Rekord mit 44,3 Millionen Personen Zahl der Beschäftigten erreicht neuen Höchststand

Der Arbeitsmarkt brummt: Die Zahl der Beschäftigten ist 2017 so stark gestiegen wie seit zehn Jahren nicht und erreicht eine neue Rekordmarke. Doch der Fachkräftemangel könnte womöglich erstmals das Wachstum drücken.

Symbolbild
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Zum Start des neuen Jahres kommen vom Arbeitsmarkt gute Nachrichten: Die Zahl der Arbeitsplätze steigt weiter, die Zahl der Beschäftigten liegt mit 44,3 Millionen Personen sogar höher als jemals zuvor. Und: Laut Statistischem Bundesamt hat sich der Jobaufbau mit einem Plus von 1,5 Prozent sogar noch beschleunigt. So hoch war das Plus zuletzt 2007.

Die Schattenseite: Wirtschaftsverbände und Unternehmen klagen verstärkt über Schwierigkeiten, genügend qualifizierte Fachkräfte zu finden. Ihnen pflichten führende Ökonomen bei: Der Fachkräftemangel werde bereits in diesem Jahr das Wachstum bremsen. Er rechne wegen des Problems "2018 mit einer etwas geringeren Wachstumsdynamik als noch im vergangenen Jahr", sagte der Ökonom Christoph Schmidt dem "Handelsblatt". Schmidt ist Chef des vom Bundespräsidenten berufenen Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Lage ("Wirtschaftsweise").

Aktuell sucht die Wirtschaft rund 1,1 Millionen neue Mitarbeiter. Ingo Kramer, Präsident des Arbeitgeberverbands BDA, fordert deshalb mehr Förderung für Langzeitarbeitslose, bessere Kinderbetreuung und eine gesteuerte Zuwanderung. Michael Hüther, Chef des den Arbeitgebern nahe stehenden Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) warnt vor "allen Begrenzungen des Arbeitsvolumens".

Die Unternehmen und ihre Lobbyverbände sorgen sich auch deshalb, weil eine weitere Verknappung des Angebots freier Arbeitskräfte tendenziell zu höheren Löhnen führen und die Macht von Arbeitnehmern und Gewerkschaften stärken könnte.

Aktuell stehen sich etwa in der Metallbranche Gewerkschaften und Arbeitgeber in einem Tarifkonflikt gegenüber. Die IG Metall fordert neben sechs Prozent mehr Geld auch das Recht auf eine vorübergehende Senkung der Wochenarbeitszeit auf 28 Stunden.

Dabei sollen bestimmte Gruppen - etwa Schichtarbeiter, Eltern junger Kinder und Angehörige von Pflegebedürftigen - einen Teillohnausgleich erhalten. Die Arbeitgeber lehnen dies nach zwei Verhandlungsrunden bisher ab. Am 31. Dezember ist die Friedenspflicht ausgelaufen. Die IG Metall will nach bisherigen Planungen ab 8. Januar in Warnstreiks gehen. In der Woche davor hat sie einzelne Maßnahmen in einigen Betrieben nicht ausgeschlossen.

beb/dpa



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