DGB-Umfrage Deutsche misstrauen der gesetzlichen Rente

Die Deutschen verlieren das Vertrauen in das Rentensystem. Laut einer DGB-Umfrage glauben 38 Prozent nicht, dass sie mit der gesetzlichen Rente ihren Ruhestand finanzieren können. Besonders junge Arbeitnehmer sind skeptisch.

Senioren am Rhein: Deutsche haben Angst vor Armut im Alter
DPA

Senioren am Rhein: Deutsche haben Angst vor Armut im Alter


Berlin - "Die Rente ist sicher": Dieser Spruch des früheren Arbeitsministers Norbert Blüm ist legendär - doch laut einer Umfrage glauben viele Deutsche nicht mehr daran. Ein großer Teil der Arbeitnehmer hat demnach sogar Angst vor Altersarmut. 38 Prozent glauben, die gesetzliche Rente reiche nicht für das Leben im Ruhestand aus, teilte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) mit.

Selbst unter den Beschäftigten mit 2000 bis 3000 Euro Monatseinkommen glaubten 34 Prozent, die Rente werde nicht reichen. 43 Prozent der Deutschen gehen laut der Studie davon aus, dass die gesetzliche Rente gerade so ausreicht. Der DGB ließ für den Index "Gute Arbeit" knapp 4900 Beschäftigte befragen.

Besonders unter den jungen Arbeitnehmern zwischen 26 und 35 Jahren ist die Skepsis groß. In dieser Altersgruppe glauben mehr als die Hälfte der Befragten, dass die gesetzliche Rente nicht reicht. Bei den 36- bis 45-Jährigen sind es 44 Prozent. Das größte Vertrauen in das bestehende System haben Arbeitnehmer über 56 Jahre. In dieser Gruppe sagten nur 23 Prozent, sie sorgten sich um die finanzielle Absicherung im Ruhestand.

Die größte Angst vor Altersarmut stellten die Macher der Umfrage bei Geringverdienern fest. Bei Arbeitnehmern mit über 1500 bis 2500 Euro Bruttoeinkommen glauben demnach 45 Prozent, die Rente reiche nicht. In den Vergütungsstufen bis 800 Euro und über 800 Euro bis 1500 Euro seien es jeweils 54 Prozent.

Besonders große Furcht vor Altersarmut haben der DGB-Umfrage zufolge Beschäftigte im Handel, in der Gastronomie und in den Bereichen Gesundheit und Soziales. Am sichersten fühlen sich die Angestellten bei Behörden oder den Sozialversicherungsträgern.

