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Schwächelnde Wirtschaft: Anleger ziehen Milliarden aus Brasilien ab

Copacabana in Rio: Der Devisen-Boom ist vorbei Zur Großansicht
AP/dpa

Copacabana in Rio: Der Devisen-Boom ist vorbei

Jahrelang galt Brasilien als Zufluchtsort für internationale Anleger. Doch nun hat sich der Trend umgekehrt: 2013 zogen Investoren Devisen im Wert von mehr als 12 Milliarden Dollar aus dem Land ab - so viel wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr.

Rio de Janeiro - Eigentlich wollte Brasilien 2014 der ganzen Welt zeigen, wie stark seine Wirtschaft ist. Schließlich findet in diesem Jahr die Fußballweltmeisterschaft in dem Schwellenland statt. Doch von Stärke kann derzeit keine Rede mehr sein. Die Landeswährung Real ist seit Monaten im Sinkflug. Allein 2013 verlor sie im Vergleich zum US-Dollar 17 Prozent an Wert.

Auch viele Investoren ziehen ihr Geld aus dem Land ab. Im vergangenen Jahr waren es 12,3 Milliarden Dollar - so viel wie zuletzt vor mehr als einem Jahrzehnt. Das geht aus Daten der Notenbank hervor, die an diesem Mittwoch veröffentlicht wurden. Für den bevölkerungsreichsten Staat Südamerikas ist die Zahl auch das erste negative Ergebnis seit der globalen Finanzkrise 2008.

Zuletzt waren Investoren im Jahr 2002 wegen der Wahl von Luiz Inacio Lula da Silva zum Präsidenten panikartig aus Brasilien geflohen. Damals betrug der Abfluss knapp 13 Milliarden Dollar. Seit der Finanzkrise hatten sich Anleger dagegen regelrecht darum gerissen, ihr Geld in Brasilien zu investieren. Sie waren vor allem auf der Suche nach hoher Rendite.

Doch schon seit einigen Monaten geht es mit Brasiliens Wirtschaft abwärts. So wurden 2013 erstmals seit zehn Jahren weniger Autos verkauft als im Vorjahr. Auch das Außenhandelsdefizit wächst. Zudem macht dem Land eine hohe Inflation zu schaffen, die den Konsum bremst. Die Notenbank hatte deswegen Ende 2013 den Leitzins auf zehn Prozent angehoben. Höhere Zinsen würgen aber die Investitionen ab.

Zudem spürt Brasilien die Straffung der US-Geldpolitik. Seit die Zinsen für Wertpapiere in den USA wieder langsam steigen, kehren auch die Anleger zurück - und verlassen dafür Schwellenländer wie Brasilien.

