle of Attack DISAGREE Alarm hätte wohl auch genügt. Der Alarm springt an wenn über 10 Sekunden eine Abweichung von mehr 10 Grad bei den Sensoren festgestellt wird. Lion Air in Indonesien hatte ihn nicht. Die Existenz des Systems hätte bei dem Flug der dem Lion Air Absturz voraus ging den Mechanikern eine korrekte Problembeschreibung durch die Piloten liefern können.
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