In nur sechs Monaten Deutschland drückt Staatsschuld um 46 Milliarden Euro

Bund, Länder und Gemeinden treiben den Schuldenabbau "auf allen Ebenen" voran. Besonders erfolgreich war ein Bundesland im Osten.

"Schuldenuhr" des Steuerzahlerbunds (Archiv)
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"Schuldenuhr" des Steuerzahlerbunds (Archiv)


Der deutsche Staat hat seinen Schuldenberg im ersten Halbjahr 2018 wegen der guten Konjunktur um 46,5 Milliarden Euro abgetragen. Die Verbindlichkeiten von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung einschließlich aller Extrahaushalte sanken zur Jahresmitte um 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, teilte das Statistische Bundesamt mit.

Damit stand der Staat noch mit 1934,4 Milliarden Euro in der Kreide. Treibende Kraft für den Schuldenabbau ist die gute wirtschaftliche Entwicklung und das daraus folgende höhere Steuer- und Abgabenaufkommen. Zudem entlasten niedrige Zinsen auf der Kostenseite.

"Der Schuldenabbau fand auf allen Ebenen des öffentlichen Gesamthaushalts statt", erklärten die Statistiker. So sank die Verschuldung des Bundes um 21 Milliarden Euro oder 1,7 Prozent auf 1223 Milliarden Euro. "Einen stärkeren Rückgang wiesen die Länder auf", betonte das Bundesamt.

Sachsen und Baden-Württemberg besonders erfolgreich

Hier nahmen die Verbindlichkeiten um 21,4 Milliarden Euro oder 3,6 Prozent auf 574,5 Milliarden Euro ab. Besonders hohe prozentuale Rückgänge gab es in Sachsen (-19,5 Prozent), Baden-Württemberg (-15,9) und Bayern (-13,1). Hamburg (+2,0) und Schleswig-Holstein (+1,5) erhöhten dagegen ihre Schulden. "In beiden Ländern waren Schuldenaufnahmen im Zusammenhang mit dem Komplex um die HSH Nordbank ein wesentlicher Grund für die Entwicklung", hieß es.

Der Schuldenstand der Kommunen verringerte sich um 4,1 Milliarden Euro oder 2,9 Prozent auf 136,5 Milliarden Euro. Mit Ausnahme von Baden-Württemberg (+0,4 Prozent) und des Saarlands (+0,2) konnten die Gemeinden der Länder ihre Schuldenstände reduzieren. Besonders kräftige Rückgänge gab es in Mecklenburg-Vorpommern (-10,1 Prozent), Sachsen-Anhalt (-7,5), Sachsen (-7,1) und Thüringen (-6,9). Die Sozialversicherung war zum Ende des zweiten Quartals mit 403 Millionen Euro verschuldet, 7,1 Prozent oder 31 Millionen Euro weniger als ein Jahr zuvor.

In der Statistik werden nur die Schulden gegenüber dem nichtöffentlichen Bereich gezählt, also etwa gegenüber Banken und privaten Unternehmen.

beb/Reuters



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