stk/Reuters

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insgesamt 4 Beiträge
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1. Dann hat Thyssen zu früh verkauft!
hansulrich47 08.01.2014
Wenn der Real noch billiger wird, lohnt sich der Erzabbau und die Verhüttung in Brasilien wieder. Dann hat der Käufer der Tyssen-Anlage einen guten Schnitt gemacht. Was lernt man daraus: Anlagen in "Schwellenländern" sind nur interessant, wenn es dort NICHT läuft. Sobald es denen "gut" geht, versauen die Wechselkurse und die steigenden lokalen Preise die Kalkulation. Wer Schwellenländer zur Anlage empfiehlt, kann auch ein Spielkasino empfehlen. Beides ist gleich seriös.
2. Reuters meldet ...
carahyba 08.01.2014
Zitat von sysopAP/dpaJahrelang galt Brasilien als Zufluchtsort für internationale Anleger. Doch nun hat sich der Trend umgekehrt: 2013 zogen Investoren Devisen im Wert von mehr als 12 Milliarden Dollar aus dem Land ab - so viel wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/devisen-anleger-ziehen-milliarden-aus-brasilien-ab-a-942527.html
12 Milliarden Dollar sind abgezogen worden, in den letzten 8 Jahre ist mehr als das 10-fache nach Brasilien gekommen. Das Geld ist nach Brasilien gekommen um die Zinsdifferenz abzuschöpfen. Vor 2 Jahren lag der durchschnittliche Zins noch bei über 9%, fiel dann auf 6,5%, steigt nun wieder. Der Staat über Kapitaltransfersteuern und die Banken über Provisionen und Gebühren haben ca. 6,5% abgeschöpft. Die Anlagen lohnten sich nur längerfristig, mindestens 3 Jahre. Diese Informationen läßt der Artikel aussen vor. Aber im Artikel gibt es eine wesentliche Information, dort wird festgehalten, dass der REAL im Jahr 2013 ca. 17% an Wert gegen den Dollar verloren hat. Die Zinsgewinne sind damit weg und die Zinsspekulanten haben sich in die Brennesseln gesetzt. Viele Hedge-Fonds können nun ihre Positionen nicht liquidieren, weil sie hohe Abschreibungen tätigen müssten. Wenn die Zinsen der FED angehoben werden, werden wir sehen was passiert. Mal sehen ob grossen Banken wieder dabei sind. Die Brasilianer juckt das wenig, die werden eher weiter abwerten, dann werden die Verluste der Hedger noch grösser. Vielleicht hören wir Karfreitag wer untergeht, ich rufe dann am Sonntag Hallelujah.
3. Aber, aber! Wer wird denn gleich ....
jfkk 09.01.2014
Zitat von carahyba12 Milliarden Dollar sind abgezogen worden, in den letzten 8 Jahre ist mehr als das 10-fache nach Brasilien gekommen. Das Geld ist nach Brasilien gekommen um die Zinsdifferenz abzuschöpfen. Vor 2 Jahren lag der durchschnittliche Zins noch bei über 9%, fiel dann auf 6,5%, steigt nun wieder. Der Staat über Kapitaltransfersteuern und die Banken über Provisionen und Gebühren haben ca. 6,5% abgeschöpft. Die Anlagen lohnten sich nur längerfristig, mindestens 3 Jahre. Diese Informationen läßt der Artikel aussen vor. Aber im Artikel gibt es eine wesentliche Information, dort wird festgehalten, dass der REAL im Jahr 2013 ca. 17% an Wert gegen den Dollar verloren hat. Die Zinsgewinne sind damit weg und die Zinsspekulanten haben sich in die Brennesseln gesetzt. Viele Hedge-Fonds können nun ihre Positionen nicht liquidieren, weil sie hohe Abschreibungen tätigen müssten. Wenn die Zinsen der FED angehoben werden, werden wir sehen was passiert. Mal sehen ob grossen Banken wieder dabei sind. Die Brasilianer juckt das wenig, die werden eher weiter abwerten, dann werden die Verluste der Hedger noch grösser. Vielleicht hören wir Karfreitag wer untergeht, ich rufe dann am Sonntag Hallelujah.
unsere armen gebeutelten Finanzspekulations- und -anlagenbetrugswirtschaftsorganisatoren so hämisch kommentieren. Das sind doch auch Menschen, die haben doch auch Gefühle - wenn auch nur solche - , die nazistisch-schizoiden Menschen eigen sind. Allein wenn ich an die armen zwei Outperformer Jaine und Weber denke, die ja nicht nur mit diesen Problemen zu schaffen haben, sondern auch mit der Verfolgung, die sie durch die BaFin und die SEC erleiden müssen, zu kämpfen haben. Aufgrund von über 40 Jahren Commoditytrading in Asien habe ich meine Aktien der Deuschen Bank im November 2011 verkauft, weil es das alte Händlergebot "Do never trust a taximan, but even less an Indian" gibt. Die restlichen Bankshares sind dann im Dezember 2012 raus geflogen und in verschiedene Beteiligungen bei Neuland und Demeter-Bauernhöfen, sowie in eine Energiegenossenschaft geflossen. Bis heute bin ich damit richtig gut gefahren und habe alle Erträge in diese Betriebe reinvestiert.
4. VALE - Gegen den Wind
limo7779 17.01.2014
Es gibt jedoch einen bras. Großkonzern, der allem trotzt: VALE, der größte Eisenerzförderer weltweit. ALCOA, ARCELOR, THYSSEN KRUPP, GKN und alle anderen Größen der Metallindustrie zählen zu den Großkunden. Die Rohstoffpreise und der günstige Real-Kurs haben dem Liebling des BOVESPA´s zu einem Rekordgewinn 2013 verholfen. Genaues wird die Veröffentlichung der Jahresbilanz im Februar zeigen...
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