Wirtschaftsboom Deutscher Staat erzielt fast 30 Milliarden Euro Überschuss

Für die staatlichen Haushalte war 2015 ein Rekordjahr: Bund, Länder, Kommunen und Sozialversicherung haben nach ersten Schätzungen 29,5 Milliarden Euro mehr eingenommen als ausgegeben.

Finanzminister Schäuble
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Finanzminister Schäuble


Die öffentlichen Kassen haben im vergangenen Jahr ihr Plus verdreifacht. Nach ersten Schätzungen des Statistischen Bundesamts nahmen Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherung 29,5 Milliarden Euro mehr ein, als sie ausgegeben haben. Das sei der bislang höchste Finanzierungsüberschuss. Hintergrund ist die gute konjunkturelle Entwicklung Deutschlands und die daraus resultierenden hohen Steuereinnahmen.

Damit wurde zum zweiten Mal in Folge ein positiver Saldo erzielt: 2014 hatten die öffentlichen Kassen einen Überschuss von 8,1 Milliarden Euro gemeldet. Damals verzeichneten die Gemeinden allerdings noch ein Defizit von 600 Millionen Euro. Das Ergebnis fiel im vergangenen Jahr weitaus besser aus. Die Gemeinden erzielten laut Statistischem Bundesamt ein Plus von 3,2 Milliarden Euro.

Während Bund, Länder und Gemeinden ihre Überschüsse im vergangenen Jahr deutlich steigerten, verkleinerte sich das Plus bei der Sozialversicherung. Grund dafür sind nach Angaben der Statistiker steigende Ausgaben der Renten- und Krankenversicherung.

Im Unterschied zum kassenmäßigen Finanzierungsüberschuss des öffentlichen Gesamthaushalts wurde in den volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen für 2015 ein Überschuss von 19,4 Milliarden Euro berechnet. Für die Abweichung sind nach Darstellung des Bundesamts methodische Unterschiede in den Statistiken verantwortlich. Die noch ausstehenden Endergebnisse könnten von den jetzigen vorläufigen Berechnungen um mehrere Milliarden abweichen.

brk/dpa



insgesamt 119 Beiträge
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citi2010 04.04.2016
1.
Klingt toll. Und könnte zum Abbau der Staatsverschuldung verwendet werden. Bei 2000 Mrd Staatsverschuldung wären das aber auch nur 1.5% - mach bräuchte also 80 Jahre lang so ein Ergebnis um die Staatsverschuldung zu beenden - was aber natürlich niemand der Finanzelite will. In Keynesian Theorie soll man ja in guten Zeiten die Verschuldung zurückführen um in schlechten Zeiten die Konjunktur anzukurbeln. Doch diese Theorie wird immer nur in schlechten Zeiten angewandt.
merlin 2 04.04.2016
2. Schön, aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein!
Schön, aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein! Wirklich was bringen würde es, wenn man die Verschwendung und den Klüngel beseitigen würde. Und im Bereich des Gesundheitswesens mal von der Planwirtschaft wegkäme.
Peterldw 04.04.2016
3. Gut so!
Hat das auch Frau Dr. Merkel zu verantworten, oder ist die nur für schlechte Ergebnisse zuständig? Irgend wie passen solche Ergebnisse und die Panikmache der Schwarzmahler nicht zusammen.
sts3112 04.04.2016
4. Ich hoffe,
dass das in die Schuldentilgung fließt. Bei aktuell 2.026.546.139.533 [Bund der Steuerzahler, 4.4., 11:02:30 Uhr] würde uns das immerhin knapp unter die 2 Billionengrenze bringen. Ich vermute aber, de Politiker aller Farben werden schon tolle Ideen haben, wie man diesen "unerwarteten Geldsegen" dringend und kurzfristig versenken kann.
tennislehrer 04.04.2016
5. Na super!
Damit können wir viele Banken retten oder auch Großkonzerne mit Geschenken beglücken.
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