mmq/AFP

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insgesamt 21 Beiträge
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Seite 1
jujo 21.11.2012
1. .....
Zitat von sysopEC/Alain SchroederDie Deutschen verlieren das Vertrauen in das Rentensystem. Laut einer DGB-Umfrage glauben 38 Prozent nicht, dass sie mit der gesetzlichen Rente ihren Ruhestand finanzieren können. Besonders junge Arbeitnehmer sind skeptisch. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/dgb-umfrage-zur-rente-deutsche-haben-angst-vor-altersarmut-a-868524.html
Die Frage ist doch ein Selbstgänger! Woher soll denn das Vertrauen kommen? Wenn jemand mind. 1800€ (stimmt die Zahl noch?) über 45 Jahre lang verdienen muss um gleich oder mehr Rente zu bekommen als es der Regelsatz vom Sozialamt vorsieht. Wer sein ganzes Berufsleben nicht mehr verdient als den Regelsatz, bekommt eben auch im Alter nicht mehr. Umgekehrt ist es aber doch so, wer mit dem Regelsatz heute zwar schlecht, aber immerhin zurecht kommt, der schafft das auch im Alter.
panchoxx 21.11.2012
2. optional
Dank der jahrelangen Mißbrauchs der Rentenversicherungsgelder und der fleißigen Lobbyarbeit der Privatversichererer hat man es endlich geschafft ein solides System physisch zu zerstören und es nun auch in der allgemeinen Meinung zu diskreditieren. Hut ab! Soviel Lobbyarbeit auch bei der Energiewende und die Menschen beten für den Erhalt Atomkraftwerke
spargel_tarzan 21.11.2012
3. glauben hilft da nichts, fakt ist, daß es heute schon realität ist...
Zitat von sysopEC/Alain SchroederDie Deutschen verlieren das Vertrauen in das Rentensystem. Laut einer DGB-Umfrage glauben 38 Prozent nicht, dass sie mit der gesetzlichen Rente ihren Ruhestand finanzieren können. Besonders junge Arbeitnehmer sind skeptisch. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/dgb-umfrage-zur-rente-deutsche-haben-angst-vor-altersarmut-a-868524.html
wenn ich mit 63, also in 3 jahren, rentner werden will, bekomme ich nach 43 jahren rund 1.600 € als bruttorente. davon sind ca. 25% an steuern, krankenkasse und pflegeversicherung abzuziehen = 1.200 € netto. meine fixkosten betragen aus miete, gas, wasser, strom, telefon, versicherungen (hausrat und haftpflicht), stand 2012, 1.006 €. bleiben logischerweise knapp 200 € zur verpflegung und dies bei rund 2.600 € nettoeinkommen, aktuell. dies sind meine persönlichen aktuellen fakten. das ganze kann ich abfedern mit dem rentengang ab 65 sowie 2er versicherungen, die verrentet werden. dann komme ich auf knapp unter das jetzigen nettoeinkommen, dafür werden aber rund 30% abgaben fällig, wobei die steuerlichen belastungen aus den kapitalzuwächsen der versicherungen noch unklar sind und auch die krankenkasse wird hier für 10 jahre zusätzlich die hand aufhalten, weil hier abgaben aus der direktversicherung fällig werden. wenn ich glück habe lande ich dann netto bei der gesetzlichen bruttorente ab 63. zum sterben zu viel, zum leben zu wenig. ich weiß, andere haben viel weniger, das ist aber nicht das thema, sondern die diskrepanz zwischen vorher und nachher. und wenn ich lese: gerade die jüngeren sind skeptisch. hallo, schon mal die gesetzliche ausszahlung von 43% des letzten durchschnittgehaltes (der zurückliegenden 5 jahre) ab 2030 betrachtet? was muß man vorher für ein nettogehalt gehabt haben um da noch mit klar zu kommen. für die mehrzahl geht der direkte weg zum sozialamt, so sieht die zukunft aus. und die gehälter sind breit gefächert so niedrig, daß vorsorge aufwendungen zur rente überhaupt nicht bezahlt werden können. und ab 21.12.2012 greift die unisex-regel auf allen ebenen, da werden die belastungen höher und die künftigen auszahlungen noch niedriger weil die zinsen am kapitalmarkt im keller sind und überschußbeteiligungen flachfallen, überschuß wird es dann keinen geben. dann wird am ende der laufzeit, das ausgezahlt was man vorher eingezahlt hat. da bleibzt das geld doch besser im sparstrumpf, größer sinmd damit die finanziellen verluste auch nicht und zu not kann man immer noch wechseln, weil man sich vertraglich nicht gebunden hat.
Dr. Fuzzi 21.11.2012
4. Och Joh!
Putzig, das ausgerechnet die jungen Arbeitnehmer zwischen 26 und 35 Jahren dem deutschen Rentensystem mißtrauen. Es sind doch wohl eher die heute 50 - 55 jährigen, die für ihre Zukunft als "Rentner" die Arschkarte gezogen haben. Exakt diese Gruppe der sogenannten Babyboomjahre, ermöglichen den heutigen Rentnern und Pensionären ein relativ sorgenfreies Altern, während für sie selbst immer weniger leistungswillige und -fähige Nachkommen Finanzmittel für die Rentensicherung erwirtschaften können und wollen. Wenn heutige Arbeitnehmer zwischen 26 und 35 Jahren in das Rentenalter kommen, ist das Verhältnis der Anzahl Jüngerer und Älterer deutlich entspannter!
vgo 21.11.2012
5. Das Misstrauen ist kein Wunder …
… wenn nur eine Teilmenge der berufs- und erwerbsfähigen Bevölkerung in das System einbezahlt, dann ist es weder ein solidarisches noch ein sinnvolles Renten-System. Solange Beamte und Selbstständige – vor allem die Gutverdienenden – nichts einbezahlen, kann das System nicht funktionieren – von der Schweiz könnte man hier lernen. Ein Schnitt hätte eigenglich schon 1990 gemacht werden müssen – aber da war man einfach nur "vereinigungsbesoffen" und hat viele Reformen (dazu zählt auch die Reduktion der Anzahl der Bundesländer!) einfach verdrängt. Es gibt nicht nur Probleme mit den Sozialsystemen in Portugal, Italien, Griechenland oder Spanien – es gibt sie auch in der BRD – sie werden solange verdrängt, bis alles zusammenbricht, d.h. beispielsweise die Pensionsansprüche in den Ländern deren Haushalte sprengen. Erschwerend kommt dann noch die exorbitante Zunahme von Geringverdienenden hinzu, die zwar arbeiten aber von den Sozialämtern subventioniert werden müssen – wobei die Subventionen häufig geldgierigen Unternehmen zugute kommen. – Gut gehen kann das auf Dauer natürlich nicht und die jüngsten Vereinbarungen der Bundesregierung helfen da nicht weiter, das war nur etwas für die eigene Koalitionsseele auf Kosten der Steuerzahler.
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